Seit der ersten Testfahrt im Jahr 1946 hat sich der Unimog vom landwirtschaftlichen Universalgerät zum vielseitigen Spezialfahrzeug entwickelt. Heute ist er unter anderem im Handwerk, bei Kommunen, Feuerwehren und im Katastrophenschutz im Einsatz.
Robust, flexibel, ausdauernd, mit einem markanten Aussehen. Mit seinem Leistungsvermögen und einer unverwechselbaren Silhouette ist der Unimog seit dem ersten Prototyp im Jahr 1946 unermüdlich im Einsatz. Seine Entwickler, Albert Friedrich und Heinrich Rößler, hatten von Anfang an die Vision von einem Tausendsassa. Zunächst für die Landwirtschaft gedacht, präsentierte sich der erste Unimog gleich als Lieferwagen, Arbeitsgerät und Zugmaschine. Albert Friedrich und Chefkonstrukteur Heinrich Rößler entwickelten daraus ein Fahrzeug, das Lieferwagen, Arbeitsmaschine und Zugmaschine vereinte.
Am 9. Oktober 1946 startete der Unimog U 1 mit Heinrich Rößler am Steuer eine erste Testfahrt über unwegsames Gelände. Schon da besaß das Fahrzeug die charakteristischen Portalachsen. Sie sorgen insbesondere für eine ungewöhnliche Bodenfreiheit. Ein auffallender Kühlergrill, vier gleich große Räder und Scheinwerfer wie Kulleraugen gehören auch 80 Jahre nach seinem Debüt zum Erkennungszeichen.
Unimog: Vielseitigkeit für Handwerk und Mittelstand
Albert Friedrich hatte zuvor bei Daimler-Benz gearbeitet. Die ersten Prototypen entstanden jedoch ab 1946 bei Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd; die Serienfertigung übernahm zunächst Böhringer in Göppingen. Ab 1951 rollten dann auch die ersten Modelle bei Mercedes-Benz Trucks über das Werksgelände. Seitdem hat der Unimog Geschichte geschrieben. Dank der schier uneingeschränkten Talente wurden andere Branchen aufmerksam. Unterwegs ist das Fahrzeug vor allem bei Kommunen, etwa in der Stadtreinigung, im Winterdienst und bei der Feuerwehr. Dank seiner Vielseitigkeit bewährt sich der Unimog zudem im Katastrophenschutz sowie bei zahlreichen Aufgaben im Handwerk.
Für Thomas Möllmann vom Dachdeckerbetrieb Mersmann & Möllmann in Raesfeld war mit der Firmengründung vor über 27 Jahren von Anfang an klar, dass für den Transport der Kräne und des schweren Geräts nur ein Unimog infrage kommen kann. Das Unternehmen zeigt auf der Startseite im Netz stolz seinen Fuhrpark. Im Mittelpunkt: ein unermüdliches Werkzeug, das vieles kann. Es dauerte daher auch nicht lange, bis drei Unimogs für den reibungslosen Arbeitsalltag sorgten. Und ein weiterer Aspekt stellte sich ein.
Nachdem Möllmann den Betrieb an zwei junge Meister übergeben hat, sitzt er weiterhin gern selbst am Steuer des Unimog und transportiert Material zu den Baustellen. Natürlich am Steuer der rollenden Legende. Das neueste Modell ist komplett schwarz und ein Hingucker. "Ich werde immer wieder auf das Fahrzeug angesprochen", erzählt der Unimog-Kenner im Gespräch mit dem Deutschen Handwerksblatt. Ein Schmunzeln kann er sich dabei nicht verkneifen. Sein Unimog sorgt immer wieder für viel Aufmerksamkeit. "Selbst ein prominentes Sportauto wird in dem Moment uninteressant."
Eine weitere Besonderheit sind die Zapfwellen sowie eine ungewöhnliche Höchstgeschwindigkeit von rund 80 km/h. Damit ist das Fahrzeug wie geschaffen für das große Abenteuer. Der Unimog war weltweit im Einsatz – von den Wüsten der Rallye Paris–Dakar bis in die Antarktis und auf die Höhen des Ojos del Salado. Am 6.893 Meter hohen Ojos del Salado erreichte ein Unimog die Rekordhöhe von 6.694 Metern. Matthias Jeschke und sein Team erklommen mit einem Unimog den Vulkan. Noch nie zuvor hatte ein Radfahrzeug solche Höhen erreicht.
Ruhm und Können sprechen sich herum. Selbst bis nach Hollywood gelangten die Vorzüge eines besonderen Werkzeugs aus Germany. Einer seiner größten Fans ist Arnold Schwarzenegger. Eigens für den Schauspieler wurde ein besonderes Modell gefertigt: der Unimog U1300 SE. Inzwischen hat sich Schwarzenegger zwar von diesem Modell getrennt. Aber bei seinen Besuchen in Deutschland nutzt er immer noch gerne die Gelegenheit, bei Testfahrten die neuesten Modelle zu fahren.
Die Zukunft des Unimog
Was als Alltagshelfer für die Landwirtschaft gedacht war, hat sich im Laufe der Jahre als unermüdlicher Helfer in vielen Lebenslagen erwiesen. Zum 80. Geburtstag haben Mercedes-Benz Special Trucks und Hellgeth Engineering ein einmaliges Showcar auf Basis des U 4023 entwickelt: den Unimog Nonplusultra U 4023. Beim Antrieb bietet das Sondermodell einige Wow-Momente.
Der serienmäßige Vierzylindermotor ist einem Sechszylinder OM 936 gewichen. Damit leistet das Fahrzeug 220 kW beziehungsweise 304 PS. Auch optisch hat man sich für den Jubilar etwas einfallen lassen. Mit einer mattgrauen Lackierung, den Aluminium-Beadlock-Felgen und einem neuen Lichtkonzept wird das Sondermodell anlässlich seines Geburtstages in ein feierliches Licht gerückt.
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