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Deutschland soll mehr in Bildung investieren

Dem EU-Bildungsbericht zufolge muss Deutschland mehr in Bildung investieren. Das duale Ausbildungssystem sei gut etabliert, aber das reiche nicht überall aus, um genügend Auszubildende zu gewinnen.

Deutschland hat seine Ergebnisse im Vergleich zu den vorherigen Jahren zwar verbessert, dennoch seien mehr Investitionen nötig (Foto: © piksel/123RF.com)

Die EU-Mitgliedstaaten sollen ihre Bildungssysteme bedarfsorientierter und inklusiver gestalten, besonders mit Blick auf die Integration von Zuwanderern. Das fordert der Anzeiger für die allgemeine und berufliche Bildung 2016. In diesem Bericht analysiert die Europäische Kommission, wo die EU und die nationalen Systeme derzeit stehen.

Deutschland hat seine Ergebnisse im Vergleich zu den vorherigen Jahren verbessert. Im Jahr 2015 betrug der Anteil früher Schul- und Ausbildungsabgänger (18-24 Jahre) in Deutschland 10,1 Prozent und lag damit knapp unter dem EU-Durchschnitt von 11 Prozent. Hier hat Deutschland sich im Vergleich zu 2012 um 0,4 Prozentpunkte verbessert. Positiv schneidet Deutschland im EU-Vergleich außerdem bezüglich der Beschäftigungsrate von Absolventen ab. Hier lag 2015 der Wert für Deutschland bei 90,4 Prozent und damit 1,5 Prozentpunkte höher als 2012. Der EU-Durchschnittswert lag 2015 bei nur 76,9 Prozent.

Aufholbedarf beim lebenslangen Lernen

Allerdings gebe es in Deutschland noch Aufholbedarf was das lebenslange Lernen von Erwachsenen betrifft. Hier hat sich Deutschland seit 2012 nur um 0,2 Prozentpunkte verbessert und liegt mit 8,1 Prozent im Jahr 2015 unter dem EU-Durchschnitt von 10,7 Prozent. Dem Bericht zufolge muss Deutschland mehr in sein Bildungswesen investieren. Ein Problem sei zunehmende Bedeutung der sozio-ökonomischen Herkunft für den Bildungserfolg. Auch der Fachkräftemangel sei eine Herausforderung für Deutschland. Obwohl das duale Ausbildungssystem gut etabliert sei, reiche es in bestimmten Regionen nicht aus, um genügend Auszubildende anzuziehen. Auch deshalb müsse Deutschland die häufig jungen und gut ausgebildeten Flüchtlinge und Migranten im Bildungsbereich besser integrieren.

Junge Menschen mit Migrationshintergrund erzielten jedoch nach wie vor schlechtere Ergebnisse als im Land geborene Jugendliche. 2015 war in dieser Gruppe die Quote der frühen Schulabgänger höher (19 Prozent) und die der Hochschulabschlüsse geringer (36,4 Prozent) als unter den einheimischen Jugendlichen (10,1 Prozent bzw. 39,4 Prozent). Die Mitgliedstaaten müssten daher ihre Anstrengungen verstärken – vor allem angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen und Migranten, die in die EU kommen.

Foto: © piksel/123RF.com

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