Der "Club der Unternehmerinnen" steht unter der Schirmherrschaft der Commerzbank AG. Er richtet sich an Gründerinnen und Unternehmerinnen aller Branchen.

Der "Club der Unternehmerinnen" steht unter der Schirmherrschaft der Commerzbank AG. Das Frauen-Netzwerk richtet sich an Gründerinnen und Unternehmerinnen aller Branchen.. (Foto: © ufabizphoto/123RF.com)

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"Club der Unternehmerinnen": Netzwerken für mehr Sichtbarkeit

Der "Club der Unternehmerinnen" ist ein Netzwerk für Gründerinnen und Unternehmerinnen. Es geht um den Austausch und mehr Sichtbarkeit für Frauen in Führungspositionen.

Frauen im Handwerk und anderen Wirtschaftsbereichen schließen ihre Prüfungen oft mit Bestnoten ab, gründen und führen Unternehmen. Netzwerke wie der "Club der Unternehmerinnen" unter der Schirmherrschaft der Commerzbank AG wollen ihnen mehr Sichtbarkeit, Austausch und Unterstützung bieten. Dem vor drei Jahren gegründeten Netzwerk gehören heute etwa 3.000 Gründerinnen, Inhaberinnen und Geschäftsführerinnen an, darunter auch viele Handwerkerinnen. Die Teilnahme ist kostenfrei; auch Nichtkundinnen können sich online anmelden. 

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Das aktive Netzwerken war jahrzehntelang eine Männerdomäne. Dementsprechend wurden und werden bis heute wichtige Posten und Aufträge oft innerhalb dieser Gruppen vergeben.

Nicht nur das: Frauen in Führungspositionen haben bis heute mit Vorurteilen und Widerständen zu kämpfen. "Ist das nicht zu schwer für Dich?", "Können wir mal den Chef sprechen?", "Schaffst Du das?", "Wer kümmert sich um Deine Kinder, wenn Du arbeitest?", "Warum ziehst Du nicht mal einen Rock an?" – Fast jede Frau kennt solche Sprüche. Jede geht damit anders um.

Stefanie Hamidovic ist eine der Gründerinnen und Projektleitung des Clubs. Auch sie musste sich behaupten in ihrer Position als Regionsleiterin Unternehmerkunden bei der Commerzbank. "Ich möchte, dass es meinen drei Töchtern einmal anders geht, dass die nächste Generation nicht nach ihrem Geschlecht beurteilt wird", sagt sie. "Der Club ist für mich ein Herzensprojekt."

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Der "Club der Unternehmerinnen" ist nach Angaben der Commerzbank das einzige Frauennetzwerk einer Großbank bundesweit. "Unser Ziel ist die Förderung von Frauen in Führung und die Förderung des Unternehmerinnentums – weil wir immer noch nicht da sind, wo wir sein sollten", so Stefanie Hamidovic.

Frauen-Netzwerke vernetzen sich untereinander

Der Club arbeitet eng mit anderen Frauen-Netzwerken wie beispielsweise dem Bundesverband der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) zusammen. Man könnte sagen, die Netzwerke vernetzen sich. Beim letzten bundesweiten Netzwerktreffen der "Frauen im Handwerk" in Bielefeld waren auch Stefanie Hamidovic und ihre Kollegin Simona Gross von der Commerzbank in Münster vor Ort.

Bestattermeisterin Jessica Beitzel (Bestattungen Hüsgen) aus Dormagen – sie ist ebenfalls Club-Mitglied - hielt dort eine beeindruckende Rede über die vielen Hürden, die sie auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit in einer männerdominierten Branche überwinden musste. "Es gibt Momente", so Jessica Beitzel, "in denen wir uns beweisen müssen, bevor wir überhaupt angefangen haben. In denen wir nicht nach Leistung, sondern nach einem Bild bewertet werden." Darum sind ihr Netzwerke – aber auch ihr Engagement im Bestatterverband – so wichtig. (Link zu einem Interview mit Jessica Beitzel)

Frauen müssen sich in vielen Berufen immer noch mehr beweisen als ihre männlichen Kollegen

Im Handwerk wird heute jeder vierte Betrieb von einer Frau geführt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Frauenanteil nach wie vor besonders hoch in den kreativen und gesundheitsgewerblichen Handwerksberufen ist. Weit oben rangieren beispielsweise Berufe wie Friseurin, Konditorin, Augenoptikerin oder Zahntechnikerin. Aber auch in anderen Bereichen wird das Handwerk deutlich weiblicher, berichtet der Zentralverband des Deutschen Handwerks. Stark gestiegen ist zuletzt die Zahl junger Frauen, die Kraftfahrzeugmechatronikerin, Tischlerin, Augenoptikerin, Elektronikerin, oder Malerin und Lackiererin werden. Ob die Auszubildenden von heute später auch einmal die Unternehmen leiten werden, steht auf einem anderen Blatt.

Bis heute werden Frauen und Mädchen im Handwerk noch von vielen (natürlich nicht allen) männlichen Kollegen, Ausbildern, Lehrern und insbesondere auch den Kunden als Exoten angesehen. Wenn sie in der Baubranche oder dem Kfz-Handwerk dann einen Betrieb gründen oder übernehmen, müssen sie sich deutlich mehr als ihre männlichen Kollegen beweisen. Handwerkskammern, Fachverbände und der ZDH arbeiten auf vielen Ebenen mit daran, dass sich das ändert.

In Netzwerken wie dem "Club der Unternehmerinnen", den "Unternehmerfrauen im Handwerk" oder regionalen Netzwerken wie zum Beispiel dem FrauenForum der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, finden diejenigen, die den Schritt in die Führungsetage gegangen sind, Gleichgesinnte mit ähnlichen Interessen und Themen. "Wir glauben daran, dass starke Netzwerke echten Mehrwert schaffen", sagt Stefanie Hamidovic.

Ein zentrales Ziel sei es, Unternehmerinnen zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen. Der Club bietet seit seiner Gründung vor drei Jahren Frauen eine Plattform, die sie miteinander in den Austausch bringt, ihre Expertise und ihre Unternehmen sichtbar macht und konkrete unternehmerische Impulse vermittelt. Es gibt regionale Netzwerke mit persönlichen Begegnungen vor Ort, bundesweite Präsenzveranstaltungen mit Impulsvorträgen, virtuelle Talks und Fachvorträge. Themen sind zum Beispiel Leadership, Frauen und Finanzen, Digitalisierung, Wachstum und Unternehmensführung.

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Text: / handwerksblatt.de

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