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Inventur – Zeit zum Aufräumen

In den dunklen Wochen zum Jahreswechsel ist wieder einmal die beste Zeit, um die kostbaren eigenen Habseligkeiten zu überprüfen. Unternehmen sind bei der Inventur sogar dazu gezwungen.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Unternehmensführung
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Foto: © Daniel Kaesler/123rf

Eine Inventur muss sein: "Jeder Kaufmann ist gemäß § 240 HGB und §§ 140, 141 AO im Rahmen der ordnungsmäßigen Buchführung zur Inventur verpflichtet", erklärt Hans Link, Präsident der Rechtsanwaltskammer Nürnberg. Und wann? Link erklärt: "Zum einen, wenn er ein Unternehmen gründet oder übernimmt, wenn er es schließt, sowie zum Schluss eines jeden Geschäftsjahres." Bei der Inventur (von lateinisch invenire = etwas finden bzw. auf etwas stoßen) müssen alle Vermögensgegenstände, vom Bargeld über Immobilien und Maschinen bis zu Lagerbeständen und offenen Forderungen erfasst werden.

In der Praxis geschieht das durch Messen, Zählen, Wiegen oder Schätzen aller Bestände in einem Verzeichnis. Selbstverständlich müssen dabei auch alle Schulden übersichtlich im Inventar zusammengetragen werden.

Eigentlich soll die Inventur zum Bilanzstichtag durchgeführt werden ...
Eigentlich wird mit der Inventur nur ein Mengengerüst aufgestellt, von allen Dingen, die im Laden, im Büro oder in der Lagerhalle herumstehen oder -liegen. Erst durch eine realistisch angemessene Bewertung des Vorratsvermögens kann auch der Geldwert der Vorräte ermittelt werden. "Dabei müssen die von Handels- und Steuerrecht vorgegebenen Grundsätze und Bewertungsmaßstäbe beachtet werden", betont Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender des Softwarehauses Datev.

HandwerkEigentlich soll die Inventur zum Bilanzstichtag durchgeführt werden – und das ist bei den meisten Unternehmen der letzte Tag des Jahres, also der 31. Dezember. Oft ist es schwierig, gerade Silvester eine komplette Inventur durchzuführen, zum Glück sieht das HGB in § 241 Inventurvereinfachungsverfahren vor. Dabei handelt es sich um die zeitnahe Inventur, die innerhalb eines Zeitraums von zehn Tagen vor und nach dem Bilanzstichtag durchgeführt werden darf. Noch mehr Spielraum bietet die verlegte Inventur, die innerhalb der letzten drei Monate vor dem Bilanzstichtag oder innerhalb der ersten zwei Monate nach diesem Tag erfolgen darf.

So können sich die Verantwortlichen in den Betrieben erfahrungsgemäß ruhigere Tage für die Inventur aussuchen. Allerdings hat der Gesetzgeber auch einige Gegenstände und Vorräte von der verlegten Inventur ausgeschlossen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um besonders wertvolle Dinge oder Gegenstände, bei denen unkontrollierte Verluste eintreten können, zum Beispiel durch Schwund oder weil sie verderben.

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