Unesco-Weltkulturerbe Dalt Vila mit dem neuen Parador.

Unesco-Weltkulturerbe Dalt Villa mit dem neuen Parador. (Foto: © Paradores)

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Über den Dächern von Ibiza

Der Parador de Ibiza – Dalt Vila haucht historischen Gemäuern neues Leben ein. Das 99. Haus der spanischen Hotelkette Paradores de Turismo de España eröffnete Anfang März.

Am höchsten Punkt der auf einem Hügel gelegenen Altstadt von Ibiza thront der Parador de Ibiza – Dalt Vila. Anfang März eröffnete er als 99. Haus der staatlichen spanischen Hotelkette und als erstes auf den Balearen. Wie die meisten Paradores ist auch der jüngste in historischen Gemäuern untergebracht: In fünf Gebäuden inmitten der Festungsanlage Castillo de la Almudaina aus dem 16. Jahrhundert.

Die lange Planungs- und Bauzeit von 21 Jahren und sieben Monaten erklärt Marìa de la Fuente, die die neu geschaffene Abteilung Guest Experience verantwortet, so: "Die Architekten mussten ihre Pläne zigmal ändern. Immer wieder stießen sie auf archäologische Schätze, die Planänderungen und sogar einen vorübergehenden Baustopp erforderlich machten." Insgesamt wurden Überreste aus fünf verschiedenen historischen Epochen und Baustilen gefunden, die über 2.000 Jahre der Inselgeschichte dokumentieren.

Geschichte auf Schritt und Tritt

Blick auf eine der Ausgrabungen im Parador de Ibiza. Foto: © Susanne FreitagBlick auf eine der Ausgrabungen im Parador de Ibiza. Foto: © Susanne Freitag

Die Funde wurden während der Sanierung behutsam in das moderne Hotelkonzept integriert. Im Erdgeschoss des historischen Gouverneurshauses mit Lobby und Rezeption spazieren die Gäste auf einem verglasten Boden über freigelegte Mauern und eine ehemalige römische Straße. Auch die Ruinen eines römischen Tempels, der über einem antiken phönizischen Heiligtum errichtet worden war, wurden vollständig restauriert und können durch Glasflächen betrachtet werden. Und im Spa bilden historische Mauerreste die Kulisse für Pool, Sauna und Behandlungsräume.

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Licht und Kunst

Kunst von Nuria Mora und der Blick aufs Meer. Foto: © ParadoresKunst von Nuria Mora und der Blick aufs Meer. Foto: © Paradores

Die Innenarchitektur des Paradors setzt auf Authentizität, Tradition und Ruhe. Das Büro Requena y Plaza hat das Konzept unter der Leitung des Paradores-Teams mit einem respektvollen und sensiblen Blick auf die Umgebung umgesetzt. Inspiriert von den Innenräumen traditioneller ibizenkischer Bauernhäuser, orientiert sich das Design an der Essenz der lokalen Architektur. Natürliche Materialien wie Holz, erdige Töne und die für die Insel typischen Weißnuancen finden sich in Wandverkleidungen, Möbeln und Textilien wieder und schaffen eine warme Atmosphäre. Die Raumaufteilung verzichtet auf überflüssige Elemente. Stattdessen wird das Licht als eigenständiges Gestaltungselement behandelt.

Auch die Kunst wird im Parador ins richtige Licht gerückt, wie etwa die Installation von David Magán über dem historischen Mühlenbereich. Je nach Tageszeit und Lichteinstrahlung verändert sie ihre Farbe. Insgesamt sind 24, vom Mittelmeer inspirierte Skulpturen, Fotos, Installationen und Gemälde von spanischen Künstlern wie Juan Uslé, Nico Munuera, Nuria Mora, Samuel Salcedo, Pablo Genovés und David Magán ausgestellt.

Ein Tropfen gegen die Wohnungsnot

Von den insgesamt 66 Zimmern stehen 41 den Gästen als Standard- oder Superior-Doppelzimmer sowie sieben als Junior-Suiten zur Verfügung. Sie alle bieten einen weiten Blick auf das Mittelmeer, den Hafen, die Bastion, den Exerzierplatz der Burg oder die Kathedrale von Ibiza. Die restlichen 25 Zimmer sind den Mitarbeitenden vorbehalten. Bei der eklatanten Wohnungsnot auf der Insel ist das ein Tropfen auf den heißen Stein, aber für die Mitarbeitenden ein klarer Bonus.

Junior Suite mit Textilkunst von Koral Antolín. Foto: © ParadoresJunior Suite mit Textilkunst von Koral Antolín. Foto: © Paradores

An der Wand über den Kopfenden der Gästebetten hängen Textilarbeiten der Künstlerin Koral Antolín. Für die Umsetzung arbeitete sie mit natürlichen Materialien wie Baumwolle und Wolle. Die Farbpalette umfasst Erdtöne, Sandnuancen und organische Farbtöne, die mit der Umgebung harmonieren und die Verbindung zur Natur unterstreichen. Als visueller Kontrapunkt fungieren kleine orangefarbene Baumwollpunkte.

Das gastronomische Angebot im Restaurant "S'Almudaina" konzentriert sich ebenfalls auf die Region. Auf der Mittagskarte stehen leichte, einfache Gerichte wie schwarzer Reis mit Tintenfisch und weißen Garnelen, während am Abend Neuinterpretation von Klassikern wie der Fischeintopf Bullit de Peix serviert werden. Zusätzlich können die Gäste Süßspeisen probieren, darunter eine moderne Variante des Greixonera-Puddings. Den ganzen Tag über gibt es Cocktails mit Häppchen wie Blinis mit Sardellen und Forellenkaviar im Gastraum und auf der Terrasse.

Bestes Argument: Der Blick

Blick bis nach Formentera. Foto: © Susanne FreitagBlick bis nach Formentera. Foto: © Susanne Freitag

Naturgemäß bietet sich von der höchsten Stelle einer Stadt der beste Blick auf die Umgebung. Im Falle des Paradors heißt das, ein beeindruckender Blick über das Mittelmeer, den Hafen und die umliegende Landschaft. Von der kleinen Dachterrasse, die künftig für Rahmenprogramme bei Meetings genutzt werden soll, kann man entlang der Küstenlinie bis nach Formentera sehen. Auch vom Außenpool aus überblicken die Gäste den Hafen und die Stadt. Und beim Blick aus den Fenstern erschließt sich das Meer aus unterschiedlichen Perspektiven.

In direkter Nachbarschaft, am Platz vor der Kathedrale, lohnt ein Besuch im Informationszentrum Madina Yasiba. Mithilfe von audiovisueller Technologie vermittelt es Wissenswertes über die Geschichte der Stadt, vor allem über die islamische Epoche. Besonders beeindruckend ist ein großes audiovisuelles Modell, das die historische Entwicklung der Stadt veranschaulicht.

Auch die untere Altstadt Ibizas ist vom Parador aus in wenigen Gehminuten erreichbar. Der Weg führt durch schmale Gassen und über kleine Treppen bergab, vorbei an farbenfrohen Cafés. Der Rückweg dauert dagegen etwas länger und ist bedeutend anstrengender. Alternativ kann man auch mit dem Mietwagen anreisen. Dann erinnert die Anfahrt eher an diejenige zu den Nobelhotels in den Schweizer Bergen: Nach der Einfahrt in einen 37 Meter langen, unterirdischen Tunnel kümmert sich ein Parkservice um den Wagen und die Gäste fahren bequem mit Aufzügen hinauf zum Hotel.

Impressionen: Dalt Vila – der Parador de Ibiza

Bildergalerie

Auf dem Dach von Dalt Vila: Der Parador de Ibiza
Der Parador bietet einzigartige Aussichten. (Foto: © Susanne Freitag )
Auf dem Dach von Dalt Vila: Der Parador de Ibiza
Der Empfangsbereich im Inneren. (Foto: © Susanne Freitag )
Auf dem Dach von Dalt Vila: Der Parador de Ibiza
Historische Mauern und zeitgenössische Architektur mit Kunst von Juan Uslé. (Foto: © Paradores )
Auf dem Dach von Dalt Vila: Der Parador de Ibiza
Restaurant mit Kunst von Nico Munuera. (Foto: © Paradores )
Auf dem Dach von Dalt Vila: Der Parador de Ibiza
Eines der Werke aus der Reihe "Tel Aviv Man" von Jaume Plensa im Inneren der Festungsanlage. (Foto: © Susanne Freitag )
Auf dem Dach von Dalt Vila: Der Parador de Ibiza
Blick aus einem der zahlreichen Fenster. (Foto: © Susanne Freitag )
Auf dem Dach von Dalt Vila: Der Parador de Ibiza
Auf dem Hof des Parador. (Foto: © Susanne Freitag )
Auf dem Dach von Dalt Vila: Der Parador de Ibiza
Blick aufs Restaurant. (Foto: © Susanne Freitag )
Auf dem Dach von Dalt Vila: Der Parador de Ibiza
Das gastronomische Angebot bezieht sich auf die Region. (Foto: © Susanne Freitag )

Hintergrund: 100 Jahre Paradores de EspañaParadores sind staatlich betriebene 3- bis 5-Sterne-Hotels, die sich hauptsächlich in restaurierten Burgen, Klöstern, Festungen und Palästen befinden. Sie wurden 1928 durch die spanische Regierung und König Alfons XIII. ins Leben gerufen. Die Gewinne aus den Hotels fließen in die Instandhaltung der historischen Bauwerke. Insgesamt betreibt das Unternehmen 99 Hotels und mehr als 100 Gastronomiebetriebe mit Schwerpunkt auf traditionellen Gerichten. 2028 feiert die Hotelgruppe ihr 100. Jubiläum. Die für das Frühjahr geplante Eröffnung des 100. Hauses lässt derweil auf sich warten. Der Parador de Veruela im historischen Zisterzienserkloster Santa María de Veruela in der Provinz Saragossa steht offenbar kurz vor der Fertigstellung.DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

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