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Praktisch, kantig – und elektrisch

Bollinger: Der neue B2 ist bereits eine Weiterentwicklung. Firmengründer Robert Bollinger will mit der Produktion seines Pick-up B2 im nächsten Jahr starten.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Pick-up mit dem Pick-up
Schön ist anders: Der geplante  E-Pick-up B2 von Bollinger  zeigt definitiv eine klare Kante. Foto: © Bollinger
Schön ist anders: Der geplante E-Pick-up B2 von Bollinger zeigt definitiv eine klare Kante.

 

Seit ewigen Zeiten sind in den Top-Ten der US-amerikanischen Automobil-Zulassungen etliche Pick-Ups vertreten, ganz vorne mit dabei ist immer die F-Serie von Ford (896.764 verkaufte Exemplare), der Chevrolet Silverado (586.000) und der Dodge Ram (500.000). Jetzt will die US-amerikanische Firma Bollinger Motors mit einem elektrisch angetriebenen Pick-up, ihrem B2, nicht nur den heimischen Markt aufmischen.

Von seiner Optik her erinnert er an den Defender von Land Rover. Bollingers B2 ist fast noch kantiger gezeichnet als der kultige Brite, falls das überhaupt möglich ist. Das macht die Produktion des B2 einfach, so kann die Karosserie kostengünstig fast auf einer Abkantbank vorgenommen werden. Er schaut irgendwie so aus, wie ein Vorschulkind einen Pritschenwagen zeichnen würde. Wirklich hübsch ist er eher nicht, aber ungeheuer praktisch.

Umstieg auf einen Elektro-Pritschenwagen

Und diese praktischen Gene eines Wagens mit offener Ladefläche mögen in den USA nicht nur die Farmer und Handwerker, sondern auch Hausfrauen, Professoren, Studenten und Angestellte auf dem Weg zum Büro. Manchen von ihnen dürfte – nicht nur im traditionell umweltbewussten Bundesstaat Kalifornien – die Entscheidung leicht fallen, auf einen Elektro-Pritschenwagen umzusteigen.

Foto: © Bollinger Foto: © Bollinger Der B2 ist die Weiterentwicklung des B1, entwickelt vom 2014 gegründeten Start-up Bollinger Motors aus New York und benannt nach dem Gründer, Robert Bollinger. Der B2, so sagt Bollinger, sei „der Pick-Up, den ich immer haben wollte. Und etwas Verrücktes, das besser ist als das, was bis heute auf dem Markt zu finden ist.“

Der B1, von dem ein fahrbereiter Prototyp existiert, ist ein vollelektrisch angetriebener Geländewagen. Der B2 ist – nicht nur für den Verkauf in den USA –seine logische Ergänzung. Neben seiner offenen Ladefläche bietet der kantige B2 (Radstand 353 cm) in seiner Doppelkabine Platz für vier Passagiere. Er ist mit 5,27 Meter länger als der B1, schließlich lag die Priorität bei seiner Entwicklung auf reichlich Ladekapazität.

Denn der (inklusive Außenspiegel) 2,26 Meter breite und 185 cm hohe B2 ist ein Arbeitsgerät. Er wiegt knapp 2,3 Tonnen, etwa das gleiche Gewicht soll er zuladen können. Hinzu kommt eine Anhängelast von 3,4 Tonnen. Die Pritsche bietet eine 1,2 Meter breite und 1,75 Meter lange Ladefläche. Öffnet man die Heckpartie des Doppelkabiners und klappt die Rücksitze um, steht gar eine Ladelänge von 250 cm zur Verfügung. Da unter der „Motorhaube“ kein klassischer Verbrenner sitzt, konnte Bollinger dort einen zusätzlichen Kofferraum unterbringen.

Kraftprotz mit Ausdauer

Foto: © Bollinger Foto: © Bollinger Je ein E-Motor ist für den Antrieb jeder Achse zuständig. Damit ist der Bollinger B2 ein echter Allradler. Für gute Geländegängigkeit bringt der B2, der auf 285/70er-Reifen rollt, aufgezogen auf 17 Zoll Felgen, beste Voraussetzungen mit. Etwa eine Bodenfreiheit von bis zu 50 Zentimetern. Die technischen Daten der E-Motoren dürften auch leistungsverwöhnte Amerikaner zufrieden stellen.

Bollinger gibt einen Wert von 388 kW/527 PS Gesamtleistung an, das maximale Drehmoment soll bei 697 Newtonmetern liegen. Damit sprintet der B2 nach Werksangaben in 6,5 Sekunden von 0 auf 60 mph (96,6 km/h). Für den Einsatz in den USA ist die Höchstgeschwindigkeit ein eher therotischer Wert, bei 161 km/h ist für den kastenförmigen Pick-Up mit dem Vortrieb Schluss.

Die Batterie mit 120 Kilowattstunden ist im Wagenboden untergebracht. Sie soll ausreichend Energie für eine Fahrstrecke von 322 Kilometern zur Verfügung stellen. Rund zehn Stunden dürfte es dauern, bis der Bollinger an Wechselstrom wieder komplett aufgeladen ist – per Schnellladung soll das „Volltanken“ in gerade mal 75 Minuten klappen.

Gebaut werden sollen der B1 und der Lademeister B2 bei Optimal Inc., einem Unternehmen aus Plymouth (Michigan). Die Produktion des B1 soll 2019 starten, ein Jahr darauf wird, so die Planung, auch der B2 auf demselben Band in Serie gehen. Einen ersten Prototyp des E-Lasters soll es 2019 geben. Die Preise für den B1 und den Elektro-Pick-Up B2 will Bollinger, ebenso wie Fahrzeugoptionen, in Kürze mitteilen.

bollingermotors.com

 

 

Text: Gerhard Prien
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