"Von Salvador bis Dalí" heißt die Ausstellung, die bis zum "32" (!) August 2016 in Lüttich zu sehen ist. (Foto: © Europa 50)

Großer Bahnhof für Salvador Dalí

In Lüttich geht's direkt vom Zug in die magische Welt des großen Surrealisten. Und auch sonst hat die schöne alte Stadt an der Maas viel Neues zu bieten.

Wer kennt sie nicht, die schmelzenden Uhren, das Hummer-Telefon und die bizarren Tierfiguren von Salvador Dalí (1904-1989)? "Von Salvador bis Dalí" heißt die Ausstellung, die bis zum "32" (!) August 2016 in Lüttich (französisch "Liège", flämisch "Luik") zu sehen ist. Seit der Eröffnung im Jahr 2009 wird die Parkebene von Santiago Calatravas schneeweißem TGV-Bahnhof Liège-Guillemins für außergewöhnliche Ausstellungen genutzt.

Jetzt macht also Dalí für sechs Monate dort Station, nach Shanghai, London, Singapur, Paris und Tokio. Auf 2000 Quadratmetern sind über 150 Kunstwerke zu einer fantastischen Schau für die ganze Familie inszeniert. Jeder der verschachtelten Räume eröffnet neue Einblicke in das Lebenswerk des extravaganten Medienstars.
ExpoDali19 Europa 50 146780Schon als Junge äußerst selbstbewußt
"Ich werde ein Genie sein, die Welt wird mich bewundern!" wusste schon der kleine Salvador. Ruhm und Geld - beides wurde ihm schon in jungen Jahren zuteil. Selbstironisch machte er sich darüber lustig, als er eine lebensgroße Skulptur seiner selbst im schwarzen Frack in eine Badewanne voller Goldmünzen legte. Skulpturen, Bilder, Kostüme, Schmuck oder Möbel - auf jedem Feld hat sich der von der Psychoanalyse faszinierte Dalí betätigt. Immer wieder tauchen Traumsymbole wie Augen, Eier, Krücken, Schubladen und bedrohliche Insekten wie Ameisen und Heuschrecken in seinem Werk auf.
ExpoDali2 Europa 50 146763Ausstellungshöhepunkte 2016
Die Dalí-Ausstellung ist nicht das einzige Highlight, von dem sich die einst so prunkvolle und reiche Metropole an der Maas (ca. 194 000 Einwohner) im Dreiländereck Belgien-Deutschland-Niederlande wieder internationale Bedeutung verspricht (2017 kandidiert sie für die Weltausstellung). Am 5. Mai eröffnet das neu gestaltete Museum "La Boverie" seine Pforten mit der Impressionisten-Ausstellung "En Plein Air" ("Im Freien"; bis 15.8.2016). Der ehemalige Palast der Weltausstellung von 1905 liegt in einer weitläufigen Parkanlage auf einer Insel zwischen der Maas und einem Seitenkanal der Ourthe - im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel der Lütticher. Eine neue Fußgängerbrücke führt in direkter Achse über die Maas in Richtung Bahnhof.

Neue Museen in Lüttich
Historische Gebäude wurden zu neuen Museen umgestaltet, so wie das Grand Curtius (Glaskunst, antike Waffen) und das Museum für wallonische Volkskunde. Im Viertel Longdoz entstand das hypermoderne Einkaufs- und Kulturzentrum "Médiacité". Für Touristen aus NRW ist ein Besuch in Lüttich besonders attraktiv: Nur eine Zugstunde von Köln entfernt kann man schon französisches Flair schnuppern. Nicht zuletzt in den vielen Brasserien und Restaurants in der Altstadt und dem Viertel Outremeuse, in dem die Krimis des Lüttichers Georges Simenon spielen.

Fotos: © Europa 52; Text: Barbro Schuchardt
{igallery id=2195|cid=803|pid=1|type=category|children=0|addlinks=1|tags=|limit=9}

Info: Belgien Tourismus Wallonie Brüssel
 
Anreise
Der Thalys fährt mehrmals täglich von Köln, Düsseldorf, Essen und Duisburg nach Lüttich.
Die Dalí-Ausstellung ist täglich ab 10.30 Uhr geöffnet. Tickets ab 12 Euro.
Museum La Boverie: Dienstag bis Freitag 10-18 Uhr. Impressionisten-Ausstellung "En Plein Air" (5. Mai bis 15. August 2016). Tickets 12 Euro.
 
Hotel-Tipp
Schnuckeliges Drei-Sterne-Hotel "Hors Château" im historischen Gebäude in der gleichnamigen Gasse - eine der schönsten in der Altstadt. DZ ab 95 Euro. Nobel: Das neue Crowne Plaza, fünf Sterne, Bars, Restaurants, Wellness, große Zimmer. DZ ab 130 Euro.
 
Restaurant-Tipp
Klassisch belgisch bodenständig: "As Ouhès" im Zentrum am Perron-Brunnen. Einfach und urig: "La Brasserie", Place de la Cathédrale 3. Tel 0032/(0)4/2221386
 
Literatur-Tipp
Rolf Minderjahn "Lüttich - Unterwegs in der leuchtenden Stadt an der Maas" - alle Infos auf neuestem Stand. Grenz-Echo-Verlag (GEV), 144 S., 15 Euro
Ein Bollecke, was sonst?
So kreativ ist Dublin
100. Jahrestag der Schlacht um Verdun
Das Herz der Wallonie

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: