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Arbeitslosengeld für die Meisterausbildung

Ein Zimmerer, der seinen Job kündigt, um einen einjährigen Meisterkurs zu besuchen, erhält Arbeitslosengeld ohne dreimonatige Sperrzeit. 

Meisterausbildung; Arbeitslosengeld
Die Ausbildung zum Meister kann man mit dem Arbeitslosengeld überstehen (Foto: © gwolters/123rf.com)

Ein Zimmerer hatte seinen Job aufgegeben, um sich zum Meister weiter zu bilden. Das Arbeitsamt verhängte wegen der Eigenkündigung die üblichen drei Monate Sperrzeit für sein Arbeitslosengeld. Es sei zwar grundsätzlich zu begrüßen, so die Behörde, wenn sich ein Facharbeiter weiterqualifiziere. Jedoch könne dies nicht soweit führen, dass ohne konkret drohende Kündigung ein Beschäftigungsverhältnis aufgegeben werde und für die Sicherung des Lebensunterhalts Leistungen der Versichertengemeinschaft gefordert würden. Der Zimmerer klagte dagegen.

Das Urteil: Das Sozialgericht Karlsruhe hob die Sperrzeit auf. Der Zimmerer habe seine Arbeit zwar aufgegeben, er habe für sein Verhalten aber einen wichtigen Grund gehabt. Nämlich, an dem Vorbereitungskurs zum Zimmerermeister teilnehmen zu können.

Sein Verhalten sei nicht sozialwidrig, wenn man sein Interesse, sich beruflich weiterzubilden mit dem Interesse der Solidargemeinschaft abwäge. Er habe einen nachvollziehbaren Beweggrund für sein Handeln, das auch durch die Berufsfreiheit grundrechtlich gedeckt sei. Ebenso sei zu beachten, dass die Bildungsmaßnahme nicht berufsbegleitend hätte durchgeführt werden können.

Außerdem entspreche das Verhalten des Zimmerers den Interessen der Versichertengemeinschaft, da durch die Weiterbildung nicht nur das Risiko zukünftiger Arbeitslosigkeit sinke, sondern auch die Chance künftiger höherer Beitragsleistungen bestehe.

Sozialgericht Karlsruhe, Urteil vom 9. November 2016, Az. S 17 AL 1291/16

aki; Foto: © gwolters/123rf.com

Leserkommentare

16.12.2016 12:33:04 Uhr
Die Redaktion

Ihr Kommentar: "Tolle Regelung"

zitiere Lars:

Ich find das eine tolle Regelung. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass ich die Meisterprüfung während der Arbeitslosigkeit schon hätte machen können. Zwar war ich unverschuldet arbeitslos, weil mein Betrieb aufgelöst wurde, aber mir wurde das auch nie angeboten. Ich hab dann in meinem neuen Betrieg meinen Industriemeister bei FAIN machen können und zwar dann online nebenher. Aber man merkt schon, wie anstregend das ist.


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15.12.2016 05:38:24 Uhr
Lars

Tolle Regelung

Ich find das eine tolle Regelung. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass ich die Meisterprüfung während der Arbeitslosigkeit schon hätte machen können. Zwar war ich unverschuldet arbeitslos, weil mein Betrieb aufgelöst wurde, aber mir wurde das auch nie angeboten. Ich hab dann in meinem neuen Betrieg meinen Industriemeister bei FAIN machen können und zwar dann online nebenher. Aber man merkt schon, wie anstregend das ist.

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