Synthetische Kraftstoffe hätten gute Chancen, sich am Markt zu etablieren, wenn sie ähnlich gefördert würden wie die Elektromobilität, sagt der ZDK. (Foto: © Hanna Kuprevich/123RF.com)

ZDK fordert Förderung synthetischer Kraftstoffe

Unternehmensführung

Synthetischen Kraftstoffen müsse als klimaneutrale Technologie mehr Beachtung geschenkt werden, fordert der ZDK. Für die Kraftstoffe solle die gleiche Förderung geschaffen werden wie für die Elektromobilität.

Synthetische Kraftstoffe sollten die gleiche Förderung erfahren wie die Elektromobilität. Diese Forderung bekräftigte Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), bei der Bundestagung des Kraftfahrzeuggewerbes in Berlin. "Für uns sind die synthetischen Kraftstoffe als CO2-neutrale Technologie ein Faktor, dem bisher viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Das muss sich ändern", erklärt Karpinski. Diese Kraftstoffe hätten gute Chancen, sich am Markt zu etablieren, wenn sie ähnlich gefördert würden wie die Elektromobilität.

Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk betonte, dass es nicht ausreiche, nur auf E-Mobilität zu setzen. Bei längeren Strecken und schweren Lasten seien andere Antriebskonzepte wie etwa die Brennstoffzelle vorteilhafter. "Langfristig ist Geld für die Ausrüstung von Tankstellen mit Wasserstoffsäulen wesentlich sinnvoller angelegt als für die Schaffung fußballfeldgroßer Elektro-Ladeparks entlang der Bundesfernstraßen", so Hülsdonk.

Große Sorgen wegen Anti-Auto-Stimmung

Große Sorgen bereitet der Verbandsspitze die Anti-Auto-Stimmung im Land. Die Diskussion um den Klimaschutz und die Verunglimpfung des Autos als Umweltsünder Nummer eins trage teilweise irrationale Züge. Wer sich an Fakten orientiere, müsse zugestehen, dass etwa moderne Euro 6d-Temp-Diesel unverzichtbar für die CO2-Bilanz seien.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unterstützte den technologieoffenen Ansatz bei der Förderung alternativer Antriebstechnologien. Seiner Meinung nach sei die Konzentration nur auf die batteriebetriebene Elektromobilität zu kurz gesprungen. "Wir wollen vor allem die Wasserstofftechnologie vorantreiben, und wir müssen die synthetischen Kraftstoffe weiterentwickeln", kündigte Scheuer an. Das Klimapaket der Bundesregierung öffne dafür die Möglichkeiten.

Neugier für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wecken

"Ich möchte, dass die Bürger frei entscheiden, wie sie ihre Mobilität organisieren." Denn rund 70 Prozent der Menschen in Deutschland würden in kleinen Städten und im ländlichen Raum leben und seien auf das Automobil angewiesen. Dem Kraftfahrzeuggewerbe wies er die wichtige Aufgabe zu, die Neugier der Menschen im Land für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zu wecken.

Text: / handwerksblatt.de

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