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Der weibliche Fokus auf die Schrecken des Krieges

Vom 8. März bis zum 10. Juni ist im Düsseldorfer Kunstpalast die Ausstellung "Fotografinnen an der Front" zu sehen. Gezeigt werden die Arbeiten von acht, das Genre prägenden Bildjournalistinnen.

Anja Niedringhaus: Amerikanische Marineinfanteristen führen eine Razzia im Haus eines irakischen Abgeordneten im Stadtteil Abu Ghraib durch; Bagdad, Irak, November 2004 Foto: Kunstpalast © picture alliance / AP Images
Anja Niedringhaus: Amerikanische Marineinfanteristen führen eine Razzia im Haus eines irakischen Abgeordneten im Stadtteil Abu Ghraib durch; Bagdad, Irak, November 2004

Für Felix Krämer erfüllt sich mit dieser Ausstellung "ein Herzenswunsch". Die Arbeiten der 2014 in Afghanistan ums Leben gekommenen Fotojournalistin Anja Niedringhaus sind dem Generaldirektor des Düsseldorfer Kunstpalastes schon vor Jahren aufgefallen. 2017 konnte er dank der finanziellen Unterstützung der Freunde des Kunstpalastes über 70 ihrer Fotografien erwerben. Die Kuratorinnen Anne-Marie Beckmann und Felicity Korn haben auf dieser Grundlage nun die Ausstellung "Fotografinnen an der Front" zusammengestellt. Gefördert wird sie von der Kulturstiftung des Bundes und der Rudolf-Augstein-Stiftung.

Bilder von zeitloser Relevanz

Foto: © Dotation Catherine Leroy Foto: © Dotation Catherine Leroy "Der wesentliche Beitrag von Frauen zur Kriegsfotografie ist bisher nicht ausreichend gewürdigt worden", so Krämer. Die Ausstellung im Kunstpalast zeige, dass in der Kriegsberichterstattung, wie in allen anderen Sparten der Fotografie, Bilder von zeitloser Relevanz entstanden seien. "Sie liefern nicht nur wichtige Anregungen für vielfältige Diskurse, sondern ihnen gebührt auch eine angemessene museale Anerkennung." Mit der aktuellen Ausstellung will der Generaldirektor des Düsseldorfer Kunstpalastes generell auch die journalistische Fotografie stärken. Er habe den Eindruck, dass es Vorbehalte gegen sie gebe und dass sie weniger wahrgenommen werde als die Kunstfotografie.

Rund 140 Fotos von acht Kriegsfotografinnen

Bis zum 10. Juni werden circa 140 Aufnahmen von verschiedenen Kriegsschauplätzen zu sehen sein – beginnend beim Spanischen Bürgerkrieg bis hin zum Konflikt in Libyen. Neben den Fotos von Anja Niedringhaus (1965-2014) können die Bilder von Carolyn Cole (*1961), Françoise Demulder (1947-2008), Catherine Leroy (1944-2006), Susan Meiselas (*1948), Lee Miller (1907-1977), Christine Spengler (*1945) und Gerda Taro (1910-1937) begutachtet werden.

Mit "Fotografinnen an der Front" schärft der Kunstpalast aus Sicht von Thomas Geisel sein Profil. "Fotografie ist das wichtigste Bildmedium des 21. Jahrhunderts", beruft sich der Düsseldorfer Oberbürgermeister auf die Expertise von Felix Krämer. Die Ausstellung werde viele begeisterte, aber auch nachdenkliche Besucher finden.

Text: / handwerksblatt.de
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