Ab einer Betriebsgröße von 20 Arbeitsplätzen sind Unternehmen verpflichtet, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Personen zu besetzen. Tun sie das nicht, müssen sie eine Ausgleichsabgabe zahlen.

Ab einer Betriebsgröße von 20 Arbeitsplätzen sind Unternehmen verpflichtet, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Personen zu besetzen. Tun sie das nicht, müssen sie eine Ausgleichsabgabe zahlen. (Foto: © auremar/123RF.com)

Schwerbehindertenabgabe: Meldung noch bis 31. März 2022 möglich

Betriebsführung

Unternehmen mit 20 oder mehr Beschäftigten müssen bis spätestens 31. März 2022 ihre Meldung zur Ausgleichsabgabe, auch Schwerbehindertenabgabe genannt, bei der Bundesagentur für Arbeit einreichen.

Unternehmen müssen bis spätestens 31. März 2022 ihre Beschäftigungsdaten bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) einreichen. Wenn sie die vorgeschriebene Beschäftigungsquote nicht erreichen, müssen sie die entsprechende Ausgleichsabgabe ebenfalls bis 31. März an die Integrations- und Inklusionsämter zahlen.

Ab einer Betriebsgröße von 20 Arbeitsplätzen sind Unternehmen in Deutschland verpflichtet, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten oder ihnen gleichgestellten Personen zu besetzen. Tun sie dies nicht, fällt die Abgabe an.

"Eventuelle Kurzarbeit wirkt sich nicht auf die Zahl der zu berücksichtigenden Arbeitsplätze aus", darauf macht der Zentralverband des Deutschen Handwerks aufmerksam.
Um die Anzeige zu erstellen und die Ausgleichsabgabe zu berechnen, kann auf die kostenlose Software IW-Elan zurückgegriffen werden. Seit 2021 ist bei Nutzung der elektronischen Anzeige mit IW-Elan keine Unterschrift nötig.  

So berechnet sich die Abgabe

Für jeden nicht besetzten Pflichtarbeitsplatz zahlen Unternehmen monatlich eine Ausgleichsabgabe von 140 bis 360 Euro (ab dem Anzeigejahr 2021). Die Höhe ist davon abhängig, in welchem Umfang die Beschäftigungspflicht erfüllt wird.

Pro unbesetztem Pflichtarbeitsplatz werden fällig

  • 140 Euro bei einer Beschäftigungsquote von drei Prozent bis weniger als fünf Prozent,
  • 245 Euro bei einer Beschäftigungsquote von zwei Prozent bis weniger als drei Prozent,
  • 360 Euro bei einer Beschäftigungsquote von null Prozent bis weniger als zwei Prozent.

Hat ein Arbeitgeber zum Beispiel 100 Arbeitsplätze, muss er auf fünf Pflichtarbeitsplätzen schwerbehinderte oder andere anrechnungsfähige Menschen beschäftigten. 

Warum gibt es die Ausgleichsabgabe? Unternehmen, die keine oder nicht genügend schwerbehinderte Menschen beschäftigen, haben auch keine oder weniger Kosten zum Beispiel um Arbeitsplätze behindertengerecht zu gestalten. Die Ausgleichsabgabe soll die unterschiedliche finanzielle Belastung ausgleichen. Durch die Ausgleichsabgabe sollen Unternehmen aber auch dazu motiviert werden, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen und dadurch die Ausgleichsabgabe zu senken oder komplett einzusparen. Quelle: Rehadat

Sonderregelung für kleinere Betriebe

Betriebe, die weniger als 20 Arbeitsplätze haben, müssen keine Anzeige abgeben.

Für Kleinbetriebe gelten Sonderregelungen. Hier werden keine prozentualen Quoten angesetzt, sondern Arbeitgeber mit

  • 20 bis weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen,
  • 40 bis weniger als 60 Arbeitsplätzen müssen zwei schwerbehinderte Menschen beschäftigen.

Für Betriebe mit 20 bis weniger als 40 Arbeitsplätzen beträgt der Staffelbetrag pro unbesetzten Pflichtarbeitsplatz 

  • 140 Euro, wenn weniger als ein schwerbehinderter Mensch beschäftigt wird.

Für Betriebe mit 40 bis weniger als 60 Arbeitsplätzen beträgt der Staffelbetrag pro unbesetzten Pflichtarbeitsplatz 

  • 140 Euro, wenn ein bis weniger als zwei schwerbehinderte Menschen beschäftigt werden,
  • 245 Euro, wenn weniger als ein schwerbehinderter Mensch beschäftigt wird.

Quelle: Rehadat-Ausgleichsabgabe

Mehr Infos Umfangreiche Informationen zur Ausgleichsabgabe und Beispielrechnungen finden sich auf dem Portal Rehadat-Ausgleichsabgabe vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln.

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Text: / handwerksblatt.de

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