Fast die Hälfte der Unternehmen melden einen Rückgang der Nachfrage.

Fast die Hälfte der Unternehmen melden einen Rückgang der Nachfrage. (Foto: © pedrosek/123RF.com)

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Handwerk unter Druck: Schwache Nachfrage und erschwerte Finanzierungen

Betriebsführung

Das Handwerk leidet weiter unter Nachfragerückgang, schwieriger Kreditlage und hohen Kosten. Investitionen bleiben verhalten, Verbesserungen sind dringend nötig. Das zeigt eine von der KfW durchgeführte Befragung.

Das Handwerk steht weiter unter konjunkturellem Druck, zeigt eine von der KfW Bankengruppe durchgeführte Unternehmensbefragung. Sinkende Nachfrage, erschwerter Kreditzugang und hohe Kosten bremsen Investitionen – ob- wohl der Bedarf groß ist. Damit Betriebe wieder investieren können, braucht es weniger Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen und bessere Finanzierungsbedingungen.

Die Befragung fand von Anfang März bis Ende April 2026 statt und bezog sich auf die zwölf Monate vor dieser Erhebung. 883 Betriebe aus dem Handwerk, das entspricht 56,6 Prozent des KfW-Samples, nahmen teil.

Die Ergebnisse zeigen: Fast die Hälfte der Betriebe verzeichnet einen Nachfragerückgang, lediglich ein Fünftel berichtet von steigender Nachfrage. Besonders hart trifft es Zulieferbetriebe für den gewerblichen Bedarf: 56,2 Prozent melden Rückgänge, nur 16,4 Prozent rechnen in den nächsten zwölf Monaten mit einer Verbesserung.

Eigenkapital und Rating rückläufig

Rund ein Drittel der Handwerksbetriebe meldet eine verschlechterte Eigenkapitalbasis, nur jeder fünfte verbessert seine Ausgangslage. Entsprechend verschlechtern sich auch die Ratings vieler Betriebe. Knapp ein Viertel erhält eine schlechtere Bewertung, aber nur rund 13 Prozent können sich verbessern. Bemerkenswert ist, dass 16,9 Prozent ihre Ratingnote nicht kennen – je größer der Betrieb, desto besser ist die Kenntnis. Betriebe mit einem verschlechterten Rating sind fast dreimal so häufig von Problemen bei der Kreditaufnahme betroffen als solche mit verbessertem Rating.

Kreditaufnahme wird schwieriger

Erstmals in der Befragung geben mehr Handwerksbetriebe an, dass ihr Zugang zu Krediten schwierig ist (26 Prozent) als leicht (22 Prozent). Hauptgrund sind gestiegene Zinsen, gefolgt von zeitlichem und finanziellem Aufwand für die Antragstellung sowie erhöhten Anforderungen an die Sicherheiten. Die Nachfrage nach Krediten ist gegenüber 2024 um zehn Prozent gesunken.

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Nachhaltigkeit spielt geringere Rolle

Bei knapp einem Fünftel der kreditnachfragenden Handwerksbetriebe spielt Nachhaltigkeit im Kreditgespräch eine Rolle – eine leicht rückläufige Entwicklung. Gefordert werden vor allem Angaben zum Strom- und Energieverbrauch sowie zum Anteil erneuerbarer Energien. Unternehmen mit über 50 Mitarbeitenden sind häufiger betroffen.

Investitionen bleiben auf niedrigem Niveau

Weniger als die Hälfte der Handwerksbetriebe hat in den letzten zwölf Monaten investiert – zehn Prozent weniger als im Schnitt der Gesamtwirtschaft. Ersatzinvestitionen sind Hauptziel, gefolgt von Digitalisierung und Erweiterungsinvestitionen. Größte Hürden sind die allgemeine Wirtschaftslage, hohe Kosten für Energie, Material und Löhne sowie fehlende Eigenmittel. Fast 90 Prozent sehen Investitionsbedarf, aber weniger als die Hälfte plant Investitionen.

Betriebe wünschen sich vor allem weniger Bürokratie, Kostenentlastung, bessere Finanzierung und verlässliche Politik.

Unternehmensbefragung 2026 der Kfw > Hier finden Sie alle Ergebnisse der Umfrage 

 

Text: / handwerksblatt.de

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