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Standortfaktoren für Handwerksbetriebe: Bezahlbare Räume in Brandenburg

Handwerkspolitik

Bezahlbare Werkstätten, Lager- und Gewerberäume sind für Handwerksbetriebe ein wichtiger Standortfaktor. Die Situation ist in Brandenburg höchst unterschiedlich.

Abseits Berlins und seines unmittelbaren Umlands sind die Chancen vielerorts größer, preiswerte Ladenlokale, Werkstätten oder Lagerhallen zu mieten oder auch zu kaufen. In Ostbrandenburg etwa geht aus dem aktuellen Gewerbemietspiegel der IHK hervor, dass in vielen Orten die Mietpreise im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2022 weitestgehend unverändert geblieben sind.

Marktentwicklung der Gewerbemieten im Handwerk

Die oberen Mietpreisspannen stiegen leicht oder blieben konstant, während die unteren leicht sanken oder unverändert blieben. Astrid Köbsch, Geschäftsführerin und Abteilungsleiterin Gewerbeförderung bei der HWK Frankfurt (Oder), ordnet die Marktsituation für die von ihr betreute Region ein: "In ländlichen und metropolfernen Regionen sind die Nettokaltmieten oft recht moderat, speziell bei einfachen Objekten. Für sanierte oder auch neue Hallen werden dagegen höhere Preise fällig. Für Handwerksbetriebe, die häufig nur wenige Mitarbeiter und damit auch einen geringen Platzbedarf haben, ist es nicht einfach, passende Räumlichkeiten zu finden. Denn in Innenstadtlagen sind Ladenlokale oft nicht bedarfsgerecht und erfordern daher teure Umbaumaßnahmen. Und bei expansionswilligen Betrieben aus dem produzierenden Gewerbe ist es häufig schwierig, zusätzliche Flächen zu finden."

Im Berliner Umland seien, so Astrid Köbsch, die Gewerbeflächen aufgrund der hohen Nachfrage teurer und knapper. In der Tat ist es aktuell schwierig, günstige Immobilien etwa in Hoppegarten, Panketal oder Erkner zu finden. Etwas weiter von Berlin entfernt lassen sich in Ostbrandenburg allerdings durchaus Gewerbeflächen finden. Das "CityCenter" in Eisenhüttenstadt sucht dringend gewerbliche Mieter aus dem Handwerk, im Gewerbegebiet Müllrose gibt es freie Grundstücke, und auch an der Stadtgrenze von Frankfurt (Oder) bieten zwei mit EU-Förderung errichtete Gewerbegebiete Platz für Handwerk und Mittelstand.

Nord-Süd-Gefälle: Preissituation im Süden Berlins

Ein deutliches Nord-Süd-Gefälle gibt es in den Kreisen und Kommunen südlich Berlins. Marion Schirmer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsfördergesellschaft Dahme-Spreewald, sagt: "In unserer Region, die von Schönefeld bis weit in den Süden reicht, ist die Preissituation ambivalent. In Berlin-Nähe liegen die Mietkosten für Büros bei rund 14 Euro pro Quadratmeter, weiter südlich zahlt man dann nur noch acht Euro pro Quadratmeter. In den südlichen Gegenden stehen auch etliche Flächen zum Verkauf."

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In Märkisch Buchholz entwickelt Marion Schirmer mit ihrem Team derzeit ein Gewerbegebiet, das speziell auch die Bedarfe von Handwerksbetrieben berücksichtigt – mit kleinen Flächen und kleinteiliger Vermarktung: "Interessierte Betriebe können sich jederzeit melden."

In der Landeshauptstadt Potsdam ist der Markt für kleinteilige Gewerbeimmobilien nach Einschätzung von Alexander Arnold, Betriebsberater bei der HWK Potsdam, angespannt: "Zwar gibt es grundsätzlich Angebote, diese konzentrieren sich jedoch häufig auf Büros, Ladenflächen oder größere Einheiten. Für Handwerksbetriebe sind insbesondere bezahlbare Werkstatt-, Produktions- und Lagerflächen mit guter Anlieferung, ausreichenden Stellplätzen und passenden Nutzungsmöglichkeiten nur sehr begrenzt verfügbar. Die weiterhin gute Nachfrage nach solchen Flächen trifft hierbei auf ein knappes Angebot, während steigende Bau-, Energie- und Finanzierungskosten die Entwicklung neuer Gewerbeeinheiten erschweren. Potsdam braucht daher mehr kleinteilige, flexibel teilbare und handwerksgerechte Gewerbeflächen – vor allem in gut erreichbaren Lagen."

Herausforderungen bei der Suche nach Gewerbeflächen

Wie schwierig die Suche nach passenden und bezahlbaren Gewerbeflächen ist, erlebt Oliver Majowski, Geschäftsführender Gesellschafter der 2M-Gruppe, mit seinem Unternehmen in Potsdam: "Mit unserem Mietobjekt an der Drewitzer Straße sind wir an unsere Grenzen gekommen, da dort keine Photovoltaik, keine Klimaanlage und auch keine E-Ladesäulen installiert werden können. Die Potsdamer Wirtschaftsförderung unterstützt uns bei der Suche nach einem Grundstück und hat uns an mehrere Grundstückseigentümer vermittelt. Doch die Angebote, die wir daraufhin erhalten haben, waren für uns wirtschaftlich nicht darstellbar. Als Gebäudereinigungsunternehmen mit 657 Mitarbeitern brauchen wir 2.000 bis 2.500 Quadratmeter für Büros, Lager und Parkplätze. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir etwas Bezahlbares finden."

Sechs Jahre lang hat Andreas Neyen, Geschäftsführender Gesellschafter der auf Heizung, Lüftung, Klima und Sanitär spezialisierten Firma ST Gebäudetechnik, gehofft, im Gewerbegebiet am Potsdamer Horstweg expandieren zu können. "Wir wollten unsere Fläche um 1.500 Quadratmeter erweitern. Um dort eine Betriebskita, eine Kantine und Seminarräume zu errichten. Eigentlich war die Fläche vorhanden, wurde dann aber teilweise als Biotop ausgewiesen. Alle drei Monate wurden wir von der Stadt vertröstet. Wir haben dann für uns die Reißleine gezogen und in Erkner ein Unternehmen gekauft, das keinen Nachfolger hatte und expandieren nunmehr dort."

Unterstützung durch die HandwerkskammerIn Potsdam und im Berliner Speckgürtel sind die Mieten für Gewerberäume und Hallen deutlich höher als in ländlichen Gebieten. Die Handwerkskammern unterstützen die Betriebe bei der Suche nach geeigneten Flächen und Räumlichkeiten.

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Text: / handwerksblatt.de

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