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Den Jahreswechsel steuerlich gestalten

Am Jahresende können Handwerker noch gezielt Einfluss nehmen auf Einnahmen und Ausgaben und somit auch auf die Steuerlast.

Foto: Fotolia/www.pelzinger.de

Die meisten Unternehmen sind in den Wochen vor Jahresende hektisch mit dem Abschluss befasst. Vor Jahresende heißt aber auch, dass sie noch gezielt Einfluss auf Einnahmen und Ausgaben nehmen können. Wir haben sechs Steuertipps zusammengestellt.

Einnahmen verschieben: 

Viele Handwerksbetriebe ermitteln ihren Gewinn per Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Hier gilt das sogenannte Zufluss-/Abfluss-Prinzip. Grundsätzlich gilt hier: Einnahmen werden in dem Jahr berücksichtigt, in dem sie tatsächlich auf dem Konto eingegangen sind. Ausgaben werden in dem Jahr berücksichtigt, in dem sie tatsächlich gezahlt worden sind.

Bei den Einnahmen hat das Zufluss-Prinzip den Vorteil, dass diese erst dann versteuert werden müssen, wenn sie auf dem Konto eingegangen sind. Wer den geplanten Jahresumsatz bereits erzielt hat und sich nicht sicher ist, ob es im kommenden Geschäftsjahr wieder so gut läuft, verschiebt einfach Einnahmen ins nächste Jahr. Rechnungen für laufende oder abgeschlossene Projekte sollten dann erst im neuen Jahr gestellt werden.

Achtung: Prüfen Sie, ob Sie es sich leisten können, Einnahmen in die Zukunft zu verschieben, ohne das Unternehmen zu gefährden. Hier ist es empfehlenswert, gemeinsam mit dem Steuerberater eine Planungsrechnung zu erstellen. Tipp: Ziehen Sie Einnahmen vor, wenn die finanzielle Lage im Betrieb angespannt ist. Möglich sind beispielsweise Abschlagszahlungen, Abrechnen von Teilleistungen oder Vorauskasse für Aufträge.

Ausgaben Vorziehen: 

Geld Euro bezahlen 123rf kopieWer seine individuelle Steuerlast senken will, sollte auf Einkaufstour gehen. Damit sich die Kosten direkt als Betriebsausgabe auswirken, muss es sich um Wirtschaftsgüter handeln, die selbstständig nutzbar sind. Außerdem dürfen die sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG) nicht mehr als 410 Euro netto kosten, damit man sich den Sofortabzug sichern kann.

Die Familie macht das schon: 

Im Stress des vorweihnachtlichen Betriebs kann es sinnvoll sein, Familienangehörige einzustellen. Steuervorteile können sich beispielsweise dadurch ergeben, dass der Grundfreibetrag und andere Freibeträge sowie Progressionseffekte ausgenutzt werden. Allerdings müssen Selbstständige darauf achten, dass gegenläufige Effekte wie zu zahlende Sozialversicherungsbeträge den Vorteil nicht zunichtemachen. Außerdem muss das Anstellungsverhältnis mit dem Angehörigen dem Fremdvergleich standhalten.

Abschreibung im Voraus: 

Wer innerhalb der nächsten drei Jahre beispielsweise neue Werkzeuge oder Maschinen kaufen will, kann für die geplanten Anschaffungen bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Kosten steuermindernd geltend machen. Neu seit diesem Jahr: Unternehmer müssen das Wirtschaftsgut, das sie anschaffen wollen, nicht mehr bezeichnen. Sie können also erst in den nächsten Jahren entscheiden, was genau mit dem Investitionsabzugsbetrag gekauft werden soll.

Vorsteuer, aber pauschal: 

Handwerker, die die Möglichkeit der Vorsteuerpauschalierung nutzen, sollten darauf achten, dass ihr Umsatz 2016 den Betrag von 61.356 Euro nicht überschreitet. Wenn sie unter dieser Summe bleiben, dürfen sie ihre Vorsteuer bei der Umsatzsteuer nach festgelegten Durchschnittssätzen pauschal ermitteln. Diese liegen bei Tischlern bei neun Prozent des Umsatzes oder bei Installateuren bei 8,4 Prozent des Umsatzes.

Weihnachtsfeier: 

Bei der Weihnachtsfeier sind Zuwendungen bis zu einem Freibetrag von 110 Euro pro Arbeitnehmer steuerfrei. Erst die Kosten oberhalb dieses Betrags werden als geldwerter Vorteil steuerpflichtig. Dabei wird nicht darauf geschaut, was der einzelne Angestellte isst und trinkt. Die Kosten werden auf alle Arbeitnehmer gleichermaßen umgelegt. Bringt der Angestellte eine Begleitperson mit, wird der Anteil, der auf die betreffende Person entfällt, dem Mitarbeiter zugerechnet.

Die Begleitung erhält keinen eigenen Freibetrag. Falls es in diesem Jahr etwas Besonderes sein soll und die Kosten über dem Freibetrag liegen, müssen die Arbeitnehmer den jeweils übrigen, anteiligen Betrag versteuern. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber bei der nächsten Gehaltsabrechnung den überzähligen Betrag auf das Gehalt draufschlagen muss. Damit werden für den Zusatzbetrag nicht nur Steuern, sondern auch Sozialversicherungsbeiträge fällig.

Tipp:
Arbeitgeber können den geldwerten Vorteil für die Arbeitnehmer auch pauschal mit 25 Prozent Lohnsteuer versteuern. 

Autorin: Constanze Elter. Journalistin. Autorin. Moderatorin. www.constanze-elter.de
Fotos: www.pelzinger.de / 123rf

 

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