Selbstständige Mitarbeiter: so funktioniert's!

Unternehmer, die sich ­eigenverantwortlich handelnde Mitarbeiter wünschen, schicken diese gern zu Fortbildungen ... und sind oft enttäuscht.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Was Sie als Chef im Handwerk wissen müssen
Handwerk
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Der Chef darf sagen, wo es langgeht. Das heißt natürlich auch, dass er seinen Mitarbeitern Seminare, Trainings oder Coachings verordnen kann. Im Prinzip! "Praktisch bringen solche Maßnahmen nichts, wenn der Mitarbeiter selbst meint, sie nicht nötig zu haben, oder sie seinen eigenen Interessen widersprechen", hält Katrin Moskopp, Betriebsberaterin für Personalmarketing der Handwerkskammer Dortmund, dagegen. "Möchte der Mitarbeiter in einem bestimmten Thema selbst weiterkommen, sind solche Maßnahmen gut und bringen den Mitarbeiter und damit auch den Betrieb weiter." Oder anders ausgedrückt: Der Mitarbeiter muss die Maßnahme selbst wollen. Sie muss mit seinen Interessen übereinstimmen. Sonst können selbst die besten Angebote wirkungslos verpuffen.

Wie Trainingsmaßnahmen greifen

Der Chef möchte, dass Mitarbeiter Müller auf der Baustelle eigene Entscheidungen trifft. Und Müller will das auch. Allerdings hapert es genau daran – Müller ist nicht entscheidungsfähig. Entscheidungsfähigkeit ist also das Ziel des Einzeltrainings, in dem nun erschlossen wird, welche Gefühle Müller davon abhalten, Entscheidungen zu treffen, und über welche Fähigkeiten und Interessen er verfügt, um das Ziel zu erreichen.

Mitarbeiter zum Mitdenken motivieren
HandwerkMitdenken lässt sich also nicht erzwingen. Andererseits entstammen viele Patente dem Handwerk. Mitarbeitern fiel bei der Produktion etwas auf, sie sprachen mit dem Chef und schon war eine Idee geboren, die patentwürdig war. Dazu braucht es ein gutes Betriebsklima und einen Unternehmenslenker, der sich über Ideen seines Teams freut und diese wertschätzt.

In manchen Betrieben liegt im Sozialraum ein Collegeblock aus, in dem Mitarbeiter ihre Ideen notieren können. Im Haus sollte dann organisiert sein, dass die Ideen regelmäßig gesichtet und bewertet werden. Die Ideensammlung sollte sich nicht nur auf Produktinnovationen oder neue Verfahren beschränken. Auch Ideen, die das Betriebsklima und den Betrieb verbessern, sollten gesammelt werden. Der Unternehmer erfährt damit auch einiges über die Interessen seiner Angestellten.

Text: Ute Christoph
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