Persönliche Schutzausrüstung: So erhalten Sie Schutzfunktionen
Wer bei der Reinigung und Pflege der Persönlichen Schutzausrüstung auf die hauseigene Waschmaschine setzt, riskiert den Verlust von Schutzfunktionen.
Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Berufskleidung: So sind Sie richtig angezogen
Für viele Handwerker ist das Tragen einer Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) im Job unverzichtbar. Sei es beim Schweißen, beim Umgang mit Chemikalien oder beim Hantieren mit scharfkantigen Materialien: Moderne Stoffe schützen vor Verbrennungen, Verätzungen oder Schnittwunden. Spezielle PSA-Hosen, -Jacken und -Shirts sind auf diese härtesten Anforderungen ausgelegt.
Mit professionellen Textildienstleistern auf der sicheren Seite
Damit die Kleidung jedoch nach der ersten Wäsche nicht ihre Funktionalität verliert, kommt es auf die richtige Pflege an. Hersteller wie HB Protective Wear weisen darauf hin, dass eine fachgerechte Pflege der Kleidung unerlässlich ist, um die Lebensdauer von PSA so lange wie möglich zu erhalten. Aus diesem Grund empfehlen sie die Nutzung eines professionellen Textilservices, der sich auf die Reinigung und Pflege und den Erhalt der Schutzfunktionen spezialisiert hat.
Textildienstleister wie Alsco, bardusch, CWS, die Mietwäsche, DBL oder Mewa gehen bei der Reinigung und Pflege von PSA nach strengen Richtlinien vor. "Wir sichern Qualität, indem wir mit klar definierten Prozessen, verbindlichen Verantwortlichkeiten und nachvollziehbaren Kontrollen arbeiten – von der Auswahl und Einrichtung über die fachgerechte Pflege und Prüfung bis hin zu Reparatur, Dokumentation und, wenn erforderlich, dem Austausch einzelner Teile", erklärt Gerhard Alliger, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing-GmbH.
Foto: © Grafik: Mewa Präzise Bestimmung der Schutzwirkung durch KI-gestütztes Prüfverfahren
Ein zentraler Punkt ist die Sicherheit des Trägers, die durch die normale Haushaltswäsche der PSA beeinträchtigt werden kann. Reflexstreifen werden in der normalen Haushaltswäsche häufig zu stark strapaziert und verblassen: ein gefährlicher Effekt, der gerade in der dunkleren Jahreszeit zu Unfällen führen kann. Der Textil-Dienstleister Mewa hat gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut ein KI-gestütztes Prüfverfahren entwickelt, mit dem die Schutzwirkung von Warnkleidung nach jedem Wasch- und Pflegeprozess präzise bestimmt werden kann. Das Prüfverfahren wurde von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) in einem Forschungsprojekt überprüft.
Dabei konnten die wissenschaftlichen Labor- und Feldversuche bestätigen, dass das auf künstlicher Intelligenz basierte Verfahren zuverlässiger als das menschliche Auge erkennt, wann die Sicherheit von Warnschutzkleidung nicht mehr der Norm entspricht. Damit kann Mewa noch besser sicherstellen, dass Kleidung mit Gebrauchsspuren rechtzeitig ausgesondert wird oder zum Beispiel durch den Austausch von Reflexstreifen instandgesetzt wird.
Entwicklung mit dem Fraunhofer-Institut
Das digitale Prüfverfahren wurde in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt und patentiert und ist laut Mewa auf dem Markt bislang einzigartig. Das Prüfverfahren folgt einem vollautomatischen Kontrollprozess, bei dem die Kleidungsstücke nach dem Waschen und Trocknen auf Bügeln hängend durch die Prüfanlage transportiert werden. Dort werden der Leuchtdichtefaktor des fluoreszierenden Gewebes und der spezifische Rückstrahlwert der Retroreflexstreifen erfasst und dokumentiert.
Liegt das Kleidungsteil außerhalb der Normwerte, wird es automatisch separiert und einem weiteren Kontrollprozess unterzogen. "Die KI-gestützte Technologie ergänzt die bislang übliche Sichtkontrolle und bringt noch mehr Sicherheit für unsere Kunden", sagt Stefan Abel, Leiter Qualität Produktion & Logistik bei Mewa.
Normenratgeber zur Einordnung typischer Anwendungsfelder
Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften sowie die PSA-Benutzungsverordnung haben festgelegt, dass Unternehmen dafür Sorge tragen müssen, dass Warnkleidung entsprechend der Gefährdungsbeurteilung benutzt und regelmäßig auf Funktionsfähigkeit kontrolliert werden muss. Werden Pflege und Instandhaltung der Kleidung einem professionellen Dienstleister überlassen, liegt die Verantwortung bei ihm.
Wer unsicher ist, welche Norm für welchen Arbeitsbereich greift, kann sich beim Hersteller Bierbaum Proenen auf der Website einen kostenlosen Normenratgeber herunterladen. Der BP-Normenratgeber unterstützt als praxisnahe Orientierungshilfe, vermittelt ein Grundverständnis der wichtigsten Normen im Bereich Schutzkleidung und bietet eine strukturierte Einordnung typischer Anwendungsfelder. Ziel ist es, Normanforderungen sicher einzuordnen und Schutzkleidung bedarfsgerecht auszuwählen – als Teil eines professionellen Bekleidungskonzeptes.
Zu den im Handwerk am häufigsten genutzten Textildienstleistern zählen Alsco, bardusch, CWS Workwear, DBL, Die Mietwäsche und Mewa.
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Text:
Claudia Stemick /
handwerksblatt.de
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