Handwerk 4.0: Schneller finden im ­Internet

"Ihre Suche brachte 58.911 Ergebnisse." Bei einer ­Stichwortsuche ist die Informationsflut im Internet oft überwältigend. Doch mit der
richtigen Suchstrategie ­können Betriebe Informationen sehr viel schneller finden.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Digitales Handwerk
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Oft liefert eine Stichwortsuche im Internet zu viele Ergebnisse. Foto: © mavoimage/123RF.com

Für viele Handwerksbetriebe ist die Suche nach Informationen, Lieferanten und Materialien im Internet heute selbstverständlich. Dabei fällt den meisten Internetnutzern nur eine Suchmaschine ein: Google. Laut Statistikportal Statista.de lag der Marktanteil von Google in den letzten Jahren bei über 90 Prozent. Dabei gibt es auch viele andere Suchmaschinen, Meta-Suchmaschinen und Webkataloge, über die sich bestimmte Informationen teilweise schneller finden lassen – doch diese werden von den meisten Betrieben kaum genutzt. 

Ein weiterer Bremsklotz für passgenaue Ergebnislisten: Die ausschließliche Verwendung von Stichwörtern. Denn es gibt eine Vielzahl von Suchparametern, mit denen sich die Ergebnisse bereits im Vorfeld sinnvoll reduzieren lassen. Um im Alltag Zeit zu sparen, ist deshalb die richtige Suchstrategie entscheidend.

Suchwerkzeuge optimal nutzen

Grundsätzlich gibt es drei Typen von Suchwerkzeugen: Webkataloge, klassische Suchmaschinen und Meta-Suchmaschinen. Webkataloge sind thematisch geordnete Verzeichnisse, die meist redaktionell betreut werden. Sie eignen sich vor allem zum schnellen Finden von Informationen zu bestimmten Oberthemen. Beispiele sind das digitale Branchenbuch Onlinestreet.de oder das Telefon- und Firmenverzeichnis von Das Oertliche.de.

Klassische Suchmaschinen wie Google.de, Bing.de oder Yahoo.de arbeiten hingegen mit riesigen Datenbanken, in denen ein großer Ausschnitt des Internets gespeichert ist. Deshalb erzielen Suchmaschinen meist sehr viel mehr Ergebnisse als Webkataloge. Diese sind jedoch weder redaktionell vorsortiert noch bewertet, so dass der Zeitaufwand für das Durchkämmen der Trefferlisten größer ist. Noch mehr Ergebnisse liefern Meta-Suchmaschinen wie Metager.de oder Metacrawler.de: Diese durchforsten immer mehrere Suchmaschinen gleichzeitig nach den gewünschten Stichwörtern. Auf diese Weise spart man sich die Zeit, verschiedene Suchmaschinen nacheinander zu nutzen.

Treffer gezielt einschränken

Wer vor allem über Google nach Informationen sucht, sollte die vielfältigen Möglichkeiten nutzen, Trefferlisten durch Parameter einzuschränken. So gibt es zum Beispiel Befehle zum Ausschließen von Suchbegriffen, für exakte Phrasensuchen und zur Recherche in Dokumenten (s. Suchtipps für Google). Bei der Suche kann auch die Groß- und Kleinschreibung von Wörtern eine Rolle spielen – denn manche Suchmaschinen können Schreibweisen unterscheiden. Die meisten Ergebnisse findet man in der Regel, wenn das Suchwort komplett klein geschrieben wird.

Bei Google gibt es außerdem eine weitere Besonderheit zu beachten: Die Ergebnislisten können stark variieren – je nachdem, ob zur Suche ein stationärer PC oder ein mobiles Gerät genutzt wird. Denn Google zeigt auf den kleineren Displays von Smartphones und Tablets immer bevorzugt Treffer an, deren Internetseiten für mobile Geräte optimiert sind. So können wirklich relevante Seiten in den Ergebnislisten nach hinten rutschen. Um Ergebnisse aus der eigenen Region anzuzeigen, versucht Google auch immer, den aktuellen Standort des Suchenden zu bestimmen. Deshalb bekommen Betriebe abhängig vom aktuellen Standort teilweise komplett andere Ergebnisse angezeigt.

Text: Thomas Busch

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Regionale Suche nach Dienstleistern

Für die gezielte regionale Suche nach Dienstleistern, Banken und Restaurants können lokale Suchdienste eine Alternative sein. Diese schließen mit ihren Angeboten eine Nische zwischen gedruckten Branchenverzeichnissen und klassischen Online-Suchmaschinen. Anbieter wie ­GoYellow.de, 11880.com oder GelbeSeiten.de haben sich zum Beispiel auf die regionale Suche nach Firmen spezialisiert. Hier lassen sich auch Unternehmen aufspüren, die keine eigene Homepage haben – und deshalb von Google manchmal nicht gefunden werden.

Fast alle Anbieter stellen die Suchergebnisse in Stadtplänen dar und liefern nach wenigen Mausklicks eine Routenbeschreibung mit. Auch Google bietet mit "Google My Business" mittlerweile ein eigenes Branchenbuch: Unter Google.de/business können sich Unternehmen und Handwerksbetriebe kostenlos eintragen.

Text: Thomas Busch

Suchtipps für Google

01 Phrasen-Suche
Setzen Sie eine Suchphrase in Anführungszeichen, um Ergebnisse mit wortwörtlicher Übereinstimmung zu finden – z. B.: „Handwerk 4.0“
02 Ausschluss-Suche
Mit einem vorangestellten ­Minus­zeichen („-“) schließen Sie Seiten mit bestimmten Begriffen aus – z. B.: ­Steuertipps -Angestellte -­Rentner -Studenten
03 Alternativ-Suche
Mit dem Steuerbefehl „OR“ (oder) finden Sie Seiten, die zusätzlich zum Hauptsuchwort mindestens einen weiteren Begriff enthalten – z. B.: Schnäppchen Tablet OR Smart­phone
04 Dokumenten-Suche
Ergebnisse in bestimmten ­Dokumente (wie DOC, PPT oder PDF) finden Sie über den Steuerbefehl „ext:“ – z. B.: Steuertipps ext:doc oder Handwerksblatt ext:pdf
05 Von-bis-Suche
Mit zwei Punkten („..“) legen Sie fest, dass sich das Suchergebnis in einem bestimmten Zahlenbereich bewegt – z. B.: Smartphone Preis 100..200
06 Definitions-Suche
Definitionen zu gewünschten Begriffen finden Sie über den Befehl „define:“– z. B.: define:Digitalisierung
07 Orts-/Straßensuche
Bei Eingabe von Ort und Straße zeigt Google einen entsprechenden Kartenausschnitt an, z. B.: Königs­allee Düsseldorf. Ein Klick auf die Karte führt dann direkt zu Google Maps.
08 Wetter-Suche
Bei Eingabe des Wortes „Wetter“ mit einer beliebigen Stadt zeigt Google das Acht-Tage-Wetter mit Vorhersagen zu Temperatur, Niederschlag und Wind – z.B.: Wetter Köln
09 Umrechner
Google rechnet automatisch Einheiten (wie Währungen oder Maßeinheiten) um. Die Eingabe erfolgt nach dem Muster: Zahl EinheitA in EinheitB – z. B.: 1000 Euro in Dollar
10 Taschenrechner
Geben Sie Rechenaufgaben einfach in das Suchfeld ein – z. B.: 396 x 3 + 30. Weitere Informationen zum Google-Taschenrechner:http://bitly/2E5BRF9>

Suchen mit Sicherheit
Datenschützer sehen Suchmaschinen wie Google kritisch. Denn die Suchportale liefern nicht nur hilf­reiche Ergebnislisten, sondern sammeln im Hintergrund unbemerkt eine ­Vielzahl von Daten. Dazu zählen unter anderem die IP-Adresse, genutzte Internet-Browser, das Betriebs­system sowie Datum und Uhrzeit. Und ­natürlich eingegebene Suchwörter – denn so können Suchmaschinen passende Werbung einblenden und Treffergenauigkeiten in Zukunft optimieren. Noch kritischer wird es nach Ansicht der Datenschützer, wenn Google die Suchmaschinendaten mit anderen gesammelten Informationen verknüpft – zum Beispiel mit Browser­verläufen, dem Standort eines Android-Smart­phones oder Gmail-Nachrichten. Denn auf diese Weise entsteht mit der Zeit ein individuelles Profil des Nutzers. Wer seine Daten lieber privat halten möchte, kann auf andere ­Such­maschinen ausweichen. ­Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Anbietern, die besondere Sicher­heitsrichtlinien ­beachten – wie Ixquick.de oder ­­Duckduckgo.com. ­Nutzer ­können hier nicht identifiziert ­werden, weil keine IP-­Adressen oder andere ­Daten ­gespeichert werden.

Datensammler Google

Google-Aktivitäten:
Sie wollen ­wissen, welche Aktivitäten Google speichert? Dann schauen Sie einfach nach – unter https://­myactivity.google.com/myactivity. Hier können Sie Ihre Suchanfragen mit einem Klick auf „Nach Daten & Produkt filtern“ gezielt durchsuchen.
Zuletzt verwendete Geräte:
Auf ­welchen Geräten nutzen Sie Google? Die Aufstellung unter ­https://myaccount.google.com/­device-activity verrät es. Nach Anklicken eines Gerätes erhalten Sie weitere Informationen, zum Beispiel zum Betriebssystem oder dem letzten Standort.
Google-Standorte:
An welchen ­Orten haben Sie Google genutzt? Dies zeichnet das Unternehmen detailliert auf – unter Google.com/maps/timeline. Ihre Standorte sind mit roten Punkten markiert.
Google-Profil:
Welche Rückschlüsse zieht Google aus gesammelten Informationen? Unter https://adssettings.google.com/authenticated finden Sie Informationen zu Ihrem vermuteten Geschlecht und Alter.

Suchmaschinen

Ausgewählte deutschsprachige ­Suchmaschinen:
ask.com
bing.de
google.de
yahoo.de

Suchmaschinen mit besonderen ­Sicherheitsrichtlinien: 
deusu.de
duckduckgo.com
ixquick.de
qwant.com
swisscows.com
unbubble.eu

Ausgewählte deutschsprachige ­Meta-Suchmaschinen:
apollo7.de
ixquick.de
metacrawler.de
metager.de

 

Text: Thomas Busch