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Spielerisch in die Zukunft

23 Jugendliche haben in einem dreitägigen IKK-Trainingscamp Fußballkniffe gelernt, Bewerbungsgespräche geübt und ein Handwerksprojekt gestemmt.

Fußballtraining
Drei Tage lang haben 23 Jugendliche sich handwerklich ausprobiert, Bewerbungsgespräche geübt und ihr fußballerisches Können trainiert. Hier beim Dribbling: Robin Rath, Luca Hagedorn, Yannik Lambertz und Maximilian Gabriel (v. l. n. r.). Alles im Blick hat Trainer Lorenz Adis (ganz links). (Foto: © Frank Homann)


Wir wollten über den Sport einen Draht zu den Jugendlichen bekommen, ihr Vertrauen gewinnen und sie für das Handwerk und Bewerbungsthemen interessieren“, fasst Niklas Kleef von der IKK classic die Ziele des ersten IKK-Trainingscamps zusammen. Die IKK classic und die Handwerkskammer zu Köln haben das Pilotprojekt auf den Weg gebracht und Jugendliche, die an Fußball und einer Ausbildung im Handwerk interessiert sind, dazu aufgerufen, sich zu bewerben. 23 Jungen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren sind dem Aufruf gefolgt und haben sich zum Trainingscamp angemeldet.


Sie haben drei Tage in der Sportschule Hennef verbracht und zwölf Stunden unter Aufsicht von zwei zertifizierten Trainern vom Fußball-Verband Mittelrhein an ihrem Fußballkönnen gefeilt. Darüber hinaus haben Praktiker aus dem Handwerk und Ausbildungsexperten die Jugendlichen über Ausbildungsberufe und Perspektiven im Handwerk informiert und Bewerbungsgespräche mit ihnen geübt.

Überraschende Fakten zum Handwerk

Zu den Experten gehörte auch Angela Arndt. Die Betriebswirtin ist für die Handwerkskammer zu Köln im Bereich Bonn und Rhein-Sieg-Kreis für die Vermittlung zwischen Auszubildenden und Betrieben zuständig. Positiv überrascht hat sie, dass auch viele der jüngeren Teilnehmer sie nach Praktikumsmöglichkeiten im Handwerk befragt haben.


Eine Gruppe von Jungen, alles Mitglieder eines Fußballvereins in Köln-Poll, berichtet, sie sei besonders beeindruckt gewesen von einem Studienergebnis, das Angela Arndt vorgestellt hat: Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erhalten Akademiker mit Fachhochschulabschluss ein durchschnittliches Brutto-Lebensentgelt von zwei Millionen Euro, während Personen mit einem Fortbildungsabschluss, also Berufsausbildung plus Weiterqualifizierung, auf ein durchschnittliches Brutto-Lebensentgelt von 1,94 Millionen Euro kommen. „Da ist der Unterschied gar nicht so groß“, staunt einer der Jungen. Sie hätten zum ersten Mal von Organisationen wie der Handwerkskammer erfahren, sagen sie, und fänden interessant, was die Kammer so mache.

Projekt: Unterschiedliche Fähigkeiten sind gefragt

IKKTrainingscampHennef homann2Auch in der Handwerkspraxis haben die Jugendlichen sich ausprobiert. Dafür hat Yilmaz Dogan gesorgt. Der Kfz-Meister, der auch im Bildungszentrum der Handwerkskammer am Butzweilerhof Auszubildenden das Handwerk näherbringt, hat sich für das Trainingscamp eine besondere Aufgabe überlegt: Die Teilnehmer sollten einen Holzkasten samt Schaltkreis bauen und auf die Oberfläche ein Spielfeld malen. War alles richtig verschraubt, geklebt und verdrahtet, ergab sich ein Ratespiel, bei dem eine grüne Lampe in der Spielfeldmitte leuchtete, wenn Frage und Antwort zueinander passten.


„Das Projekt kann nur einen kleinen Teil des Handwerks abbilden“, erklärt Dr. Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer Bildungspolitik bei der Handwerkskammer zu Köln. „Es ging darum, dass die Jugendlichen sehen, ob sie Spaß daran haben, mit Holz oder mit Elektronik zu arbeiten oder daran, zu lackieren.“ Viele der Teilnehmer, die im nächsten Jahr eine Ausbildungsstelle suchten, könnten das jetzt zielgerichteter tun, so Eickhoff.

Ausbildung – ganz konkret

Einen weiteren Einblick ins Handwerk haben die „Trainingscamper“ dank eines Besuchs der Ausbildungsbotschafter Darleen Schneider und Dawid Gaj erhalten. Die angehenden Orthopädieschuhmacher bzw. Orthopädieschuhmacherin, die ihre Ausbildung bei rahm Zentrum für Gesundheit GmbH in Troisdorf machen, haben beim Projekt mit angepackt, während sie den Camp-Teilnehmern von ihrem Ausbildungsalltag erzählt und Fragen dazu beantwortet haben. „Da sie fast im gleichen Alter sind, haben sie schnell einen Zugang zu den Jugendlichen aufgebaut und konnten sich gut austauschen“, erklärt Angela Arndt. Darüber hinaus hat Thomas Freundlieb, der neben Susanne Müller bei der Handwerkskammer das Ausbildungsbotschafter-Projekt betreut, den Jugendlichen das Konzept erklärt. Dem 17-jährigen Yannik Lambertz hat das Camp viel gebracht, sagt er. Schon vorher hätte er Interesse an einem trialen Studiengang gehabt, aber nicht gewusst, ob er es mit einer Ausbildung zum Tischler oder zum Anlagenmechaniker kombinieren soll. Im Gespräch mit Angela Arndt sei ihm klargeworden, dass Anlagenmechaniker das Richtige für ihn sei. Arndt habe ihm zudem gesagt, an wen er sich für eine ausführliche Beratung wenden könne.


Dr. Eickhoff versichert den Teilnehmern des Trainingscamps zum Abschluss, dass IKK classic und Handwerkskammer sie gerne weiter auf ihrem Weg in eine Ausbildung unterstützen würden. Auch Niklas Kleef und Christian Förster von der IKK classic, die das Camp drei Tage lang begleitet haben, legen das den Jugendlichen nahe und weisen auf die Ausbildungsbörsen von HWK und IKK classic hin – für alle Fußball- und Handwerksbegeisterten, die am Ball bleiben wollen.


Fotos: © Frank Homann

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