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Begeisterte Botschafterin für Erasmus+

Als EuroApprentice wirbt die angehende Technische Produktdesignerin Lena Wacker bei Schülern, Eltern, Auszubildenden und Ausbildungsverantwortlichen für einen Auslandsaufenthalt in Europa.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Berufserfahrung im Ausland sammeln
Im Rahmen der Europaministerkonferenz der Bundesländer in Dortmund am 27. März 2019 hat EuroApprentice Lena Wacker ein kurzes Statement zu Erasmus+ abgeben. Foto: © STK NRW/Uta Wagner
Im Rahmen der Europaministerkonferenz der Bundesländer in Dortmund am 27. März 2019 hat EuroApprentice Lena Wacker ein kurzes Statement zu Erasmus+ abgeben.

Der Trip nach England hat Lena Wacker gutgetan. Die angehende Technische Produktdesignerin war voriges Frühjahr für vier Wochen in Portsmouth – untergebracht bei einer Gastfamilie, eingesetzt in einem Elektrotechnik-Unternehmen. "Danach war ich megastolz, es alleine in einem anderen Land geschafft zu haben", fasst die 20-jährige Sauerländerin ihre Eindrücke zusammen. Sie sei selbstbewusster geworden. Auch engagierter. Es mache ihr nichts mehr aus, vor vielen Leuten zu sprechen oder neue Aufgaben zu übernehmen. Diese positiven Erfahrungen will sie weitergeben. Lena Wacker möchte andere junge Menschen dazu bewegen, die Komfortzone zu verlassen. "Deshalb habe ich mich entschieden, EuroApprentice zu werden."

Startklar nach eintägiger Schulung

EuroApprentices sind Azubis, die als Botschafter begeistert von ihrem Auslandsaufenthalt im Rahmen des EU-Förderprogramms Erasmus+ berichten – in Schulen, auf Messen, über Soziale Medien. Wie das am besten geht, erfahren sie bei einem eintägigen Training der Nationalen Agentur für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA BIBB) in Bonn. "Bei diesem Vorbereitungstreffen haben wir viel über Erasmus+ gehört, uns mit anderen Teilnehmern ausgetauscht und gemeinsam überlegt, wie wir für Auslandsaufenthalte in der Ausbildung werben können." Am Ende des Tages erhalten die Auszubildenden ein Zertifikat, das sie als EuroApprentice ausweist. Zudem werden sie bei der NA BIBB gelistet, damit sie für Veranstaltungen angefragt werden können. "Man entscheidet aber selbst, wie aktiv man werden möchte."

Schon einige Einsätze in NRW

Foto: © NA BIBB Foto: © NA BIBB Die Auszubildende im zweiten Lehrjahr kann schon einige Einsätze vorweisen. Sie war bei ihrem Arbeitgeber, der EMG Automation GmbH, aktiv und hat Ausbildungsleitern und anderen Azubis von ihrer Zeit in England berichtet. Für einen Auslandsaufenthalt und Erasmus+ hat sie außerdem auf der Jobaktiv-Messe in Krefeld, am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung des Kreises Siegen-Wittgenstein sowie bei einem Treffen von Ausbildungsleitern der Sparkassen und Volksbanken geworben. Vor kurzem durfte sie sogar im Rahmen der Europaministerkonferenz der Bundesländer in Dortmund ein kurzes Statement abgeben. Ihr Ausbildungsbetrieb stellt sie und ihre Kollegin Alina Kersting, die ebenfalls EuroApprentice ist, für solche Einsätze frei. "Wenn wir zu Terminen fahren, bekommen wir oft auch einen Firmenwagen. Dafür bin ich sehr dankbar."

Viele Fragen nach dem Vortrag

Für ihre Einsätze hat Lena Wacker zwei Power-Point-Präsentationen ausgearbeitet. Die eine ist bunt und lebhaft. Sie richtet sich in erster Linie an Schüler und Auszubildende. "Ich zeige ihnen vor allem Bilder davon, wie mein Tagesablauf ausgesehen hat, wer meine Gastfamilie war, was wir in der Freizeit unternommen haben und welche Aufgaben ich in meinem Praktikumsbetrieb hatte." Die zweite Präsentation sei eher nüchtern. "Sie enthält viele allgemeine Informationen über Erasmus+ und soll in erster Linie Ausbildern zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, ins Ausland zu gehen." Ihr Vortrag dauert ungefähr 20 Minuten. Danach ist noch Zeit für Fragen. Und davon gibt es einige.

Denn das Interesse von Schülern, Eltern, Azubis und Ausbildungsverantwortlichen ist groß. Das Wissen über Erasmus+ jedoch nicht. Oft wird das EU-Förderprogramm nur mit dem Auslandssemester innerhalb eines Studiums verknüpft. "Die meisten Leute haben noch nie davon gehört, dass ein Auslandsaufenthalt auch während der Ausbildung möglich ist", erklärt Lena Wacker. Der Auftrag ist also klar: Sie und die anderen EuroApprentices müssen dies schnellstmöglich ändern.

Auszubildende, die ihre Auslandserfahrungen im Rahmen von Erasmus+ mit anderen Jugendlichen teilen möchten, können sich jederzeit bewerben, um EuroApprentice zu werden. Zweimal im Jahr bietet die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA BIBB) eine eintägige Schulung für Neueinsteiger an. Die Bewerbung ist online auf den Seiten der NA BIBB möglich. Um für einen Auslandsaufenthalt zu werben oder um allgemein über das Programm Erasmus+ zu informieren, können EuroApprentices auch für Veranstaltungen engagiert werden. Ihre Steckbriefe und Kontaktdaten sind im Internet zu finden. Weitere Informationen zu den EuroApprentices erhält man auch von der NA beim BIBB. Ansprechpartnerin dort ist Kristin Wilkens. Sie ist telefonisch unter 0228/107-2913 oder per E-Mail zu erreichen.

Text: Bernd Lorenz
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Foto: © Ekaterina Pokrovsky/jaspe.info/123RF.com
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