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Mitarbeiter umwerben

Zwei Handwerksbetriebe haben es geschafft. Die Elektro Engels & Schmitz GmbH und der Betrieb Denkmalpflege Schorn haben sich als attraktive Arbeitgeber etabliert.

Handwerk
Die Elektro Engels & Schmitz GmbH bildet Azubis – wie Martin Welter – überwiegend selbst aus, berichtet Geschäftsführerin Martina Engels-Bremer. (Foto: © Monika Nonnenmacher)

"Früher musste man Werbung machen, um Kunden zu gewinnen – heute muss man auch Werbung machen, um Mitarbeiter zu gewinnen", sagt Martina Engels-Bremer, Geschäftsführerin der Elektro Engels & Schmitz GmbH im rheinischen Wesseling. Um als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb bekannter zu werden, unterstützt das Unternehmen unter anderem den örtlichen Fußballverein. Die auf die Planung und Entwicklung elektrotechnischer Steuerungsanlagen spezialisierte Firma bildet ihre Arbeitskräfte überwiegend selbst aus – umso wichtiger, dass sie dann auch lange bleiben.

Bei einem Gesellen, der sich für den Besuch einer ganztägigen Meisterschule für ein Jahr verabschiedete, verzichtete Engels-Bremer deshalb auf Aufhebung des Arbeitsvertrags und ließ diesen nur ruhen. "Das hat wunderbar geklappt, er ist wieder da." Beschäftigte, die dies aus familiären Gründen wünschen, können sich außerdem für ein Gleitzeitmodell entscheiden. Um Probleme in der Kommunikation und den Arbeitsabläufen identifizieren und diesen entgegenwirken zu können, hat das Unternehmen außerdem vierteljährliche Abteilungsgespräche eingeführt. Hinzu kommen zweimal pro Jahr Betriebsversammlungen mit allen 55 Mitarbeitern.

Jahresgespräche lohnen sich

HandwerkAuch ein seit 130 Jahren am Markt etabliertes Unternehmen kann sich nicht auf seinen Erfolgen ausruhen, sagt Isabelle Monnerjahn vom Kölner Traditionsbetrieb Denkmalpflege Schorn. "Man muss permanent dranbleiben, Dinge verändern und verbessern – sonst verschleißt einen irgendwann der Alltagstrott." Eines der Instrumente, die sie dafür nutzte, war eine Mitarbeiterbefragung. Denn die 40 Beschäftigten von Denkmalpflege Schorn sind laufend auf den unterschiedlichsten Baustellen unterwegs und begegnen sich nicht regelmäßig im Betrieb. "Da entsteht schnell eine Kommunikationslücke zwischen der Bürostruktur und der ausführenden Seite", sagt die geschäftsführende Gesellschafterin Monnerjahn. Bemängelt wurde in der Umfrage unter anderem der Außenauftritt – als Konsequenz wurden eine eigene Website aufgebaut sowie T-Shirts und Arbeitsjacken mit dem Firmenlogo angeschafft.

Außerdem zeigte sich, dass eigentlich noch deutlich mehr Gesprächsbedarf bestand: "Wir haben gemerkt, dass die Leute uns gern mehr mitteilen würden, aber nicht die Gelegenheit dazu finden." Deshalb wurden Jahresgespräche mit den Mitarbeitern eingeführt. Monnerjahns Fazit nach der ersten Runde: "Es ist enorm aufwendig, aber es lohnt sich." Zur Verbesserung von Kommunikation und Zusammengehörigkeitsgefühl trägt außerdem eine Firmenzeitung bei. Neben dem Rückblick auf das gemeinsame Grillen in der Eifel enthält sie Informationen etwa über Neueinstellungen und Gesellenprüfungen, wichtige Regeln für den Arbeitsalltag und Sicherheitshinweise, etwa zum Sonnenschutz auf der Baustelle.

 

Lesetipps: Eine echte Fundgrube ist die Website des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung. Sie bietet zahlreiche Handlungsempfehlungen für die Rekrutierung von Fachkräften und die Mitarbeiterbindung.

Internet: Auch die Handwerkskammer Münster hat auf einer Website zum Thema Personalmanagement zahlreiche Praxisratgeber und Leitfäden zusammengestellt, dazu eine Broschüre mit konkreten Beispielen aus Handwerksbetrieben.

Text: Barbara Schäder; Fotos: © Monika Nonnenmacher

 

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