Des Bleiglasers Lieblingsrezept

Historische Glasgeschichten wie die von der Madonna von Milano faszinieren Martina Kubos. ­Gleichzeitig pickt sie aus den Büchern einige typische Rezepte der Branche heraus.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Handwerk kocht: Wir suchen Ihr Rezept!
Foto: Oliver Krato

"Vielleicht ist es nicht historisch exakt belegt, aber zumindest wäre es dann ganz gut erfunden", sagt Martina ­Kubos über das Rezept für das "­Risotto alla Milanese", das sie in einem Buch entdeckt hat. "Über den Ursprung dieses Gerichtes gibt es zwei unterschiedliche Geschichten. Die netteste reicht zurück bis ins Ende des 15. Jahrhunderts und ist mit der Errichtung des ebenso berühmten Mailänder Domes verknüpft", macht die Unternehmerfrau von der Glaswerkstatt Hans-Joachim Kubos aus Petershagen-Meßlingen neugierig auf die Entstehungsgeschichte eines Risottos.

handwerkDemzufolge gelingt es einem tüchtigen Schüler eines damals bekannten Glaskünstlers durch die Hinzugabe von Safran wunder­volle Gelbtöne zu erzielen. Eines Tages, man weiß nicht, ob absichtlich oder zufällig, fällt dem jungen Mann etwas Safran in den daneben brodelnden Risottotopf. Die Farbe des fertig gekochten Gerichtes war so außergewöhnlich und einmalig, dass das frisch entdeckte Risotto von allen Anwesenden begeistert gelobt und innerhalb kürzester Zeit in der ganzen Stadt bekannt wurde. Das Gericht bekam den Namen Mailänder Risotto und zählt heute noch zu den bekanntesten Gerichten der Mailänder Küche.

HandwerkEtwa zehn Glaserrezepte hat Martina Kubos bislang zusammengetragen. Die Rezepte wie "Bleiglasers Lieblingswaffeln", ­"Hering sauer" oder "Flammkuchen" bestehen meistens aus einfachen Zutaten. "Damals hatten die Arbeiter nicht viel Geld. Die Lebensmittel mussten preiswert und nahrhaft sein", hat sie bei ihren vielen Recherchen herausgefunden.

In einem kleinen Büchlein zusammengefasst, geben Hans-Joachim und Martina Kubos die Glaserrezepte nicht nur gerne an ihre Kunden weiter. "Weihnachten gibt es bei uns traditionell Sahnehering mit Bratkartoffeln," betont Martina Kubos, dass die Glasergerichte nicht nur gesammelt, sondern auch einen festen Platz auf dem Speiseplan der Glaserfamilie haben.

HandwerkSo auch eine eigens entwickelte Spezialität: einen Glaserkuchen. "Beim Rührkuchen füge ich für den Geschmack und die Farbe Lebensmittelfarben wie Waldmeister, Zitrone und Himbeere bei. Wird der Kuchen wie ein Marmorkuchen verrührt und dann an­geschnitten, wirken die einzelnen Scheiben wie unser Verlaufsglas", freut es Martina Kubos, dass auch die Tochter dieses Rezept übernommen hat. Für das Kochbuch "Handwerk kocht" der Verlagsanstalt Handwerk haben der gelernte Glaser und Kunstglaser und die ehemalige Fremdsprachensekretärin das berühmte Mailänder

Risotto zubereitet.

Fotos: © Oliver Krato

Risotto für 2 Personen

Zutaten

1 EL Butter
1 kleine Zwiebel
125 g Reis (für Risotto)
½ TL Safranfäden, fein gerieben
250 ml heiße Fleischbrühe (instant)
3 cl Wein
1 EL Butter
50 g Parmesan, frisch gerieben
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Die Butter in einem Topf zergehen ­lassen, die fein gehackte Zwiebel darin glasig dünsten, ­Safran dazu, den Risotto­reis ­hinzugeben, kurz mitbraten, dann mit ­einem Schuss heißer Fleischbrühe ­ablöschen. Warten, bis der Reis die ganze Flüssigkeit aufgesogen hat, dann wieder ­einen Schluss Brühe dazu usw. Dabei ­immer wieder umrühren, damit der Reis nicht anbrennt. Ist die ganze Brühe verarbeitet, je nach Belieben Weißwein hinzugeben. Dann noch 1 EL Butter unter den Reis mischen, ­damit er schön sämig wird. Parmesan dazu und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Der Reis muss immer noch einen bissfesten Kern haben.

Einsendung
Kochen Sie gerne? Oder Ihr Mann oder Ihre Frau? Dann ­auf­gepasst: Wir suchen ­Koch­rezepte von ­Handwerkern und ihren Familien! ­Unser ­Verlag möchte aus den ­eingereichten ­Rezepten die besten auswählen, im ­Deutschen Handwerksblatt ver­öffentlichen und später daraus ein ­schönes Kochbuch ­gestalten. Jeder Betrieb aus dem Handwerk kann bei unserer Verlags­ausschreibung ­mitmachen. Sollten Sie das Rezept nicht von der Oma, sondern aus einem Kochbuch ­haben, wären wir für die Fundstelle ­dankbar, damit wir uns um die ­Nachdruckrechte ­kümmern können.
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