Die Mängelquote von Lkw liegt laut TÜV-Report 2026 hoch.

Die Mängelquote von Lkw liegt laut TÜV-Report 2026 hoch. (Foto: © udo72/123RF.com)

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TÜV-Report: Jedes fünfte Nutzfahrzeug fällt durch

Jedes fünfte Nutzfahrzeug fällt bei der Hauptuntersuchung durch. Besonders häufig trifft es schwere Lkw. Der TÜV-Report Nutzfahrzeuge 2026 zeigt, wo die größten Schwachstellen liegen.

Immer mehr Nutzfahrzeuge weisen bei der Hauptuntersuchung erhebliche oder gefährliche Mängel auf. Nach den aktuellen Zahlen des TÜV-Reports Nutzfahrzeuge 2026 fiel im Beobachtungszeitraum jedes fünfte Nutzfahrzeug (20,3 Prozent) bei der Hauptuntersuchung durch. Die Mängelquote bleibt damit auf einem hohen Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie lediglich um 0,1 Prozentpunkt gesunken. Grundlage des Reports ist die Auswertung von rund 2,4 Millionen Hauptuntersuchungen von leichten Transportern bis zu schweren Lastkraftwagen in den Jahren 2024 und 2025, durchgeführt von den Organisationen des TÜV-Verbands.

Schwere Lkw besonders auffällig

Schwere Lastwagen über 18 Tonnen zeigen mit 21,8 Prozent die höchste Mängelquote. "Bei den schweren Lastkraftwagen macht sich auch die Zurückhaltung bei den Neuanschaffungen in den vergangenen Jahren bemerkbar", sagt Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband. "Die schwache Konjunktur und die Unsicherheiten rund um die Antriebswende haben dazu beigetragen, dass Fahrzeuge länger im Bestand bleiben. Damit steigt der Verschleiß, Wartung und Instandhaltung werden wichtiger." Die Mängelquoten steigen mit dem Alter an und erreichen bei zehn Jahre alten Fahrzeugen 28,5 Prozent. Das Durchschnittsalter von Nutzfahrzeugen liegt aktuell bei 8,9 Jahren.

Bei leichten Transportern bis dreieinhalb Tonnen liegt die Mängelquote bei 21,5 Prozent. Fahrzeuge mit einem Gewicht von 3,5 bis 7,5 Tonnen weisen geringfügig bessere Werte auf, mit einer Mängelquote von 19,8 Prozent. Am besten schneiden mittelschwere Lastkraftwagen von 7,5 bis 18 Tonnen mit 16,3 Prozent ab.

Durchwachsene Bilanz

Erstmals wurden drei Elektrotransporter in der Klasse bis 3,5 Tonnen einbezogen. Der Peugeot E-Expert erreichte in der Altersklasse von einem bis zwei Jahren eine Mängelquote von 8,4 Prozent und damit einen guten fünften Platz. Dagegen schnitt der Mercedes E-Vito mit 19,7 Prozent deutlich schlechter ab, insbesondere durch Mängel an Feststellbremse, Antriebswellen und Abblendlicht. Schlusslicht im Segment der drei bis vier Jahre alten Fahrzeuge bildet der Streetscooter mit einer Mängelquote von 26,4 Prozent. "Für eine Bewertung der technischen Zuverlässigkeit von Elektro-Transportern insgesamt reichen die Ergebnisse noch nicht aus", betont Goebelt.

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Mit dem Maxus Deliver 9 von SAIC Motors ist erstmals ein Transporter eines chinesischen Herstellers im TÜV-Report vertreten. Rund ein Drittel (33,6 Prozent) der ein bis zwei Jahre alten Fahrzeuge fiel bei der Hauptuntersuchung durch, insbesondere aufgrund sicherheitsrelevanter Mängel an der Bremsanlage und häufiger Beanstandungen bei der Abgasuntersuchung.

Typische Schwachstellen

Ölfeuchte und Ölverlust nehmen mit dem Fahrzeugalter zu. So werden 5,2 Prozent der fünf Jahre alten Fahrzeuge und acht Prozent der Zehnjährigen beanstandet. Mängel an der hinteren Beleuchtung betreffen nach fünf Jahren 6,7 Prozent und nach zehn Jahren 11,3 Prozent der Fahrzeuge. Die Zahl der Beanstandungen an der Achsaufhängung steigt von 1,5 Prozent bei Fünfjährigen auf fünf Prozent bei zehnjährigen Nutzfahrzeugen.

Der Nutzfahrzeugbestand in Deutschland ist zum 1. Januar 2026 laut Kraftfahrt-Bundesamt um 1,8 Prozent auf 3,9 Millionen angestiegen. Im Vergleich zu 2017 beträgt das Wachstum 34 Prozent, vor allem getrieben von leichten Nutzfahrzeugen und dem Anstieg des Liefer- und Paketverkehrs. Auch der Bestand der mittleren und schweren Lastkraftwagen nimmt weiter zu. Die Antriebswende schreitet voran: Im Zeitraum Januar bis Juli 2026 lag der Anteil reiner Elektrofahrzeuge bei 13 Prozent.

Elektrifizierung der Nutzfahrzeuge: Herausforderungen und Chancen

Die Elektrifizierung der Nutzfahrzeuge gewinnt an Dynamik. Die Hersteller erweitern ihre Modellpaletten, staatliche Förderprogramme und der Ausbau der Ladeinfrastruktur nehmen an Bedeutung zu. Allerdings stellt die Ladeinfrastruktur, insbesondere bei schweren Lastkraftwagen, weiterhin ein Hindernis dar. Auch steuerliche Maßnahmen und die Mautbefreiung spielen eine zentrale Rolle für die betriebliche Planung.

Die Transformation erfasst nicht nur den Antrieb, sondern auch Digitalisierung und Assistenzsysteme. Nach Ansicht des TÜV-Verbands muss die Hauptuntersuchung angepasst werden, um etwa Batteriedaten strukturiert bewerten zu können und Assistenzsysteme verlässlich zu prüfen. "Das Roadworthiness Package der Europäischen Union bietet die Chance, die Hauptuntersuchung an die Erfordernisse von Elektroantrieben, Software-Steuerungen und automatisierten Fahrfunktionen anzupassen", sagt Goebelt.

Hinweis: Für den TÜV-Report Nutzfahrzeuge 2026 wurden rund 2,4 Millionen Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2024 und 2025 ausgewertet. Die Resultate beziehen sich auf vier Gewichtsklassen von leichten Transportern bis zu schweren Lastkraftwagen ab 18 Tonnen.

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Text: / handwerksblatt.de

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