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Kulturzentrum Ehrenbreitstein: Die Ausstellung Schaffensland erleben

Erstmals stellt eine Dauerausstellung im Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein die Entwicklung eines Landes über einen Zeitraum von 200 Jahren in den Mittelpunkt. Besucher begegnen Frauen und Männern, die den historischen Werdegang greifbar machen.

Wer hat hier "geschafft" – und unter welchen Bedingungen? Eine Frage, auf die die neue Dauerausstellung berührend wie überraschend Antworten gibt. "In unserer neuen Dauerausstellung können Besucher die Arbeitswelt unseres Landes erkunden", betonte Professor Andreas Schmauder bei einem Rundgang auf über 1.200 Quadratmetern.

 "Insbesondere stellen wir die Menschen in den Vordergrund, die Rheinland-Pfalz mit ihrem Schaffen geprägt haben", bemerkt der Direktor des Kulturzentrums Festung Ehrenbreitstein anerkennend die Leistung von über 200 Menschen, die sechs Jahre lang für die Ausstellung "Schaffensland" in zahlreichen Archiven auf Spurensuche gegangen sind. Beginnend von der bäuerlichen Welt des 19. Jahrhunderts bis hin in die Moderne, die Forschung, den Tourismus und zu den globalen Herausforderungen führt die bemerkenswerte Reise.

Ein dunkles Kapitel

Die Dauerausstellung wurde Mitte August von Kulturminister Sven Teuber eröffnet. "Ich freue mich sehr, dass mit dem "Schaffensland" eine innovative Ausstellung die Menschen hinter der Arbeit in den Mittelpunkt stellt." Anhand vieler originaler Exponate war es den Historikern der Ausstellung wichtig zu zeigen, dass Rheinland-Pfalz mehr ist als das sprichwörtliche "Land der Reben und Rüben". Gezeigt wird eine Region, die nach wie vor ländlich geprägt ist, aber dennoch neue Wege geht hin zu einer wachsenden Forschungslandschaft.

"Schaffensland" beleuchtet aber auch ein dunkles Kapitel der Geschichte anhand der jüdischen Familie Jacoby. Meta und Hans Jacoby gehörten zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben in Koblenz. Die nationalsozialistische Verfolgung zwang die Familie mit Sohn Max 1937 nach Argentinien zu emigrieren. Die Familie überlebte. 1957 kehrte Max nach Deutschland zurück. Als erfolgreicher Fotograf dokumentierte er das Leben West-Berlins und porträtierte zahlreiche Persönlichkeiten. Darunter John F. Kennedy bei seinem Besuch in Berlin.

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Bedeutung des Handwerks in Rheinland-Pfalz

Ein weiteres Kapitel der Ausstellung stellt die Bedeutung des Handwerks in den Mittelpunkt. Am Beispiel wie etwa der Näherin Anna-Maria Mut und einem Klavierbauer zeigt "Schaffensland" die daraus entstandene erfolgreiche Entwicklung des Landes. Zudem belegen die Geschichten, dass Arbeit nicht nur Mühe bedeutet, sondern ebenso Können, Präzision und schöpferische Leistung hervorbringen kann. Auch wenn viele Unternehmer zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus wirtschaftlichen Gründen auswanderten, wie zum Beispiel der Unternehmer Eberhard Anheuser.

Am Ende der Ausstellung erzählen 18 Menschen von ihrem Werdegang im heutigen Rheinland-Pfalz. Am Beispiel von Koblenz zeigt sich, dass das "Schaffen" auch in der heutigen Zeit nichts an Bedeutung verloren hat. Handwerklich orientierte Manufakturen wie Fräulein Diehl mit ihrer Karamell-Manufaktur, die Eismacher der eGeLoSIA oder die Chocolatiers von "secret chocolate lab", Cahua, stehen für Belege einer weiterhin erfolgreichen jüngsten Geschichte. Und damit letztlich beispielhaft für ein Stück deutscher Arbeits- und Gesellschaftsgeschichte.

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Text: / handwerksblatt.de

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