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Schwerbehinderte Mitarbeiter: Meldepflicht für Arbeitgeber

Betriebsführung

Arbeitgeber mit mehr als 20 Mitarbeitern müssen bis 31. März 2021 melden, ob und wie viele schwerbehinderte Menschen sie beschäftigen. Die Beschäftigungspflicht gilt auch für Unternehmen, die wegen der Corona-Krise von Kurzarbeit betroffen sind.

Arbeitgeber mit 20 oder mehr Beschäftigten müssen einmal im Jahr melden, wie viele schwerbehinderte Mitarbeiter sie beschäftigten. Mindestens fünf Prozent sollen es sein. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) prüft, ob die Beschäftigungspflicht erfüllt ist.

Die nächste Meldung muss bis spätestens 31. März 2021 erfolgen. Diese Frist kann nicht verlängert werden. Die BA rät zu einer elektronischen Meldung. Das gehe am schnellsten.

Kostenlose Software

Um die Anzeige zu erstellen, können Arbeitgeber die kostenfreie Software IW-Elan nutzen. Diese steht bei www.iw-elan.de unter der Rubrik "Download" zur Verfügung oder könne als CD-ROM unter der Rubrik "Service" bestellt werden.

Unternehmen, die nicht genügend schwerbehinderte Menschen beschäftigen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen. Diese Abgabe wird auf Grundlage der Beschäftigungsquote im Jahresdurchschnitt ermittelt. Auch das kann man über die Software berechnen.

Die Beschäftigungspflicht gilt auch für Unternehmen, die von Kurzarbeit betroffen waren oder sind, betont die Arbeitsagentur.

So berechnet sich die Ausgleichsabgabe

Die Ausgleichsabgabe wird nicht pauschal erhoben, sondern ist gestaffelt.

  • 125 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 3  bis weniger als 5 Prozent 
  • 220 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 2  bis weniger als 3 Prozent 
  • 320 Euro bei einer Beschäftigungsquote von weniger als 2 Prozent 

Regelungen für kleinere Betriebe

Für kleinere Unternehmen, etwa im Handwerk, gibt es Ausnahmen. Betriebe mit weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Sie zahlen je Monat 125 Euro, wenn sie diesen Pflichtplatz nicht besetzen.

Unternehmen mit weniger als 60 Arbeitsplätzen im Jahresdurchschnitt müssen zwei Pflichtplätze besetzen. Sie zahlen 125 Euro, wenn sie weniger als diese beiden Pflichtplätze besetzen, und 220 Euro, wenn weniger als ein Pflichtplatz besetzt ist.

Hintergrund:

Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen verwendet. Darunter zählt etwa die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Förderung eines schwerbehinderten Menschen mit einem Eingliederungszuschuss.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz Saarland

Text: / handwerksblatt.de

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