Mit dem Peugeot e-Expert kündigt der dritte PSA-Konzernpartner seinen elektrifizierten Kastenwagen an.

Mit dem Peugeot e-Expert kündigt der dritte PSA-Konzernpartner seinen elektrifizierten Kastenwagen an. (Foto: © Peugeot)

Peugeot e-Expert: Die Franzosen elektrifizieren den Transporter

Jetzt stromert auch der Peugeot e-Expert. Der elektrische Kastenwagen kommt 330 Kilometer weit, hat ein Ladevolumen von bis zu 6,6 Kubikmetern und verfügt über 1,2 Tonnen Nutzlast. Damit ist der Franzose der nächste im baugleichen E-Quartett.

Das Angebot an batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen wächst. Nicht nur im PKW-Bereich, sondern ganz besonders im Segment der leichten Nutzfahrzeuge. Daher werden die E-Transporter für Handwerker auch immer interessanter. Fast jeder großer Hersteller hat inzwischen einen elektrifizierten Kastenwagen im Programm. Nun versammelt sich gerade ein ganz neues Quartett an baugleichen Stromern zusammen: Nach dem Opel Vivaro-e und dem Citroën ë-Jumpy kündigt nun auch Peugeot seine Elektrovariante an. Der e-Expert soll genauso wie seine gemeinsamen Plattform-Brüder zur zweiten Jahreshälfte 2020 debütieren.

Fehlt eigentlich nur noch der vierte im Bunde. Kooperationspartner Toyota hat seinen Proace Electric ebenfalls angekündigt. Wann der baugleiche Transporter genau nach Deutschland kommen wird, bleibt offen. Anvisiert war er zum Herbst, doch die aktuelle Corona-Krise macht allen Herstellern einen Strich durch die Rechnung. Was das elektrifizierte Transporter-Quartett kosten wird, bleibt ebenfalls offen. Da heißt es warten, bis endlich die Bestellbücher geöffnet sind.

Unterschiedliche Akkus, unterschiedliche Reichweiten

Der Peugeot lässt sich in zwei Batteriegrößen ordern. Foto: © Peugeot
Der Peugeot lässt sich in zwei Batteriegrößen ordern. Foto: © Peugeot

Elektro-Transporter brauchen nicht unbedingt enorme Reichweiten. Der Handwerker, der täglich nur wenige Kilometer abspult, dem genügt bereits schon eine kleine Batterie. Andere wiederum benötigen einen wesentlich größeren Aktionsradius. Daher bietet Peugeot den e-Expert in zwei unterschiedlichen Akku-Größen an. Für Kurzstrecken im Stadtverkehr reicht das Speicherdepot mit einer Kapazität von 50 kWh den meisten schon vollkommen aus. Damit kommt der e-Expert nach der WLTP-Norm bis zu 230 Kilometer weit. Das stärkere Batteriepack besitzt dagegen 75 kWh und soll den französischen Stromer bis zu 330 Kilometer weit befördern.

Das Stromzapfen geht beim Peugeot e-Expert recht flott. Geht die Batteriekapazität zur Neige, ist das kleine Akku an einer Schnellladestation in 30 Minuten zu 80 Prozent befüllt. Die kräftigeren Speicherzellen mit 75 kWh benötigen die gleiche Prozedur 45 Minuten. An einer Wallbox lässt sich die leere Batterie über Nacht im Firmenbetrieb in weniger als 8 Stunden vollständig aufladen. Von den Ladezeiten liegt der Peugeot auf dem gleich guten Niveau wie seinen PSA-Konzerngeschwister Opel Vivaro-e und der Citroën ë-Jumpy.

Haushaltssteckdose als Notlösung für den 136 PS starken E-Transporter

Der Energieverlauf lässt sich auf dem Touchscreen verfolgen. Foto: © Peugeot
Der Energieverlauf lässt sich auf dem Touchscreen verfolgen. Foto: © Peugeot

Genauso wie seine technisch identischen Elektro-Brüder kann der e-Expert auch eine gewöhnliche 230-Volt-Haushaltssteckdose zum Laden ansteuern. Allerdings benötigt diese Notlösung unglaublich viel Zeit, die wohl kaum ein Handwerker hat. Die 50 kWh-Speicherzellen brauchen lange 31 Stunden um wieder befüllt zu sein, die großen Batterien benötigen hierfür sogar unendlich lange 47 Stunden. Der Ladezustand der Akkus kann jederzeit über eine Smartphone-App aus der Ferne abgefragt werden. Mit ihr lässt sich außerdem die aktuelle Reichweite ermitteln und die gewünschte Innenraumtemperatur noch vor dem Arbeitsbeginn programmieren.

Unter der Haube des e-Expert befindet sich der Elektromotor mit einer Leistung von 100 kW (136 PS). Die E-Maschine verfügt über 260 Newtonmeter an Drehmoment, die bereits ab der ersten Umdrehung bereit stehen. Bis zu 130 km/h ist der Franzose schnell. Wie weit er kommt, kann der Fahrer neben der regulären Energierückgewinnung über drei verschiedene Modi (Eco, Normal und Power) auch selbst entscheiden. Die Garantie auf die elektrische Antriebseinheit und die Batterie liegt bei acht Jahren oder alternativ 160.000 Kilometern.

Gut: das Ladevolumen hat sich nicht verändert

Der Elektro-Transporter bietet viele Fahrerassistenten. Foto: © Peugeot
Der Elektro-Transporter bietet viele Fahrerassistenten. Foto: © Peugeot

Da die Batterien beim Peugeot im Fahrzeugboden untergebracht sind, wird das Ladevolumen gegenüber den Varianten mit Verbrennungsmotor nicht beeinträchtigt. Daher ist der Kastenwagen genauso wie seine konventionellen Brüder in drei Längen (L1, L2 und L3) von 4,60 Meter bis 5,30 Meter erhältlich. Das Ladevolumen zwischen 4,6 m Kubikmetern und 6,6 m³, die Zuladung liegt bei bis zu 1.275 Kilogramm. Gespann-Fahrer dürften zudm mit einer Anhängelast von bis einer Tonnen zufrieden sein.

Keine Abstriche müssen außerdem in Sachen Sicherheit gemacht werden. Der e-Expert bietet die gleichen Fahrerassistenzsysteme wie seine konventionellen Brüder. Angefangen beim Frontkollisionswarner inklusive der City-Notbremse, über den Spurhalter bis hin zum Müdigkeitswarner. Außerdem sind neben einem Fernlichtassistenten und der Verkehrszeichenerkennung, eine 180-Grad-Rückfahrkamera sowie ein Head-Up-Display für den Fahrer im Lieferprogramm.

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: