Autopolicen dürfen kurzfristiger gekündigt werden als andere ­Ver­sicherungen. Stichtag ist immer der 30. November. (Foto: © Cathy Yeulet/123RF.com)

Kfz-Versicherung: Sich regen bringt Segen

Bis 30. November können ­Autofahrer noch zu einem günstigeren Anbieter ­wechseln. Nur wer sich regt, spart – mitunter klappt das sogar ohne Wechsel des Versicherungsunternehmens.

Die Autoversicherer sprechen hinter vorgehaltener Hand bereits von einem heißen Herbst. Sprich, sie versuchen mit Rabattaktionen sich gegenseitig die Autopolicen abzujagen. Anders können sie kaum Marktanteile gewinnen. Und genau von dieser Gier können Autofahrer profitieren. Dabei spielt ihnen in die Hände, dass die Diebstahlzahlen auf ein Rekordtief gesunken sind. Das am häufigsten gestohlene Modell war 2018 der Mazda CX-5 2.2 D AWD; unter den "Lieblingen der Autodiebe" fanden sich zudem gleich mehrere X-Modelle von BMW.

Die Zahlen beflügeln die Rabattlust: Lange hat die mächtige Allianz zugeschaut, wie die kleinere Huk aus Coburg ihr den Rang als größter deutscher Autoversicherer abgelaufen hat. Ende vergangenen Jahres hatten die Coburger zwölf Millionen Fahrzeuge versichert. Bei der Allianz waren es keine neun Millionen mehr. Das will der größte deutsche Versicherungskonzern nun offenbar nicht länger auf sich sitzen lassen.

Terminsache: Autopolicen dürfen kurzfristiger gekündigt werden als andere ­Ver­sicherungen. Es ­genügt, wenn der Versicherer die ­Kündigung einen Monat statt der sonst ­üblichen drei Monate vor ­Ablauf des Ver­sicherungsjahres erhält. Da das ­Ver­sicherungsjahr meist dem Kalender­jahr entspricht, gilt der ­Stichtag 30. November 2019 als ­letzt­mög­licher Kündigungstag. 

Vermittler haben oft Spielraum

Die Allianz hat dieses Jahr mit Allianz Direct eine neue europaweite Internetversicherung gegründet. Sie startet mit Autopolicen in Deutschland und den Niederlanden. Das soll Kostenvorteile bringen und damit lässt sich beispielsweise auf Vergleichsportalen mit günstigen Tarifen punkten. Portale wie Check24 sind ja keine neutralen Vergleichsplattformen, wie viele immer noch glauben. Sondern sie vermitteln selbst Versicherungen, wie ein ganz normaler Makler.

Die Portale profitieren am meisten, wenn viele ihre Versicherung über sie wechseln. Dann kassieren sie pro Abschluss eine Provision von den Versicherungsgesellschaften.

Wie kann der Handwerksbetrieb nun von der Situation profitieren? Ganz einfach geht das, indem er zu einer günstigeren Versicherung wechselt. Seriöse Vergleichsrechner bieten zum Beispiel Verbraucherzentralen, Stiftung Warentest oder der Bund der Versicherten an.

Wer einen Makler hat, sollte ihn ansprechen

Wer einen Makler hat, sollte ihn ansprechen. Die Versicherungsgesellschaften bieten ihre Rabatte offiziell zwar nur Neukunden an. Ein guter Vermittler hat jedoch Mittel und Wege, für seine Stammkunden etwas rauszuholen. Oft kann er sogar beim bestehenden Autoversicherer einen günstigeren Tarif aushandeln. "Im Schnitt liegt er fünf bis zehn Prozent günstiger als der Normaltarif", sagt ein Makler, der nicht genannt werden möchte.

Wer alle Fahrzeuge über einen sogenannten Flottenvertrag versichert hat, muss allerdings aufpassen. Hier achten die Versicherer verstärkt auf den Schadenverlauf der vergangenen Versicherungsperiode. Wer überdurchschnittlich viele oder teure Unfälle hatte, kommt nicht günstiger weg – egal ob er zu einem neuen Versicherer wechselt oder nicht. Mit einer guten Schadenhistorie lohnt es sich aber allemal, nachzufragen. Wer nichts unternimmt, hat leider das Nachsehen.

Text: / handwerksblatt.de

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