Wenn was fehlt: Kurierdienste statt Monteur

Wer einen Kurierdienst beauftragt, um fehlende Ersatzteile für eine Baustelle zu besorgen, kann Geld, Zeit und Nerven sparen. Außerdem haftet der Betrieb im Schadensfall nicht.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Was Sie als Chef im Handwerk wissen müssen
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Illustration: yamamen/Fotolia

Es gehört zum Arbeitsalltag der meisten Handwerksbetriebe: Die Farbe reicht nicht aus, das Silikon ist leer oder es fehlen einige Dachziegel. Komplikationen am Bau erfordern plötzlich Werkzeuge oder Ersatzteile, die von den Monteuren nicht mitgenommen worden sind. Damit es auf der Baustelle zügig weitergehen kann, fährt ein Mitarbeiter zurück in den Betrieb oder steuert den nächsten Baustoffhandel an, um die fehlenden Teile zu besorgen. Doch das kostet oft wertvolle Zeit. In den Ballungsgebieten mit den zahlreichen Baustellen steht der Mitarbeiter mit seinem Fahrzeug oft lange im Stau. Damit geht kostbare Arbeitszeit verloren. Das treibt die Kosten in die Höhe. Und der Kunde ist sauer, weil es auf seiner Baustelle nicht zügig weitergeht.

Was Internethändler schon seit Jahren praktizieren, ist für Handwerker häufig noch ein Tabu – die Beauftragung von Kurierdiensten. Dabei sind die Kosten geringer, wenn nicht der Mitarbeiter stundenlang ausfällt, sondern ein Fahrdienst in Anspruch genommen wird. "Es wird für Handwerksbetriebe immer wichtiger, ihre Produktivität zu steigern. So sorgt etwa der Wettbewerb um gute Mitarbeiter mit Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie für steigende Löhne. Stellschrauben zur Erhöhung der Produktivität gibt es viele. Sie müssen nur genutzt werden", weiß Dirk Hecking, Leiter der kaufmännischen Unternehmensberatung der Handwerkskammer zu Köln.

Konkurrenz bei Kurierdiensten sorgt für günstige Preise
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Die moderne Kommunikationstechnik sorgt dafür, dass der Monteur heute nicht mehr selbst im Baustoffhandel das fehlende Material besorgen muss. Per Smartphone kontaktiert er direkt von der Baustelle das entsprechende Geschäft, gibt die Artikelnummer der fehlenden Ware durch und reserviert sie. Danach wird der Fahrservice beauftragt, das Produkt beim angegebenen Handel abzuholen und schnellstmöglich zur Baustelle zu bringen.

Sascha Bettini, Geschäftsführer der Trevisan Ausbau + Fassade GmbH in Köln, hat schon vor geraumer Zeit berechnet, wie viel profitabler sein Betrieb ist, wenn die benötigte Ware von einem Kurierdienst abgeholt und gebracht wird: "Falls der Baustoffhandel die Lieferung nicht selbst vornehmen kann, beauftragen wir einen Kurierdienst. Wenn ein Monteur zwei Stunden durch die Stadt fährt, ist das vier bis fünf Mal so teuer wie die Beauftragung eines Lieferservices."

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