In einem Schreiben fordern Verbände die Bundesregierung auf, dem derzeit vorgesehenen EU-Normungsauftrag für Fenster und Türen nicht zuzustimmen und sich auf europäischer Ebene für eine grundlegende, praxisgerechte Überarbeitung einzusetzen.

In einem Schreiben fordern Verbände die Bundesregierung auf, dem derzeit vorgesehenen EU-Normungsauftrag für Fenster und Türen nicht zuzustimmen und sich auf europäischer Ebene für eine grundlegende, praxisgerechte Überarbeitung einzusetzen. (Foto: © Dimtry Kalinovsky/123RF.com)

Vorlesen:

Metallhandwerk warnt vor neuer EU-Bürokratie

Handwerkspolitik

Gemeinsam mit 13 weiteren Verbänden und Institutionen fordert der Bundesverband Metall eine Überarbeitung des geplanten EU-Normungsauftrags für Fenster und Türen. Zusätzliche Bürokratiepflichten dürften Mittelstand und Handwerk nicht unnötig belasten.

Der Bundesverband Metall hat sich zusammen mit 13 weiteren Verbänden und Institutionen der Bau-, Fenster- und Fassadenwirtschaft an Bundesbauministerin Verena Hubertz gewandt. In einem Schreiben fordern sie die Bundesregierung auf, dem derzeit vorgesehenen EU-Normungsauftrag für Fenster und Türen nicht zuzustimmen und sich auf europäischer Ebene für eine grundlegende, praxisgerechte Überarbeitung einzusetzen.

Hintergrund sind die geplanten Anforderungen im Zuge der neuen europäischen Bauproduktenverordnung. Nach Einschätzung der beteiligten Verbände drohen besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen zusätzliche Prüf-, Dokumentations- und Zertifizierungspflichten. Gerade bei Fenstern und Türen, die in zahlreichen Varianten und häufig projektbezogen gefertigt werden, könnte dies erheblichen zusätzlichen Aufwand verursachen.

Verteuerung des Bauens verhindern

"Europäische Standards sind wichtig. Sie müssen aber so ausgestaltet sein, dass sie auch von mittelständischen Betrieben und dem Handwerk in der Praxis umgesetzt werden können. Neue Vorgaben dürfen nicht zu immer mehr Prüfungen, Dokumentationspflichten und Kosten führen, ohne dass dem ein entsprechender Mehrwert für Bauherren und Verbraucher gegenübersteht", erklärt Diether Hils, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Metall.

Die beteiligten Verbände sehen die Gefahr, dass zusätzliche regulatorische Anforderungen das Bauen und Sanieren weiter verteuern. Gleichzeitig könnten neue Prüf- und Nachweispflichten Unternehmen erheblich belasten. Europäische Harmonisierung und verlässliche Qualitätsstandards seien grundsätzlich richtig. Entscheidend sei aber, dass Anforderungen verhältnismäßig, technisch sinnvoll und für die mittelständisch geprägte Branche praktikabel bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren:

Der gemeinsame Verbändeappell richtet sich auch mit Blick auf die im September anstehende Befassung im europäischen "Committee on Standards" an die Bundesregierung. Die Unterzeichner halten den derzeitigen Entwurf in seiner vorliegenden Form nicht für zustimmungsfähig.

Quelle: Bundesverband Metall

DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: