Das ändert sich bei der Energieberatung

Ab 1. Dezember 2017 treten zwei neue Richtlinien in Kraft. Ziel ist es, den Kreis der Energieberater zu erweitern, denn die Anzahl der Beratungen und Sanierungen sind bislang enttäuschend.

Energiesanierung
Ab 1. Dezember gelten neue Anforderungen für Energieberater. Kritiker sehen die unabhängige Beratung in Gefahr. Foto: © Thierry Vialard/123RF.com

2017 wurden bis Ende September etwa 6.200 qualifizierte Energieberatungen im Förderprogramm "Energieberatung für Wohngebäude" durchgeführt. Dementsprechend stagniert die Sanierungsquote bei einem Prozent. Um die erwünschten Klimaziele zu erreichen, müsste sie laut Experten aber mindestens drei Prozent liegen. Enttäuschende Zahlen für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Dabei hatte der Staat die Förderbeträge für eine Energieberatung für Wohngebäude bereits Ende 2014 deutlich erhöht.

Doch die Beratungen und damit zusammenhängend auch die Investitionen von Privatpersonen und mittelständischen Unternehmen in Energieeffizienzprojekte blieben weiterhin auf niedrigem Niveau. Zwei neue Richtlinien, die ab 1. Dezember in Kraft treten, sollen dem nun Abhilfe schaffen. Sie beziehen sich auf die Förderprogramme "Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan iSFP)" sowie "Energieberatung Mittelstand" und wollen mehr Fachleuten Zugang zur Energieberatung gewähren.

Kreis derjenigen, die beraten dürfen, wird erweitert

Waren bislang ausschließlich Fachleute wie Architekten, Ingenieure und Handwerker ohne eigenen Betrieb, die allesamt kein wirtschaftliches Eigeninteresse an der Umsetzung von Energieeffizienzinvestitionen haben, als Energieberater zugelassen. Soll künftig jeder Handwerker, Hersteller oder Energieversorger zugelassen werden, sofern er oder sie die in der Richtlinie vorgegebenen Mindestanforderungen an die fachliche Qualifikation erfüllt.

Die Beratung soll allerdings auch weiterhin objektiv, neutral und mit hoher Qualität erfolgen. Die Haftung dafür übernimmt der Energieberater. Die Förderbeträge für die "Energieberatung für Wohngebäude" bleiben weiterhin erhalten.

Kritik an der Neuregelung

Verbände wie das Deutsche Energieberater Netzwerk kritisieren die Änderungen. Ihrer Meinung nach gefährdet die Erweiterung des Beraterkreises die Qualität der Beratung. Die Unabhängigkeit stehe beispelsweise auf dem Spiel, wenn künftig auch Beschäftigte von Energieunternehmen beraten dürften. Nur eine Erklärung abgeben zu müssten, dass eine Beratung unabhängig gewesen sei, reiche laut Netzwerk nicht, um Qualität und Verbraucherschutz weiterhin zu gewährleisten.

Weitere Informationen zu den Neuregelungen stehen auf den offiziellen Webseiten der Förderprogramme "Vor-Ort-Beratung" und "Energieberatung Mittelstand" vom Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).


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