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Neues Fahren im neuen Jahr

Was ändert sich in Sachen Mobilität im Jahr 2019? Der TÜV-Verband und der ADAC haben eine Übersicht zusammengestellt.

Fahren in eine strahlende Zukunft? 2019 ändert sich so einiges in Sachen Mobilität. Foto: © Essilor GmbH
Fahren in eine strahlende Zukunft? 2019 ändert sich so einiges in Sachen Mobilität.

Womit müssen Autofahrer, Autohändler und Kfz-Werkstätten im neuen Jahr rechnen? Der TÜV-Verband und der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) haben eine Liste mit Neuerungen zusammengestellt.


Grenzwerte bei der Abgasuntersuchung sind strenger
Schon 2018 ist die sogenannte Endrohrmessung wieder eingeführt worden: Die Abgaswerrte werden direkt am Auspuff gemessen. Ab dem 1. Januar 2019 gelten zudem strengere Grenzwerte. Dieselfahrzeuge dürfen demnach einen Grenzwert von maximal 0,25m-1 nicht überschreiten und Benziner 0,1 Volumenprozent CO. In dem Zusammenhang steigen auch die Anforderungen an die Genauigkeit der Messgeräte. Eine Geräteaufstellung aller Anbieter mit Hinweisen zu den jetzt erforderlichen Genauigkeitsklassen und Umrüstmöglichkeiten hat der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen (ASA) erstellt und will sie auf der Website des Verbandes veröffentlichen.

Typgenehmigung erfordert neue Messungen
Ab dem 1. September 2019 ist der sogenannte RDE-Test für alle neuen Fahrzeuge verpflichtend, seien es Benziner oder Diesel. RDE steht für "Real Driving Emissions" und bedeutet, dass die Emissionen ermittelt werden sollen, die ein Fahrzeug im realen Alltagsverkehr ausstößt. Das geschieht, indem am Heck des Wagens ein mobiles Messgerät angebracht wird. Anders als beim Rollenprüfstand werden bei dieser Art der Messung im tatsächlichen Straßenverkehr auch Einflüsse wie Wetter, Steigungen, Verkehrsaufkommen oder das Fahrverhalten berücksichtigt.

Willkommen bei der digitalen Kfz-Zulassungsstelle
2019 soll es Haltern möglich sein, ihr Fahrzeug digital an- oder umzumelden. Bisher können sie über die Portale der Kommunen ihren Wagen nur außer Betrieb nehmen lassen und im selben Zulassungsbezirk wieder zulassen. Demnächst sollen sie nicht nur an- und ummelden können, sondern auch eine Adressänderung angeben oder die Kennzeichenmitnahme beantragen können. Voraussetzung ist, dass die Fahrzeuge über die dazu notwendigen Stempelplaketten und Zulassungsbescheinigungen mit Sicherheitscode verfügen. Außerdem braucht der Fahrzeughalter den neuen Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion sowie das zugehörige Lesegerät, damit er von den Beamten der Zulassungsstelle eindeutig identifiziert werden kann. Wann genau die digitale Zulassungsstelle online gehen soll, steht noch nicht fest.

Warnsignal bei E-Autos wird Pflicht
Der Einbau eines akustischen Warnsignals wird ab 1. Juli 2019 bei neu zugelassenen Elektrofahrzeugtypen Pflicht. AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) heißt das neue System, dessen Geräusche Radfahrer, Fußgänger und Menschen mit Sehbehinderung darauf aufmerksam machen soll, dass hier ein ansonsten sehr leises Elektrofahrzeuge unterwegs ist. Die akustische Warneinrichtung muss laut TÜV-Verband beim Anfahren bis zu einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde sowie beim Rückwärtsfahren einen Ton mit mindestens 56 dB(A) bis maximal 75 dB(A) erzeugen. Ab Sommer 2021 gelten die Vorschriften für alle neu in den Verkehr gebrachten rein batterieelektrischen Autos, Plug-in Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge.

Nicht mit dem Diesel nach Paris
Über Diesel-Fahrverbote wird nicht nur im Inland gestritten, auch wer mit dem Fahrzeug in Europa unterwegs ist, muss einiges beachten: Im Großraum Paris dürfen beispielsweise ab Mitte 2019 keine alten Dieselfahrzeuge mehr fahren, die vor 2001 registriert worden sind. Madrid hat laut ADAC bereits im November 2018 eine Umweltzone im Zentrum eingerichtet. Künftig sollen nur noch Anwohner, deren Besucher sowie Fahrzeuge mit einer Sondergenehmigung dort fahren dürfen. Ein absolutes Fahrverbot soll für Benziner, die vor dem Jahr 2000, und Diesel, die vor 2006 zugelassen worden sind, gelten. Auch Brüssel verschärft die Zufahrtsbeschränkungen in seiner Umweltzone ab Januar.

Steuervorteile für Fahrer von Elektro-Dienstwagen
Wer seinen Dienstwagen privat nutzt, muss monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Entscheidet derjenige sich für ein Elektro- oder Hybridfahrzeug, soll er künftig nur noch 0,5 Prozent versteuern müssen. Diese Regelungen sollen laut ADAC für Fahrzeuge gelten, die vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden.

Kraftstoffe werden einheitlich gekennzeichnet
2019 wird mit der Neuauflage der "Zehnten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes" eine europäische Richtlinie zur einheitlichen Kennzeichnung von Kraftstoffen auch hierzulande umgesetzt. Benzin, Diesel und gasförmigen Kraftstoffen wird dabei jeweils eine geometrische Form zugeordnet: Benzin ein Kreis, Diesel ein Quadrat und gasförmigen Kraftstoffen eine 90-Grad-Raute. Im Inneren der Form steht die Bezeichnung der jeweiligen Sorte. Die Formen sollen auf Tankdeckeln, in Kfz-Bedienungsanleitungen sowie an Zapfsäulen und -pistolen zu finden sein. Fahrer können sich europaweit daran orientieren: Sind die Symbole identisch, können sie bedenkenlos tanken.

Das steuerfreie Jobticket kommt
Im November hat der Bundestag beschlossen, das steuerfreie Jobticket einzuführen, um den Bürgern die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel schmackhafter zu machen. Bisher musste die Ersparnis durch kostenlose oder verbilligte Fahrkarten vom Arbeitgeber für den öffentlichen Personennahverkehr kurz: ÖPNV versteuert werden, nun nicht mehr. Allerdings werden die steuerfreien Leistungen auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Text: / handwerksblatt.de
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