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Acht Fragen und Antworten zu Förderkrediten

Egal ob Gründer oder gestandener Firmenlenker – Geld braucht jeder Unternehmer. Für viele Vorhaben gibt es Zuschüsse oder zinsgünstige Förderdarlehen.

Foto: © Konstantin Chagin/123RF.com

Die Städte, die Länder, der Bund und die EU meinen es gut mit Gründern und Unternehmern. Sie unterstützen den Start in die Selbstständigkeit oder fördern Investitionen in bestehende Betriebe mit Zuschüssen sowie zinsgünstigen Darlehen. Die heißen dann Mikrokredit, GRW-G-Richtlinie, NESUR, Innovationsgutschein, Markterschließungsprogramm, Meistergründungsprämie, KfW-Unternehmerkredit oder KfW-Startgeld.

Es gibt derart viele Angebote, dass oft vom Förderdschungel die Rede ist. Doch durch diesen Dschungel muss sich niemand alleine schlagen. Die Betriebsberater im Handwerk kennen sich aus im Dickicht der Förderlandschaft und helfen bei der Suche nach dem passenden Produkt für neue Maschinen, eine neue Halle, den Fuhrpark, Energieeinsparmaßnahmen oder Investitionen in Weiterbildung.

Wenn das richtige Programm gefunden wurde und alle Voraussetzungen erfüllt sind, dann schreiben sie die notwendigen Stellungnahmen zur Tragfähigkeit des Konzepts. Bei Bedarf helfen sie auch bei besonders komplizierten Antragsverfahren.

Immer erst den Antrag stellen

Egal, welches Förderprogramm interessant ist, eines haben alle gemeinsam: Der Antrag muss grundsätzlich immer gestellt werden und bewilligt sein, bevor man investiert. "Wenn nur eine einzige Maschine vorab bestellt wurde, dann wird das eine ganz traurige Beratung, dann geht der Antragsteller leer aus", sagt Bodo Ahlebrandt, Betriebsberater und Fördermittelexperte bei der Handwerkskammer Potsdam.

Vorab erlaubt sei nur die Planung eines Vorhabens oder das Einholen eines Kostenvoranschlags, betont Ahlebrandt, der im Landesförderausschuss die drei brandenburgischen Handwerkskammern vertritt. Die Geduld und der Aufwand für den Antrag wird am Ende aber belohnt: viele der Fördermittel sind Zuschüsse, also geschenktes Geld für gute Ideen.

Acht Fragen und Antworten zu Förderkrediten

Mehr Infos zum Thema Fördermittel finden Existenzgründer und solche, die es werden wollen, auf der neuen Gründerplattform des Bundeswirtschaftsministeriums sowie der KfW. gruenderplattform.de1. Was ist das Besondere an Förderkrediten?

Das Geld für Förderkredite kommt aus öffentlichen Töpfen. Diese verfolgen keine wirtschaftlichen Interessen, sondern politische. Das heißt: Sie wollen Gründer und Unternehmer fördern. Darum sind die Konditionen vergleichsweise günstig und die Zinsen liegen oft unter den marktüblichen Bankzinsen.

2. Worin besteht die Förderung?
Zum einen sind die Zinsen oft niedriger als beim regulären Bankkredit (in der aktuellen Niedrigzinsphase muss man da allerdings die Konditionen genau vergleichen). Zum anderen sind die ersten Jahre oft tilgungsfrei. Heißt: Anfangs zahlt man nur die Zinsen, den geliehenen Geldbetrag zahlt man erst später ab. Bei einigen Programmen kann man den Kredit außerdem vor Ende der Laufzeit ohne Zusatzkosten tilgen, also ohne die Vorfälligkeitsentschädigung.

3. Wofür gibt es Förderkredite?
Neben Förderkrediten für Gründungen gibt es solche für Innovationen, für Wachstum sowie auch für kleine und größere Gründungen.

4. Wer bietet die Förderkredite an?
Die KfW ist die Förderbank des Bundes. Bei ihr gibt es zum Beispiel das KfW-Startgeld und Fördermittel für ganz unterschiedliche Interessen, etwa für Energieeinsparung oder Investitionen in den Betrieb. Darüber hinaus gibt es in allen Bundesländern Förder- beziehungsweise Investitionsbanken, mit passenden Programmen. Auch Städte und Kommunen legen vereinzelt Förderprogramme für die lokale Wirtschaft auf.

5. Wofür kann ich das Geld einsetzen?
Die Verwendungszwecke und Zugangsbestimmungen können sich unterschieden. Hier erkundigt man sich am besten bei seiner Handwerkskammer und bei seiner Hausbank, über die die meisten Förderprogramme abgewickelt werden. Sie prüft auch den Antrag ("Hausbankprinzip").

6. Wie viel Geld kann ich bekommen?
Die Förderhöhe ist sehr unterschiedlich. Mit den Mikrokrediten oder -darlehen der Länder können schon kleinste Investitionen gefördert werden. Mit dem "ERP-Gründerkredit-StartGeld" der KfW kann man Gründungsvorhaben bis 100.000 Euro finanzieren. Der "ERP-Gründerkredit-Universell" fördert sogar bis 25 Millionen Euro.

7. Wie hoch ist der Aufwand?
Der Aufwand ist vergleichbar mit dem für einen Bankkredit. Man braucht vor allem einen durchdachten Businessplan. Oft braucht man auch eine Stellungnahme zur Tragfähigkeit des Konzepts von seiner Handwerkskammer oder IHK. Im Gespräch mit der Hausbank sollte man kompetent auftreten. Wichtig ist: In den meisten Fällen muss man nicht nur die Hausbank, sondern auch die Förderbank überzeugen.

8. Wie lange dauert es bis zur Entscheidung?
Das hängt vom Einzelfall ab und kann zwischen einigen Tagen und manchmal auch mehreren Wochen dauern. Wichtig ist, dass man bis zur Bewilligung des Förderantrags nicht investiert.

Text: / handwerksblatt.de

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