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Handwerk begrüßt Regeln zur Gewinnbesteuerung

Eine gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage soll dafür sorgen, dass Unternehmen ihre Gewinne nicht künstlich kleinrechnen oder in andere EU-Länder verschieben können.

Die GKKBsoll die Wirtschaftstätigkeit im Binnenmarkt erleichtern (Foto: © pedrosek/123RF.com)

Die Europäische Kommission nimmt einen neuen Anlauf für eine Reform der Unternehmensbesteuerung in der EU. Der von der Kommission präsentierte Vorschlag bietet ein einheitliches Regelwerk, das grenzübergreifend tätige Unternehmen in der EU nutzen könnten, um ihre steuerbaren Gewinne zu berechnen, sodass sie nicht mehr mit verschiedenen nationalen Systemen zu tun hätten. Die gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB) wird laut Kommission somit die Wirtschaftstätigkeit im Binnenmarkt erleichtern, die damit verbundenen Kosten senken und als wirkungsvolles Instrument zur Bekämpfung der Steuervermeidung dienen.

"Das deutsche Handwerk begrüßt den Vorschlag für eine überarbeitete gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB)", erklärt dazu Holger Schwannecke. "Unterschiedliche steuerliche Bemessungsgrundlagen bei der Körperschaftsteuer in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten sind nach wie vor eine große Hürde im EU-Binnenmarkt und führen zu erheblichen Befolgungskosten für die Unternehmen", so der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Das Unternehmenssteuerrecht in Europa müsse übersichtlicher gestaltet werden, auch um Steuerschlupflöcher abzubauen.

Steuerwettbewerb soll transparenter werden

Die EU-Kommission wage einen Schritt hin zu einer stärkeren Harmonisierung des Unternehmenssteuerrechts in Europa. "Damit sollte der Steuerwettbewerb transparenter werden. Zudem kann dieser Schritt die Basis für ein europäisches Unternehmenssteuerrecht schaffen, das Personenunternehmen eine bessere und leichtere Teilhabe am europäischen Integrationsprozess ermöglicht", sagt Schwannecke. Aus Sicht des Handwerks sei erfreulich, dass die GKKB für kleine Unternehmen, die nicht grenzüberschreitend tätig, nicht verpflichtend eingeführt werden soll. "Die schrittweise Einführung der GKKB ist aus unserer Sicht jedoch nicht optimal. Der vorgeschlagene Mechanismus für einen grenzüberschreitenden Verlustausgleich kann aber helfen, eine Übergangszeit zu überbrücken."

Im Jahr 2011 hatte die Kommission die gemeinsame Bemessungsgrundlage erstmals mit dem Ziel vorgeschlagen, den Binnenmarkt für Unternehmen zu stärken. Die Mitgliedstaaten erzielten zwar erhebliche Fortschritte in Bezug auf viele Kernelemente des früheren Vorschlags, konnten sich jedoch letztlich nicht einigen. Die Kommission will nun die unternehmensfreundlichen Elemente des damaligen Vorschlags verstärken, um grenzüberschreitend tätige Unternehmen bei der Reduzierung von Kosten und Verwaltungsaufwand zu unterstützen und die Innovation zu fördern. Die neu aufgelegte GKKB soll außerdem gleiche Ausgangsbedingungen für multinationale Unternehmen in Europa schaffen, indem häufig zur Steuervermeidung genutzte Schlupflöcher geschlossen werden.

Einführung der GKKB soll aus zwei Stufen bestehen

Zwei weitere Vorschläge haben das Ziel, das derzeitige System für die Beilegung von Streitigkeiten zur Doppelbesteuerung in der EU zu verbessern und die bestehenden Vorschriften zur Verhinderung von Missbrauch zu verschärfen. Um zügige Fortschritte zu erzielen soll das Verfahren zur Einführung der GKKB aus zwei Stufen bestehen. In Bezug auf die gemeinsame Bemessungsgrundlage sei eine rasche Einigung möglich, so dass ihre wesentlichen Vorteile sowohl für Unternehmen als auch für die Mitgliedstaaten schnell zum Tragen kommen könnten. Die Konsolidierung soll wenig später eingeführt werden.


Foto: © pedrosek/123RF.com

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