Elterngeld Plus: Mehr Rechte für Arbeitnehmer

Der Bundestag hat Änderungen bei Elternzeit und Elterngeld beschlossen. Die Elternzeit wird flexibler, worauf sich vor allem Arbeitgeber einstellen müssen. Das Handwerk beurteilt die Neuerungen kritisch.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Was Sie als Chef im Handwerk wissen müssen
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Künftig können Mütter und Väter während der Elternzeit weiter in Teilzeit arbeiten. Sie können dann 24 Monate statt bisher zwölf zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag des Kindes nehmen. Das Elterngeld Plus ist nur halb so hoch wie das reguläre Elterngeld, das heißt Eltern erhalten zwar nur die Hälfte des Geldes, dafür aber doppelt so lang. Wie bisher können Eltern bis zum dritten Geburtstag eines Kindes auch eine unbezahlte Auszeit vom Job nehmen. Das herkömmliche Elterngeld gibt es weiterhin, wird aber maximal 14 Monate gezahlt.

Einen Partnerschaftsbonus von vier zusätzlichen Monaten soll es geben, wenn beide Elternteile gleichzeitig für mindestens vier aufeinanderfolgende Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden erwerbstätig sind. Eltern können sich künftig entweder für eine der beiden Varianten entscheiden oder diese kombinieren.

Wichtig für kleine Handwerksbetriebe: Das Recht auf Teilzeitarbeit gilt nur in Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitern!

Keine Zustimmung des Arbeitgebers nötig
Von besonderer Bedeutung für den Arbeitgeber: Seine Zustimmung zur Elternzeit ist nicht mehr erforderlich! Der Arbeitnehmer muss sie nur rechtzeitig mit einer Frist von sieben Wochen (bei Elternzeit bis zum 3. Geburtstag) bzw. 13 Wochen (bei Elternzeit ab dem 3. Geburtstag) vorher anzeigen.

Auch wenn das Gesetz bereits am 1. Januar 2015 in Kraft tritt, kann ein Großteil der Regelungen erst von Eltern in Anspruch genommen werden, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden.

ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sieht in den Neuerungen viele Knackpunkte für kleine und mittlere Betriebe: "Gerade hier kommt es auf eine vorausschauende Betriebsführung und Personalplanung an. Diese wird durch den Gesetzentwurf jedoch nahezu unmöglich gemacht." Das Handwerk erachtet die bisherigen Regelungen für vollkommen ausreichend, um den allermeisten Gestaltungswünschen von Eltern gerecht zu werden.

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