Bernd Ohlemeyer, Jörg Bischoff, Wolfgang Hoffmann, Mona Neubaur, Carmen Heinke, Andreas Saure, Karl-Heinz Grote, Benedikt Rotte und Berthold Schröder (v. l.)

Bernd Ohlemeyer, Jörg Bischoff, Wolfgang Hoffmann, Mona Neubaur, Carmen Heinke, Andreas Saure, Karl-Heinz Grote, Benedikt Rotte und Berthold Schröder (v. l.) (Foto: © WHKT / RG)

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Ehrenamt erzeugt Zusammenhalt

Beim diesjährigen Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW standen Handwerker im Mittelpunkt, die sich auch außerhalb ihres Berufes gemeinnützig engagieren. Sieben Ehrenamtler stellten ihr Engagement vor.

Das ehrenamtliche Engagement von Handwerkern sei wichtig für die Gesellschaft. Es erzeuge Zusammenhalt und biete sehr viel für die Allgemeinheit. Das betonte Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags (WHKT) beim Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW. Der WHKT richtete die Veranstaltung bereits zum zwölften Mal in Raesfeld aus. "Diesen Zusammenhalt in die Gesellschaft zu tragen ist eine wichtige Aufgabe des Handwerks und das soll heute in den Mittelpunkt gestellt werden", erklärte Schröder "Wir bilden junge Menschen aus, geben jungen Menschen eine Chance, die es schwer haben im Leben, geben ihnen Orientierung und eine Zukunftsperspektive. Das kann man nicht hoch genug einschätzen." Viele Handwerker seien aber auch neben ihrem Beruf ehrenamtlich engagiert. Das gelte sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. 

"Die Menschen, die wir beim Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW zusammenbringen, stärken mit ihrem Einsatz unsere Regionen und unsere Gesellschaft. Ihr Einsatz zählt. Das Handwerk lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Erfahrung, ihre Zeit und ihre Fähigkeiten für andere einbringen." Dieses Engagement verdiene Sichtbarkeit und Unterstützung. Das Ehrenamt sei eine elementare Säule das Handwerks, sagte auch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne). "Vieles würde nicht funktionieren, wenn Handwerkerinnen und Handwerker nicht so oft ehrenamtlich mitanpacken würden – für ihre Stadt, ihre Gemeinde, ihre Nachbarschaft, für Projekte, die sonst teuer bezahlt werden müssten. Meisterinnen, Gesellen und Auszubildende engagieren sich nicht nur sozial, sie tragen auch die wirtschaftliche Selbstverwaltung und das Ausbildungswesen – ehrenamtlich."

Bernd Ohlemeyer und Benedikt Grote

Marco Herwartz, Präsident der HWK Aachen, Mona Neubaur, Bernd Ohlemeyer und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RGMarco Herwartz, Präsident der HWK Aachen, Mona Neubaur, Bernd Ohlemeyer und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RG

Sieben Handwerker aus allen Kammerbezirken Nordrhein-Westfalens berichteten über ihren ehrenamtlichen Einsatz. Den Anfang machte Bernd Ohlemeyer. Der Elektromeister aus Merzenich leitet die Elektrotechnik Ohlemeyer GmbH und engagiert sich seit vielen Jahren über seinen Betrieb hinaus für das Gemeinwohl. Mit dem Verein "Ein Dach für Afrika" unterstützt er verschiedene Entwicklungsprojekte, unter anderem in Abidjan in der Elfenbeiküste. "Als ich dorthin kam, war alles zerstört und auf einem ganz schlechten Niveau. Und dann habe ich überlegt, was man denn überhaupt machen kann." Er wollte nicht einfach nur Geld spenden, sondern langfristig helfen und entschied sich, eine Schule bei der beruflichen Ausbildung junger Menschen zu unterstützen. Später war er beim Aufbau einer Schreinerei beteiligt und stattete sie mit Maschinen und Werkzeug aus. 

Mona Neubaur, Benedikt Rotte, Peter Eul, Präsident der HWK OWL zu Bielefeld und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RGMona Neubaur, Benedikt Rotte, Peter Eul, Präsident der HWK OWL zu Bielefeld und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RG

Benedikt Rotte, Geschäftsführender Gesellschafter der Ulrich Rotte Anlagenbau und Fördertechnik GmbH in Salzkotten, verbindet unternehmerische Verantwortung mit gesellschaftlichem Engagement in der Region. Er hat am Unternehmensstandort eine Kindertagesstätte errichtet, um so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und gleichzeitig den Wirtschaftsstandort zu stärken. Seit diesem Jahr ist die Firma offizieller "Hilfepunkt für Kids" des Caritasverbandes Paderborn und bietet jungen Menschen in Notsituationen Hilfe. Außerdem unterstützt Rotte den Jugend- und Vereinssport. "Darüber hinaus setzen wir uns im Unternehmen stark dafür ein, dass auch unsere Mitarbeitenden ihr Engagement außerhalb des Unternehmens leisten können, zum Beispiel durch Freizeitgewährung oder das Bereitstellen der Betriebseinrichtung." Er sei in einem Haushalt aufgewachsen, in dem Engagement für die Öffentlichkeit immer schon eine große Rolle gespielt habe. Diesen Einsatz führe er gemeinsam mit seiner Frau weiter.

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Wolfgang Hoffmann und Jörg Bischoff

Mona Neubaur, Wolfgang Hoffmann und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RGMona Neubaur, Wolfgang Hoffmann und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RG

Wolfgang Hoffmann, Geschäftsführer der Paul Hoffmann GmbH in Bochum, engagiert sich für die handwerkliche Ausbildung junger Menschen in Sambia. Auch während seiner Jugend sei es ihm vorgelebt worden, dass ehrenamtliches Engagement völlig normal sei. Mit einer Begegnungsreise nach Sambia startete sein Einsatz: "Ich war vorher noch nie in Afrika. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass es Regionen auf dieser Welt gibt, wo es tagelang keinen Strom und kein fließendes Wasser gibt. Bei mir ist die Idee entstanden, ob es nicht sinnvoll wäre, in irgendeiner Form in dieser unglaublich armen Gegend eine Ausbildungseinrichtung einzurichten." Hoffmann sammelte daraufhin ausgemusterte Maschinen und verschiffte am Ende eine komplette Tischlerei nach Sambia. Dort bekommen junge Menschen eine praxisnahe handwerkliche Ausbildung damit neue berufliche Perspektiven.

Andreas Ehlert, Präsident der HWK Düsseldorf, Mona Neubaur, Jörg Bischoff, Özlem Yarar, Vizepräsidentin der HWK Düsseldorf und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RGAndreas Ehlert, Präsident der HWK Düsseldorf, Mona Neubaur, Jörg Bischoff, Özlem Yarar, Vizepräsidentin der HWK Düsseldorf und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RG

Fleischermeister Jörg Bischoff, Inhaber der Bischoff GmbH in Oberhausen, ist Vorsitzender des Vereins "Oberhausen hilft". Der Verein unterstützt Menschen in Not und fördert soziale Einrichtungen im In- und Ausland.Dazu gehörte auch die Instandsetzung einer Augenklinik in Sarajevo. Mit dem 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft von Oberhaus und Saporischschja startete Bischoffs Engagement in der Ukraine. Dazu gehörte etwa die Instandsetzung der sanitären Anlagen in einem Waisenhaus. "Wir bekommen wirklich viel Unterstützung aus der gesamten Region. Dann kam dieser große, furchtbare Krieg, und dann nahm das natürlich andere Formen an. Wir haben mittlerweile 24 große LKW mit Hilfsgütern auf den Weg gebracht."

Carmen Heinke und Andreas Saure

Alexander Hengst, Vizepräsident der HWK zu Köln, Mona Neubaur, Carmen Heinke und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RGAlexander Hengst, Vizepräsident der HWK zu Köln, Mona Neubaur, Carmen Heinke und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RG

Die Bäckerei Hardt in Köln führt regelmäßig Spendenaktionen für gemeinnützige Projekte durch. Hinter dem Engagement steht auch Geschäftsführerin Carmen Heinke. Mit dem jährlichen Feuerwehrbrot sammelt sie Spenden für die Jugendfeuerwehr. "Da ist schon richtig viel Geld zusammengekommen. Dann hat uns die Feuerwehr eingeladen. So konnten wir auch erleben, was mit dem Geld gemacht wird. Da ist eine ganz tolle Freundschaft draus geworden, und wir backen dann auch schon mal zusammen. Das heißt, die Feuerwehrleute kommen auch zu uns in die Backstube." Nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal sammelte sie außerdem durch den Verkauf eines Spendenbrotes und eine zusätzliche Spendenaktion innerhalb von zehn Tagen mehr als 10.000 Euro. Darüber hinaus unterstützt die Bäckerei ein Kinder- und Jugendprojekt und weitere soziale Einrichtungen durch die Weitergabe nicht verkaufter Lebensmittel. 

Mona Neubaur, Andreas Saure, Jürgen Kroos, Präsident der HWK Münster und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RGMona Neubaur, Andreas Saure, Jürgen Kroos, Präsident der HWK Münster und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RG

Andreas Saure, Uhrmacher, Gold- und Silberschmiedemeister aus Borken, engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr und seit Ausbruch des Ukrainekriegs beteiligt er sich an humanitären Hilfsaktionen. Dazu gehören Medikamententransporte und die Übergabe von Löschfahrzeugen und Rettungsmaterialien. Zusammen mit anderen Ehrenamtlichen brachte er die Hilfsgüter persönlich bis nach Lwiw. "Das erste Projekt war drei Wochen nach Kriegsbeginn", so Saure. Damals sammelte er Spenden für Insulin, das in der Ukraine sehr knapp geworden war. Mittlerweile gehen auch komplett ausgestattete Feuerwehrfahrzeuge in die Region Lwiw. "Wir fahren bis in die Orte und bilden auch so ein bisschen an den Fahrzeugen aus. Die Dankbarkeit, die man dort erlebt, kann man sich kaum vorstellen. Dadurch sind auch enge Freundschaften entstanden." Einige Feuerwehrleute aus der Ukraine durften ihre Kollegen in Borken besuchen und mit ihnen zu einer Fachmesse in Hannover zu reisen.

Karl-Heinz Grote und Nadine und Bernd Winkels

Mona Neubaur, Karl-Heinz Grote, Dr. Cosmas Alule, Jochen Renfordt, Präsident der HWK Südwestfalen und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RGMona Neubaur, Karl-Heinz Grote, Dr. Cosmas Alule, Jochen Renfordt, Präsident der HWK Südwestfalen und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RG

Für Bäckermeister Karl-Heinz Grote von der Goldbäckerei Grote GmbH & Co. KG in Balve-Langenholthausen gehört gesellschaftliche Verantwortung zum Selbstverständnis eines Handwerksunternehmers. "Ich bin immer sozial stark unterwegs gewesen", sagte er. Für ihn sei sein ehrenamtlicher Einsatz eine Herzensangelegenheit. Mit seiner Bäckerei unterstützt Grote Kinder-, Jugend- und Sportprojekte  und ein Spendenprojekt zugunsten eines gemeinsam mit der Kolpingsfamilie Balve-Garbeck betreuten Entwicklungsprojekts. Er setzt sich für den Aufbau von Bäckereien in Uganda ein, um Menschen durch handwerkliche Ausbildung und Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltige Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

Jürgen Kroos, Präsident der HWK Münster, Mona Neubaur, Nadine Winkels, Bernd Winkels und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RGJürgen Kroos, Präsident der HWK Münster, Mona Neubaur, Nadine Winkels, Bernd Winkels und Berthold Schröder (v. l.) Foto: © WHKT / RG

Zum Abschluss überreichte Ministerin Neubaur den Ehrenamtspreis Handwerk NRW an das Unternehmerpaar Nadine und Bernd Winkels aus Haltern am See, das gemeinsam den Betrieb Orthopädie-Schuhtechnik Winkels führt. Unter dem Motto "Bewegung hilft" bringen sie Menschen durch Spendenläufe zusammen und verbinden dabei sportliche Aktivität mit sozialem Engagement. Dabei sammelten sie Spenden für den Deutschen Kinderhospizverein und das Netzwerk Roter Keil. "Zur Leidenschaft für das Handwerk gesellt sich bei Ihnen beiden die Leidenschaft fürs Helfen, die Leidenschaft fürs Ehrenamt und auch die Leidenschaft für den Sport", so Neubaur in ihrer Laudatio. Mit ihrem Engagement für mehr Bewegung hätten sie nicht nur viele Spendengelder eingesammelt und so Hilfe für Kinder und Familien ermöglicht, sondern auch dabei geholfen, dass jeder Teilnehmende viel für seine Gesundheit getan hat.

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Text: / handwerksblatt.de

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