Die neue Multinorm Green Kollektion von Fristads vereint Sicherheit und Nachhaltigkeit.

Die neue Multinorm Green Kollektion von Fristads vereint Sicherheit und Nachhaltigkeit. (Foto: © Klas Svensson)

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"Nachhaltigkeit muss messbar sein, um glaubwürdig zu sein"

Im September hat der schwedische Workwear-Hersteller Fristads erstmals eine Multinorm-Kollektion vorgestellt, die allen Sicherheitsanforderungen entspricht und zugleich nachhaltig ist.

Lena Bay Højland, Product Director bei Fristads, spricht über die besonderen Herausforderungen bei der Entwicklung und das Engagement des Unternehmens im Bereich der Nachhaltigkeit.

DHB: Mit Multinorm Green hat Fristads eine Multinorm-Kollektion auf den Markt gebracht, die bei zahlreichen Hochrisikoarbeiten schützt und gleichzeitig eine deutlich bessere Umweltbilanz aufweist. Worin lag die besondere Herausforderung bei der Entwicklung?
Lena Bay Højland:
Multinorm-Arbeitskleidung gehört zu den anspruchsvollsten Produktkategorien, die wir entwickeln. Ein Kleidungsstück muss mehrere Schutzanforderungen gleichzeitig erfüllen. Bei Multinorm Green wollten wir darüber hinaus nachhaltigere Materialien, hohe Langlebigkeit und mehr Bewegungsfreiheit miteinander verbinden, ohne bei der Sicherheit Kompromisse einzugehen. Deshalb hat die Entwicklung mehr als vier Jahre gedauert. ­Gemeinsam mit Materiallieferanten und Anwendern aus Hochrisiko-Arbeitsumgebungen haben wir das Hauptmaterial neu entwickelt und intensiv getestet. Ein konkretes Beispiel ist Protex F, eine neue anti­monfreie flammhemmende Faser, die in Multinorm Green zum Einsatz kommt. Die Faser bietet den­selben zertifizierten Schutz wie herkömmliche Lösungen und kann teilweise aus recycelten Chemikalien aus Kunststoff- und Textilabfällen hergestellt werden. Für uns ist die ­Kollektion zugleich der ­nächste Schritt einer Entwicklung, die wir bereits 2019 mit Fristads Green und ­unseren ersten Environmental Product Declarations, kurz EPDs, begonnen haben.

DHB: Multinorm Green ist also kein Einzelprojekt. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit grundsätzlich bei der Produktentwicklung von Fristads?
Lena Bay Højland:
Nachhaltigkeit beginnt für uns nicht erst bei einer recycelten Faser. Ein hochwertiges ­Kleidungsstück, das länger genutzt werden kann, muss ­seltener ersetzt werden. Deshalb ge­hören Qualität, Reparierbarkeit und Langlebigkeit unmittelbar zu ­unserem Nachhaltigkeitsverständnis. Gleichzeitig ­wollen wir die Umweltwirkungen unserer ­Produkte transparent machen und gezielt reduzieren. Das lässt sich auch an konkreten Schritten ­zeigen: Bereits 2002 wurde Fristads nach ISO 14001 zertifiziert. 2019 haben wir als erstes Unternehmen weltweit eine Umweltproduktdeklaration (EPD) für Kleidung entwickelt. 2024 folgte unser erstes Produkt, das teilweise aus recycelter Berufsbekleidung hergestellt wurde, sowie "­Sustainability as a Service", mit dem wir die Lebensdauer von Workwear durch Reparatur, Wiederverwendung und Recycling verlängern. Hinzu kommen der Verzicht auf problematische Chemikalien, sogenannte PFAS, und unser Ziel, die CO₂-Emissionen bis 2030 deutlich zu reduzieren. Nachhaltigkeit ist deshalb kein ­Zusatz, sondern Teil unserer Produktentwicklung und Unternehmensstrategie.

DHB: Welche Hochrisiko-Einsätze werden durch die neue Multinorm Green abgedeckt?
Lena Bay Højland:
Die Kleidungsstücke von Multinorm Green schützen unter anderem vor Hitze und Flammen, Störlichtbogen, elektrostatischer Aufladung und begrenzt vor flüssigen Chemikalien. Hinzu kommen Schweißerschutz, Warnschutz und UV-Schutz. Die ­Kleidung ist außerdem metallfrei und damit für entsprechende Arbeiten in ATEX-Umgebungen geeignet.

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DHB: Nachhaltigkeit liegt im Trend. Gleichzeitig sind Begriffe wie "nachhaltig" oder "umweltfreundlich" nicht eindeutig definiert. Wie stellt Fristads sicher, dass die Umweltbilanz seiner ­Produkte tatsächlich nachvollziehbar ist?
Lena Bay Højland:
Genau deshalb ist Transparenz für uns entscheidend. Wir möchten die Umweltwirkungen mit belastbaren Daten belegen. Ein wichtiges ­Instrument dafür sind Umweltproduktdeklarationen, sogenannte EPDs (Environmental Product Declarations). Sie zeigen unter anderem CO₂-Emissionen und Wasserverbrauch über den gesamten Lebenszyklus eines Kleidungsstücks und werden von unabhängiger Seite geprüft. Bei Multinorm Green verfügt jedes Kleidungsstück über eine EPD. Zusätzlich ist die Kollektion PFAS-frei und nach OEKO-TEX Standard 100 zertifiziert. Auch die Haltbarkeit wird umfassend geprüft, denn für uns ist ein Produkt nur dann nach­haltig, wenn es seine Funktion möglichst lange erfüllt.

Nachhaltigkeit ist kein Zusatz, sondern Teil unserer Produktentwicklung und Unternehmensstrategie. Lena Bay Højland, Produktdirektorin Fristads. Foto: © FristadsNachhaltigkeit ist kein Zusatz, sondern Teil unserer Produktentwicklung und Unternehmensstrategie. Lena Bay Højland, Produktdirektorin Fristads. Foto: © Fristads

DHB: Beim Thema Nachhaltigkeit fällt immer ­häufiger der Begriff "PFAS-frei". Was sind PFAS ­eigentlich und warum verzichtet Fristads darauf?
Lena Bay Højland: PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Sie wurden lange eingesetzt, weil sie Materialien beispielsweise wasser-, öl- oder schmutzabweisend machen. Gleichzeitig sind viele dieser Stoffe extrem beständig und bauen sich in der Umwelt nur sehr schwer ab. Daher werden sie häufig als "Ewigkeitschemikalien" bezeichnet. Wir prüfen deshalb sehr genau, wo Alternativen möglich sind, und stellen unser Sortiment schrittweise um. Multinorm Green ist vollständig PFAS-frei und erreicht ­dennoch das vorgesehene hohe Schutzniveau.

DHB: Wo kann man die neue Multinorm-Green-Kollektion bestellen?
Lena Bay Højland:
Multinorm Green ist seit September 2026 über den Fachhandel, direkt über den Fristads Vertrieb oder den Webshop bestellbar. Die Kollektion umfasst mehr als 20 Produkte, ­darunter Hosen, Latzhosen, Jacken, einen Overall sowie ­verschiedene Oberteile.

Das Interview führte Claudia Stemick.

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Text: / handwerksblatt.de

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