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Handwerk 4.0: Mobile Hardware

Für moderne Betriebe zählt mobile Technik mittlerweile zur ­Grundausstattung. Doch worauf sollte man beim Kauf von Smartphones und Tablets achten?

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Handwerksbetriebe genießen durch die ­Möglichkeiten des mobilen Internets nicht nur eine höhere Flexibilität, sondern bieten ihren Kunden auch einen schnelleren und besseren Service. (Foto: (c) Peter Bernick/123rf)

Das Smartphone ist für viele Handwerksbetriebe heute ein unverzichtbares Universalwerkzeug: Die GPS-Navigation kennt den Weg zur nächsten Baustelle, per Handykamera lassen sich vor Ort Projektfotos schießen und nur wenige Sekunden später an die Kollegen im Betrieb verschicken. Auch Kundenanfragen können überall telefonisch oder per Mail beantwortet werden. So genießen Handwerksbetriebe durch die Möglichkeiten des mobilen Internets nicht nur eine höhere Flexibilität, sondern bieten ihren Kunden auch einen schnelleren und besseren Service.Für eine Vielzahl der mobilen Aufgaben wie Mailen, Navigation oder Produkt- und Internetrecherchen bieten die meisten aktuellen Smartphones eine gute Ausstattung. Die Displays sind mit bis zu sechs Zoll (15,24 cm) heute deutlich größer als noch vor einigen Jahren, außerdem bringen Mehrkernprozessoren genügend Power mit, um auch anspruchsvollere Aufgaben zügig zu erledigen. In einigen Fällen kann ein zusätzliches Tablet unterwegs trotzdem sinnvoll sein – zum Beispiel, wenn das Smartphone-Display für bestimmte Aufgaben zu klein ist. So wirken zum Beispiel Präsentationen oder Produktvideos auf einem Tablet deutlich eindrucksvoller. Auch die Arbeit mit gewerkespezifischer Software oder längeres Surfen ist auf Tablets sehr viel komfortabler.

Produkte für unterschiedliche Ansprüche

Eine einigermaßen flüssige Darstellung ohne allzu viele Ruckler und Wartezeiten kann man bei Geräten mit Zwei- (Apple) und Vierkernprozessoren (Android) erwarten, sofern mindestens zwei GB Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen. Die Display-Auflösung sollte mindestens bei 1280 × 720 Pixel liegen – je höher, desto besser. Ein zusätzlicher Speicherkartenschacht bietet die Freiheit, eigenen Datenspeicher nachzurüsten, wenn der eingebaute voll ist. Diesen Luxus bieten aber selbst viele High-End-Geräte nicht mehr, um Kunden zu zwingen, zu hochpreisigeren Modellen mit mehr integriertem Speicher zu greifen. Beim Neukauf solcher Geräte sollten 16 GB die Untergrenze sein, um nicht nach einigen Fotos und neu installierten Apps in Speichernot zu geraten. Bei der Kamera sind acht Megapixel die Untergrenze, um brauchbare Fotos zu schießen.

tabellesmartGut für Handwerker: Gegen Staub und Wasser sind einige Geräte der Oberklasse bereits perfekt geschützt. Wer von vornherein weiß, dass er seine mobile Hardware vor allem auf Baustellen und in Werkstätten nutzen wird, sollte über die Anschaffung von speziellen "Ruggedized"-Geräten nachdenken. Dabei handelt es sich um besonders geschützte Smartphones und Tablets, die mit kratzfesten Touchscreens sowie stoß- und sturzfesten Gehäusen ausgestattet sind. Ob man sich für Android-Geräte oder die Konkurrenz aus dem Hause Apple entscheidet, ist vor allem eine Geschmacks- und Preisfrage.

tabelletabletsBei den meisten täglichen Aufgaben arbeiten beide Systeme auf Augenhöhe – wobei neuere und hochwertigere Geräte meist mehr Komfort und Qualität bieten. Die Vorteile von Android: Das Betriebssystem bietet viele Freiheiten und Konfigurationsmöglichkeiten. Einsteigergeräte sind schon ab 100 Euro erhältlich, wer höhere Ansprüche an die Material- und Verarbeitungsqualität hat, sollte mindestens etwa 250 Euro an­legen. Apple-Produkte punkten hingegen mit perfekter Bedienbarkeit, sind mit 300 bis 1.120 Euro aber auch deutlich teurer und bieten weniger Konfigurationsmöglichkeiten. Dies spiegeln auch die Markt­anteile wider: Laut einer aktuellen Studie von Kantar Worldpanel läuft auf über 81 Prozent aller in Deutschland verkauften Smartphones das Betriebssystem Android. Apple kommt nur auf 15 Prozent. Smartphones mit Windows als Betriebssystem liegen bei knapp über drei Prozent, haben aktuell aber auch ein Verfügbarkeitsproblem: Denn aufgrund schrumpfender Markt­anteile hat Microsoft vor kurzem angekündigt, seine einzige Baureihe mit Namen "Lumia" komplett einzustellen und sich ab 2017 auf neue Business-Smartphones zu konzentrieren.

Foto: (c) Peter Bernick/123rf - Text: Thomas Busch

Sicherheitscheckliste

Updates
Halten Sie Ihr Betriebssystem und alle Apps immer auf dem neuesten Stand. Nur so ­erhalten Sie wichtige Sicherheitsupdates.

Virenscanner
Nutzen Sie auf allen Geräten einen Viren­scanner als Schutz vor Schadsoftware.

Gerätesperre
Verhindern Sie die unbefugte Nutzung Ihres Smartphones mithilfe eingebauter Sicherheitsfunktionen – zum Beispiel per PIN-Abfrage bei Starten/Aufwecken des Betriebssystems.

Passwörter
Ändern Sie eigene Passwörter mindestens alle vier Wochen. Am sichersten sind Phrasen, die aus einer Mischung scheinbar willkürlicher Zahlen und Buchstaben bestehen.

Verschlüsselung
Speichern Sie sensible Daten am besten ­verschlüsselt und mit Kennwortschutz.

Schnittstellen
Deaktivieren Sie drahtlose Schnittstellen wie WLAN und Bluetooth, wenn diese nicht ­gebraucht werden. So können sich Dritte nicht unbemerkt in Ihr Gerät einklinken.

Downloads
Laden Sie neue Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen.

Zugriffsbeschränkung
Geben Sie neuen Applikationen nur Zugriff auf wirklich benötigte Informationen. Eine Taschenrechner-App muss zum Beispiel nicht Ihre aktuellen GPS-Daten kennen.

Fachbegriffe

Arbeitsspeicher (RAM)
Der Arbeitsspeicher (RAM: Random Access Memory) dient zum kurzzeitigen Ablegen von Daten, mit denen gerade gearbeitet wird. Je mehr Arbeitsspeicher zur Verfügung steht, desto schneller das System. Die Größe wird in Gigabyte (GB) gemessen.

Auflösung
Die maximal darstellbare Anzahl von horizontalen und vertikalen Bildpunkten (Pixeln) definiert die Auflösung eines Displays. Full-HD besitzt eine Auflösung von 1920 × 1080 Pixel.

Bildschirmdiagonale
Die Bildschirmgröße wird in Zoll gemessen. Ein Zoll entspricht exakt 2,54 Zentimetern.

E-Mail
Abkürzung für "Electronic Mail" (elektronische Post), bezeichnet den Austausch digitaler Nachrichten über das Internet oder ein Netzwerk.

Gigabyte (GB)
In Gigabyte wird der Speicherplatz bemessen. Ein GB sind 1.024 Megabyte oder rund eine Milliarde Bytes.

LTE
Abkürzung für "Long Term Evolution" (frei übersetzt: Langzeitentwicklung). Diese aktuelle Mobilfunktechnik der vierten Generation (4G) ermöglicht theoretisch Download-Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s. In der Praxis sind es meist weniger.

Prozessor
Das Herz eines Smartphones, Tablets oder PCs. Die Geschwindigkeit wird in Gigahertz (GHz) gemessen. Mehrkernprozessoren enthalten in einem Gehäuse mehrere vollwertige Prozessorkerne und sind wesentlich leistungsfähiger als Prozessoren mit nur einem Kern.

RAM
Abkürzung für "Random Access Memory" (Speicher mit wahlfreiem Zugriff). RAM bezeichnet den Haupt- bzw. Arbeitsspeicher eines Systems, auf den ein Prozessor direkt zugreifen kann.

Zoll
Die Bildschirmdiagonale eines Monitors oder Notebooks wird in Zoll gemessen. Ein Zoll sind umgerechnet 2,54 cm.

Update
Eine Software-Aktualisierung, die neue ­Funktionen für ein Programm bereitstellt oder vorhandene Fehler und Sicherheitslücken ausbügelt.

Virenscanner
Software, die Computerviren, -würmer und andere Gefahren erkennen und beseitigen kann.

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