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Azubis übernehmen für einen Tag die Bäckerei

Bei Bäckermeister Thomas Puppe können die Lehrlinge zeigen, was sie können. Der erste, von den Junghandwerkern selbst organisierte Azubi-Tag war ein voller Erfolg. Es wird nicht der letzte bleiben.

Bäckermeister Thomas Puppe (2.v.r.) hat seinen Auszubildenden für einen Tag das Zepter in einem der 13 Geschäfte überlassen. Die jungen Bäcker, Konditoren und Fachverkäuferinnen dankten es ihrem Chef mit breit geschwelter Brust und einem Lächeln im Gesicht. (Foto: © Ingo Lammert)

Die Idee, einen Ausbildungstag zu organisieren, geisterte schon lange durch sein Gehirn. Nun hat Bäckermeister Thomas Puppe sie umgesetzt beziehungsweise umsetzen lassen. "Nachdem meine Mitarbeiterin aus dem Büro ihre Ausbilderprüfung bestanden hatte, sollte sie gleich mit unseren Lehrlingen ein Konzept für den Azubi-Tag ausarbeiten." Eingebunden waren alle elf Auszubildenden – vier aus dem Verkauf, vier aus der Backstube und drei aus der Konditorei. Unterstützt wurden sie von ihren Ausbildern. "In der Vorbereitung gab es drei feste Treffen von jeweils zwei Stunden. Jeder hat sich Hausaufgaben mitgenommen und die Ergebnisse beim nächsten Mal in der Gruppe vorgestellt", erklärt Thomas Puppe. Doch auch zwischendurch konnten sich die Veranstaltungsplaner im Besprechungsraum der Düsseldorfer Bäckerei für zwei, drei Stunden austauschen.

Schließlich gab es viel zu tun: Die Auszubildenden sollten sich eigene Rezepte ausdenken, die Waren probeweise backen, deren Preis kalkulieren, die Produkte beschreiben, Preisschilder gestalten, eine Pressemitteilung verfassen. Um ihr Können vorzuführen, mussten auch die Räumlichkeiten stimmen. "Von unseren insgesamt 13 Geschäften kommen nur drei infrage, weil wir dort einen Holzback- oder Etagenofen sowie genügend Arbeitsflächen für die Bäcker und Konditoren haben."

Viele neue Kreationen präsentiert

Mitte Mai war es dann endlich so weit. "Damit wir morgens und nachmittags Action haben, hat eine Gruppe von 6 bis 13 Uhr, der Rest von 13 bis 19 Uhr den Laden geschmissen", beschreibt der Bäckermeister das Zweischichtsystem des Azubi-Tages. Den Kunden wurden mit einer Rotwein-Walnuss-Kruste und einem Spargelbrot in A-wie-Azubi-Form zwei neue Brotkreationen geboten. Die angehenden Konditoren haben Plätzchen mit den Schriftzügen "Azubi-Tag 17" oder "Azubis an die Macht" verziert sowie Maracuja-Törtchen und Mozartkugeln hergestellt. Für Präsentation und Absatz der Waren zeichneten die Verkäuferinnen verantwortlich.

Den Kunden hat es gefallen. "Es war zwar etwas wuseliger als sonst im Laden, aber es gab total viel positive Resonanz", fasst Thomas Puppe seine Eindrücke zusammen. Der Azubi-Event sei Werbung für das Bäckerhandwerk, aber auch für den eigenen Betrieb gewesen. Vor allem die Schüler eines benachbarten Berufskollegs waren schwer beeindruckt. "Die fanden total gut, dass auch Auszubildende zeigen durften, was sie können und wie stolz sie auf ihr Handwerk sind."

Nicht alle Azubis sind Plaudertaschen

Vom ersten Azubi-Tag hat der Chef vieles mitgenommen. Eine Erkenntnis: Externe Kommunikation ist nicht jedermanns Sache. "Während eine unserer Konditorinnen sehr lebhaft von ihrem vierwöchigen Praktikum bei Harrods erzählt hat, hat ein Azubi aus der Backstube beim Gespräch mit der Presse kaum die Zähne auseinanderbekommen." Intern klappt die Verständigung dafür umso mehr. "Sonst hatten die Jungs aus der Produktion nichts mit den Mädels aus dem Verkauf zu tun. Nun fühlen sie sich als Gruppe." Durch die gemeinsame Planung hätten alle Azubis einen "globaleren Blick auf den Betrieb" bekommen. Doch nicht nur die Junghandwerker standen unter Beobachtung. "Der Ausbilder aus der Backstube ist der ,Thronfolger’ unseres Produktionsleiters. Für mich war es auch wichtig zu sehen, wie er diese Aktion umsetzt."

Eines ist Thomas Puppe vom Ausbildungstag besonders in Erinnerung geblieben: das Lächeln auf den Gesichtern seiner Azubis. "Junge Menschen haben Spaß daran, Verantwortung zu übernehmen. Und diese Motivation hält immer noch an." Der Azubi-Tag soll künftig einen festen Platz im Terminkalender der Bäckerei Puppe haben. 

Text: Bernd Lorenz; Foto: © Ingo Lammert

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