(Foto: © Brainpool)

Keramik: "Stille Stars" in Film und Werbung

Eine Ausstellung im Porzellanikon in Selb beleuchtet erstmals die stille, aber starke Rolle von Keramikartikeln in Filmen, Werbespots und Zeitschriften.

Wer kennt sie nicht, die legendären Werbefilme von Dr. Oetker mit Frau Renate aus den 1950er-Jahren oder die klassischen Kellogg’s-Werbespots, die uns durch die 1980er-Jahre begleiteten? Und wer erinnert sich nicht gerne zurück an die Kultserien von Pastewka, Stromberg und an die Kinofilme von Loriot bis James Bond? Sie alle haben eines gemeinsam: Die "stillen Stars".

Das besondere Lifestyle-Gefühl

Es gibt kaum eine Film- und Werbeproduktion, die ohne Teller, Tassen und Figuren, Waschbecken oder Fliesen auskommt. Als bewusst platziertes Element in Kinofilmen, Werbespots oder auf Zeitschriftentiteln transportieren sie Botschaften, illustrieren einen bestimmten Zeitgeist oder erzeugen ein besonderes Lifestyle-Gefühl. Mit der Sonderausstellung "Stille Stars: Keramik in Film und Werbung" rückt das Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan vom 27. Juli 2019 bis 26. Januar 2020 diese stummen Darsteller ins große Rampenlicht und beleuchtet ihren Einsatz und ihre Wirkung in den jeweiligen Medien.

Vielfältige mediale Zusammenhänge

Foto: © ZADP Bestand Hutschenreuther-Archiv, Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger / Selb

Gezeigt werden Filmszenen, Werbeclips und Werbefotos aus verschiedenen Ländern in Europa, darunter Deutschland, England, Spanien, Schweden, Finnland – von den 1930er Jahren bis zum aktuellen Kinofilm heute. Aufwendige Inszenierungen und Medienstationen laden ein, in die bunte Welt der Kinofilme, Werbespots und Hochglanz-Magazine einzutauchen. Auf insgesamt 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche erleben die Besucherinnen und Besucher, in welche vielfältigen medialen Zusammenhänge keramische Produkte eingebunden sind und welche visuellen, oftmals versteckten Botschaften und Codes durch sie vermittelt werden.

Von Loriot bis Sherlock Holmes

Zu den prominenten deutschen Filmen zählen etwa der Loriot-Klassiker "Pappa ante Portas" mit dem markanten Indisch Blau-Service, das die kleinbürgerliche Welt des Protagonisten Heinrich Lohse illustriert, aber auch die Kultserien "Pastewka" und "Stromberg". So begleitete die legendäre "Capitol"-Werbetasse mit der prägnanten Aufschrift "Sorgenfrei" den Hauptdarsteller Bernd Stromberg von Folge zu Folge durch seinen nicht immer so unbeschwerten Büroalltag. Die "Home Sweet Home"-Teetasse der Londoner Porzellandesignerin Ali Miller wurde nach ihrem Auftritt in der Sherlock Holmes Serie sogar zum Verkaufsschlager.

 

Hintergrund: Die Basis für die Sonderausstellung wurde im Rahmen des Projektes "Ceramics and its Dimensions" gelegt, das durch Mittel des EU-Programms "Kreatives Europa" gefördert wurde. In einem umfassenden Programm werden verschiedenste Aspekte der Ausstellung zum Mitmachen angeboten: Dabei wird Keramik in Real- und Trickfilmen wirkungsvoll in Szene gesetzt, passendes Geschirr für bekannte Helden und Bösewichte gestaltet und mit Spezialeffekten experimentiert. Sowohl künstlerisch-kreative als auch technische Fragen rund um das Thema Filmproduktion werden anschaulich und spannend behandelt. Eine individuelle Erkundungstour ist mit einer interaktiven Schnitzeljagd mittels einer speziellen App möglich. Unter freiem Himmel wird vom 30.07. bis 04.08.2019 auf dem Festplatz des Porzellanikons in Selb eine vielfältige Filmauswahl vorgeführt.
Ausstellung: Mehr zur Ausstellung gibt es online hier nachzulesen.

Text: / handwerksblatt.de

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