Als unversorgt galten zum Start des Ausbildungsjahres noch 25.844 Bewerber. Aktuell sind noch 23.359 Ausbildungsstellen kurzfristig zu besetzen.

Als unversorgt galten zum Start des Ausbildungsjahres noch 25.844 Bewerber. Aktuell sind noch 23.359 Ausbildungsstellen kurzfristig zu besetzen. (Foto: © Markus Lambrecht/123RF.com)

Vorlesen:

Weniger Ausbildungsstellen in NRW

Handwerkspolitik

Die Zahl der 2026 betrieblichen Ausbildungsstellen in Nordrhein-Westfalen sank 2026 um 6,4 Prozent. Mehr als 23.300 Ausbildungsstellen sind aktuell noch kurzfristig zu besetzen. Im Handwerk bleibt der Ausbildungsmarkt stabil.

Die schwierige wirtschaftliche Situation in Deutschland hat Folgen für den nordrhein-westfälischen Ausbildungsmarkt. Im laufenden Jahr sank die Zahl der bei den Agenturen für Arbeit gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent. Die Unternehmen meldeten 92.947 Ausbildungsstellen, 6.319 weniger als 2025.

Gleichzeitig meldeten 105.686 junge Menschen Interesse an einer Ausbildung, 381 (plus 0,4 Prozent) mehr als im Vorjahr. Als unversorgt galten zum Start des Ausbildungsjahres noch 25.844 Bewerber, dazu kamen noch 12.418 Jugendliche, die zwar bereits eine Alternative haben, jedoch lieber in eine duale Berufsausbildung starten würden. Aktuell sind noch 23.359 Ausbildungsstellen kurzfristig zu besetzen.

Der Markt ist unausgeglichen

"Wir wissen, die Wirtschaft befindet sich in der Transformation. Die Demographie als ein wesentliches Thema ist bereits unternehmerische Realität wie der Fachkräftebedarf. Es ist daher höchste Zeit, in die eigene und betriebliche Zukunft zu investieren. Es stehen sofort attraktive Ausbildungsstellen und motivierte Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung", sagt Dirk Strangfeld aus der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit.

"Auf 100 Ausbildungsstellen kommen 114 Bewerberinnen und Bewerber. Der Markt ist nicht mehr ausgeglichen."Es gebe weniger Betriebe und der Anteil der Unternehmen, die ausbilden gehe zurück. Strangfeld appellierte an Ausbildungspartner aus Handwerk, Industrie und freien Berufen, die Ausbildung weiterhin gemeinsam hochzuhalten.

Das könnte Sie auch interessieren:

Stabiler Markt im Handwerk

Es gebe Potenzial sowohl bei den unbesetzten Lehrstellen als auch bei den unversorgten Bewerbern. "Es geht noch was. Man kann sich entsprechende Ausbildungsstellen noch suchen und man wird da auch sehr schnell fündig." Auf der  Seite der Betriebe sehe es ähnlich aus. "Jede Ausbildung, die wir starten, ist eine Perspektive für junge Menschen und auch für das Unternehmen."

Andreas Oehme, Geschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertags, berichtet von einem stabilen Ausbildungsmarkt im Handwerk. Aktuell gebe es etwas weniger neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in NRW als im Vorjahr – ein Minus von 1,6 Prozent. "Das sind 319 Verträge weniger. Wir sind aber guter Dinge, dass wir das Vorjahresniveau von etwa 28.000 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen halten können."

Betriebe suchen Talente mit jedem Abschluss

Gleichwohl gebe es unzählige unbesetzte Ausbildungsstellen. "Gerade die kleinen Betriebe im Handwerk machen uns Sorgen. Wenn kleine Betriebe über Jahre keinen finden oder nur ganz schlechte Erfahrungen mit Auszubildenden machen, die nicht zum Abschluss kommen, hören sie irgendwann auf überhaupt zu suchen." Das Handwerk generiere ein breites Spektrum von Nachwuchs, unterschiedliche Handwerker mit allen Schulabschlüssen.

Immer mehr Betriebe nähmen Drittstaaten in den Blick, um dort neue Auszubildende zu finden. "Noch suchen viele Ausbildungsbetriebe Auszubildende, mit denen sie bereits in diesem Jahr einen Ausbildungsvertrag abschließen können. Handwerksbetriebe suchen Talente mit jedem Schulabschluss. Sie bieten beste Bildungs- und Karrierechancen bis hin zur Selbstständigkeit. Zudem stehen sie für Tätigkeiten, die auf absehbare Zeit nicht durch künstliche Intelligenz ersetzt werden."

DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: