Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, Dr. Stefan Kaufmann, Vorsitzender der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der Digitalen Arbeitswelt“ des Deutschen Bundestags, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Landeswirtschafts- und Digitalminister, Carsten Herder, HWK-Hauptgeschäftsführer, Andreas Ehlert, Präsident von Handwerk.NRW und Hans Hund, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags (v. l.).

Digitalisierung: Handwerk sollte die Chancen nutzen

Bei der Messe "Handwerk Digital" im Bildungszentrum Hansemann der Handwerkskammer Dortmund zeigten 80 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen.

Handwerk 4.0. Das steht für modernes Handwerk, das mitten im digitalen Wandel mit der Zeit geht und dabei auf neue Technologien setzt. Hier kommen 3D-Scanner und 3D-Drucker ebenso zum Einsatz wie virtueller Schweißtrainer oder Exoskelette für komfortables Überkopfarbeiten bei Malertätigkeiten. All dies konnten die zahlreichen Besucher von Handwerk Digital 2019 im Bildungszentrum Hansemann der Handwerkskammer Dortmund bestaunen. Auf der von der Kammer in Zusammenarbeit mit Handwerk.NRW, dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk und der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund organisierten Messe stellten 80 Aussteller aus ganz Deutschland ihre Produkte und Dienstleistungen vor.

Digitalisierung aus dem Handwerk nicht mehr wegzudenken

"Der Wandel durchdringt alle Bereiche des Lebens", sagte der Präsident der Kammer Dortmund, Berthold Schröder. Die Digitalisierung sei aus dem Handwerk nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile würden neue Techniken ganz selbstverständlich genutzt. Diese neue Techniken erforderten entsprechend geschultes Personal. 

Mehr Infos zum Thema "Handwerk 4.0" finden Sie in unserem Themen-Special "Digitales Handwerk"! "Da werden zunehmend Kompetenzen wichtig, die früher gar nicht zum eigentlichen Berufsbild gehört haben." Es sei deswegen notwendig, die Lerninhalte der verschiedenen Berufe neu zu überbearbeiten, um die zukünftigen Fachkräfte mit dem richtigen Wissen auszustatten.

Umdenken in vielen Bereichen nötig

Foto: © Chris Lührmann / HWK DortmundDer digitale Wandel erfordere ein Umdenken in vielen Bereichen – auch im traditionsreichen Handwerk. "Tradition zu bewahren bedeutet jedoch nicht, sich dem Fortschritt zu verschließen, an alten Vorstellungen festzuhalten und damit für Stillstand zu sorgen", erklärte Schröder. Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen werde in Zukunft davon abhängen, ob sie sich an die neuen Entwicklungen anpassen können. "Das Handwerk ist es gewohnt, Veränderungen mitzugestalten, denn wir sind nicht nur Anwender, sondern gleichzeitig auch Motor technischer Entwicklung."

Zitat: "Bildung ist der Schlüssel, um diese neuen Technologien nutzbar und anwendbar zu machen." (Andreas Pinkwart, FDP, NRW-Wirtschaftsminister)Die Digitalisierung sei eine Herausforderung, betonte der Landeswirtschaftsminister, Andreas Pinkwart (FDP). Sie sei aber auch eine riesige Chance, schwierige Prozesse vereinfachen zu können. Es sei ein besonderes Anliegen der Landesregierung, dem Handwerk als Motor der Wirtschaft frühzeitig auf die Möglichkeiten der Digitalisierung auszurichten. Dafür sei Qualifizierung notwendig. "Bildung ist der Schlüssel, um diese neuen Technologien nutzbar und anwendbar zu machen." Die Politik sei in der Pflicht, für die entsprechende Infrastruktur zu sorgen. "Wir brauchen gute Köpfe, wir brauchen Investitionen in die Unternehmen und wir brauchen die Infrastruktur. Wenn wir das zusammen machen, gemeinsam voranschreiten, bin ich ganz sicher, wird das Handwerk der Gewinner der digitalen Revolution werden."

Junge Handwerker gesucht!

Jeder Handwerksbetrieb müsse sich die Fragen stellen, ob er ein neues digitales Geschäftsmodell braucht, so Stefan Kaufmann, Bundestagsabgeordneter für die CDU und Vorsitzender der Enquete-Kommission "berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt", bei der sich anschließenden Podiumsdiskussion. Er müsse wissen, wie ein Unternehmen digital zu führen ist und seine Mitarbeiter dafür qualifiziert werden können. Die Entwicklungsperspektive für das Handwerk sei sehr gut. Die duale Aus- und Weiterbildung müsse an die Herausforderungen der Digitalisierung angepasst werden. "Ohne Handwerker werden wir keine gute Zukunft haben." Um wettbewerbsfähig zu bleiben, brauche Deutschland wieder mehr junge Handwerker, die den digitalen Herausforderungen gewachsen sind.

Lob vom Handwerk.NRW-Präsidenten

Andreas Ehlert gratulierte allen Beteiligten für die Organisation der erfolgreichen Messe: "Das, was man hier sieht, ist großartig", lobte der Präsident von Handwerk.NRW. Die Aufgabe des Unternehmers sei es, zu schauen, welche Prozessabläufe zu optimieren sind und wie er sein Team bei der Veränderung mitnehmen kann. Da sei unheimlich viel, was auf den Weg gebracht werden könne. "Da wird sich innerhalb der nächsten wenigen Jahre enorm viel verändern, und deswegen sollten wir die Chancen, die sich daraus ergeben, unbedingt im Handwerk nutzen."

Text: / handwerksblatt.de

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