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HWK Trier | September 2026
Sommerfest des Handwerks: Hoffnung braucht Taten
Anpacken statt abwarten: Mit dieser Botschaft setzte das Sommerfest des Handwerks am 4. September im Campus Handwerk ein deutliches Signal.
Domplatz (Piazza del Duomo) in Parma, Italien, mit dem romanischen Dom und dem markanten achteckigen Baptisterium (r.). (Foto: © DHB)
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11. September 2026
Der Marconi Express erreicht in sieben Minuten vom Flughafen Bologna den Bahnhof der Hauptstadt der Emilia-Romagna. Von dort startet mit den Zügen der Trenitalia Tper eine köstliche Kulturreise.
Prosciutto di Parma, Parmigiano Reggiano, Tortellini, Pomodoro, Aceto Balsamico Tradizionale di Modena. Allein bei der Aufzählung der Produkte der Emilia-Romagna werden die Geschmackssensoren hellwach. Die Region gilt zurecht als ein kulinarisches Herz Italiens. Die Produkte sind ein fester Bestandteil der italienischen Küche.
Eingebettet zwischen Mailand, Verona und Florenz liegt Parma an der antiken Via Aemilia, heute bekannt als Via Emilia. Die Region erstreckt sich über die gesamte Po-Ebene und gilt als eines der fruchtbarsten Flusstäler Europas. Die Böden liefern ausreichend Getreide und Futter für die Tiere. Feuchte Winter und warme Sommer bieten ideale Bedingungen, dass Prosciutto und Käse reifen können. Im Jahr 2015 wurde Parma als Unesco Creative City of Gastronomy gelistet. Damit wurde Parma über die touristischen Ziele hinaus als Stadt anerkannt, in der Kulinarik ein bedeutender Teil ist.
Bei einer Tour mit der deutschsprachigen Sara von "Food Valley Travel & Leisure" werden aus den Gerichten gleich spannende Geschichten. Die Tour beginnt beim Baptisterium von Parma. Das achteckige Bauwerk aus rosafarbenem Marmor gilt als eines der wenigen Zeugnisse romanischer und gotischer Kunst. Der Bildhauer Benedetto Antelami entwarf eine Mischung aus großzügigen Außenportalen und Skulpturen im Inneren des Bauwerks. Gleich gegenüber liegt die Cattedrale di Santa Maria Assunta. Das Highlight des Doms ist das Kuppelfresko von Correggio.
Entlang verwinkelter Gassen führt der Weg weiter, vorbei an gemütlichen Ristoranti, Trattorie, Caffès und Bistrots. Ein verlockender Duft liegt in der Luft. Bei den verschiedenen Stopps erläutert Sara die Kulinarik und gibt Tipps für ein Mittag- oder Abendessen. "In Parma gleicht Essen einem Ritual. Zum Menü mit mehreren Gängen gehören Zeit und gute Gespräche."
Er gilt als unverzichtbar für Nudelgerichte, Aufläufe, Risottos oder als Snack bei einem Glas Lambrusco: der Parmigiano Reggiano. Schon im 12. Jahrhundert entdeckten Mönche, wie sie aus Rohmilch durch Trocknung und Reifung einen Hartkäse herstellen konnten. Seit 1930 produziert die Familie der "Caseificio Ugolotti" in handwerklicher Tradition den authentischen Parmigiano Reggiano Dop. Besucher können den "Casari", den Käsemeistern, bei der Herstellung zuschauen. Bis zu sechzehn Laibe entstehen täglich. Sie werden in einer riesigen Halle meterhoch unter die Decke gestapelt. Moderne Computertechnik hilft, die Laibe, die über Monate reifen, immer wieder zu wenden.
Mit dem Zug geht es über Bologna weiter in die Nähe der Adriaküste. Zwischen Rimini und Ferrara liegt Ravenna. Weltweit bekannt ist die Stadt für ihre acht Unesco-Welterbestätten mit einzigartigen frühchristlichen und byzantinischen Mosaiken. Die in Deutschland geborene Mosaikkünstlerin Almuth Schöps nimmt Besucher gerne mit auf die Reise zu diesen einzigartigen Kunstwerken. Bei den Stopps an den bedeutenden Orten wird jedem klar, welch unglaubliche Handwerkskunst die Meisterwerke der Mosaikkunst vereinen.
"Überwältigend ist es, wenn wir darüber nachdenken, mit welcher Technik, Werkzeugen und unter welchen Umständen damals direkt an den hohen Wänden gearbeitet wurde", zeichnet Almuth Schöps die Entstehungsgeschichte der über 1.500 Jahre alten Mosaiken, beispielsweise der Basilika San Vitale, anschaulich nach. Zu sehen sind dort die berühmten Mosaiken von Kaiser Justinian und Kaiserin Theodora. Ein Meisterwerk, wie auch das Mausoleum von Galla Placidia. Ein kleiner Bau, der im Inneren mit tiefblauen Mosaiken und einem goldenen Sternenhimmel beeindruckt.
Eine andere, aber ebenso bedeutende Form des Handwerks zeigt sich im Mercato Coperto. Auch hier ist Geschichte zu finden. Die Tradition des Mercato reicht bis in das 9. oder 10. Jahrhundert zurück. Der Jugendstilbau mit seiner klaren Architektur wurde nach der letzten Restaurierung im Jahr 2019 wiedereröffnet. Im Angebot sind Produkte der Romagna.
Besonders charmant ist der "La pida rumagnola"-Workshop. In dem Kurs lernen Besucher die korrekte Zubereitung einer Piadina, dem typischen Fladenbrot der Region. Mit der wichtigsten Zutat Zeit wird mit Mehl, Hefe, Wasser, Milch und Salz sowie einem Klecks des typischen Schmalzes von der Mora-Romagnola-Schweinerasse ein weicher, geschmeidiger Teig geknetet. Gebacken auf einer heißen Platte kann die Piadina noch warm mit Squacquerone-Frischkäse, Schinken und Rucola sofort genossen werden.
So bezaubert die Emilia-Romagna mit ihrer einzigartigen Mischung aus Architektur, einer liebenswerten Leidenschaft der Menschen für ihre Kultur, ihre Produkte und einer tief verwurzelten mediterranen Lebensart. Einem Lebensgefühl, dem sich kein Besucher entziehen mag.
Nach der Ankunft am Flughafen Bologna geht es innerhalb von sieben Minuten zum Hauptbahnhof der Stadt. Von dort gibt es zahlreiche Verbindungen in die Region. Eine Zugreise mit Italo Treno führt durch die Landschaft der Emilia-Romagna und verbindet historische Städte und gutes Essen.
Patrizia Valenti ist eine herzliche und aufmerksame Gastgeberin. Circa 15 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt liegt das B&B Al Battistero d’Oro in Parma. Das kleine, stilvolle Haus aus dem 18. Jahrhundert bietet ein harmonisches Umfeld. Gelegen in einer ruhigen Straße liegen der Dom und zahlreiche historische Gebäude nur wenige Minuten entfernt. Besonders schön ist das liebevoll zubereitete Frühstück von Patrizia, das für einen guten Start in den Tag sorgt. https://www.albattisterodoro.it/
Bei einer deutschsprachigen Führung mit Sara von Food Valley Travel erhalten Besucher spannende und interessante Eindrücke über Parma. Neben vielen historischen Fakten der im Jahr 183 v. Chr. gegründeten Stadt, gibt Sara zahlreiche Tipps über Restaurants und die Kulinarik Parmas.
Nördlich von Parma liegt die Reggia di Colorno. Das ehemalige Herzogschloss gilt wegen der eleganten Barockarchitektur und der französisch gestalteten Gartenanlagen als "Versailles von Parma".
RestaurantsAngiol d'Or
Das Restaurant Angiol d’Or liegt direkt neben dem Dom. Die Küche bietet eine klassische Parmesaner Küche. Auf der Speisekarte stehen etwa Parmaschinken, Culatello oder Tortelli. Die Atmosphäre ist herzlich und gemütlich.
Al Vedel
Der Küchenchef Enrico Bergonzi und sein Team servieren im familiengeführten Restaurant eine klassische Küche aus Parma mit modernen, kreativen Elementen.
La Forchetta
Das Restaurant liegt mitten in der Altstadt von Parma. Die Küche verbindet klassische Parmigiana-Gerichte wie hausgemachte Tortelli in Verbindung mit einer mediterranen Fischküche.
Borgo 20
Bekannt ist das Restaurant für seine "Pandi 20". Das ist eine knusprige Gourmet-Pizza mit einer dreifach fermentierten Focaccia.
Erlebnis Kulinarik
Die Käserei Caseificio Ugolotti produziert seit 1930 in der Molkerei Parmigiano Reggiano. Besucher können den Käsemeistern bei der Produktion des Käses zuschauen. Der Familienbetrieb produziert bis zu sechzehn Käselaibe pro Tag. Im angrenzenden Shop können neben einer Kostprobe des Parmigiano Reggiano weitere typische Produkte der Region erworben werden.
Podere Cadassa
Im Podere Cadassa produziert die Familie Bergonzi in der Nähe von Colorno einen feinen Culatello. Die besonders edle Schinkenspezialität wird aus der Keule des Schweins hergestellt. Mit Salz gewürzt, reift der Schinken über Monate in einem feuchten Keller. Eine Kostprobe gibt es nach einer Führung im Restaurant Al Vedel (siehe unter Restaurant).
Anreise per Regional Zug ab Parma nach Ravenna über Bologna. Die Orientierung im Bahnhof ist gut. Auf den Gleisen selbst werden die Züge allerdings erst wenige Minuten vor Abfahrt angezeigt.
Das kleine, hübsche Boutique Hotel liegt nur wenige Gehminuten von den berühmten Mosaiken Ravennas entfernt. Die Villa hat ihren Namen von der alten Kirche "S. Maria in Foris" aus dem Jahr 1261. Die zwölf Zimmer wurden liebevoll restauriert. Ein Ort der Ruhe ist der im Innenhof gelegene Garten. Besonders schön ist die "Family Suite". Mit dreißig Quadratmetern bietet das Zimmer mehrere Schlafmöglichkeiten.
Almuth Schöps ist Künstlerin, Mosaizistin und Restauratorin. Bei einer Führung mit der in Hamburg geborenen Almuth Schöps erfahren Besucher eine Vielzahl spannender Fakten über die Unesco-Welterbestätte mit den Monumenten Basilika San Vitale, Mausoleum der Galla Placidia und Baptisterium der Orthodoxen, auch Neonische Taufkapelle genannt. Bei dem Rundgang zeigt es sich, dass sich die Mosaik-Kunst in Ravenna insbesondere durch intensive Farben auszeichnet.
Spannende wie überraschende Einblicke in die Mosaikkunst bekommen Interessierte bei einem Rundgang zeitgenössischer Mosaike. Anhand vieler Werke zeigt Almuth Schöps, wie sich die Mosaikkunst seit den 50er-Jahren zu einer modernen Kunstform entwickelt hat. Zu sehen sind unter anderem Mosaike von Chagall, Guttuso oder Vedova.
RestaurantsCa‘ de Ven
Das Weingeschäft Ca’de Ven liegt mitten in Ravenna in einem Gebäude aus dem fünfzehnten Jahrhundert. In unmittelbarer Nähe liegt die Grabstätte des berühmten Dichters Dante. Seit den 70er-Jahren können Gäste, umrahmt von Weinregalen, hier auch essen. Im Angebot ist eine bodenständige Küche mit Piadina, Aufschnitt und Pasta. Ein herrlicher Ort zum Verweilen.
Mercato Coperto
Nach einem Rundgang können die Produkte gleich mitten im Markt probiert werden. Das Restaurant bietet eine Vielzahl leckerer Speisen der Region.
Erlebnis Kulinarik Mercato Coperto
Die Piadina ist das typische Fladenbrot der Region. Charmant ist ein Piadina-Kochkurs, der in die Geheimnisse der Zubereitung einweiht. Wie auch bei der Zubereitung anderer kulinarischer Produkte gehören neben Zeit und guten Zutaten immer insbesondere auch die Leidenschaft der Menschen für ihre Gerichte zu jedem guten Essen dazu. Das historische Gebäude wurde neu belebt und verbindet Einkaufen, Essen und Veranstaltungen. In weiteren Workshops erfahren Besucher die Herstellung einer guten Pasta. Bei Weinverkostungen stehen die Weine der Region im Mittelpunkt.
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