Foto: © Handwerkskammer des Saarlandes
HWK des Saarlandes | August 2026
Fachkräftesicherung im Mittelpunkt
Arbeitsminister Dr. Magnus Jung war zu Besuch bei der Handwerkskammer des Saarlandes.
Aussicht von den Weinbergen im Naturpark Cap de Creus an der Costa Brava in Katalonien, Spanien. (Foto: © Susanne Freitag)
Vorlesen:
August 2026
Abseits der bekannten Badeorte und des Trubels zeigt die Costa Brava ihre ruhige und ursprüngliche Seite. Lesen Sie hier, welche sieben Orte Sie nicht verpassen sollten.
Die Costa Brava im Nordosten Spaniens erstreckt sich entlang der katalanischen Mittelmeerküste. Sie verbindet Badeorte und historische Küstenstädte mit felsigen Landschaften, kleinen Buchten und kulturellen Sehenswürdigkeiten. Wir verraten, welche sieben Orte Sie nicht verpassen sollten.
Richtig gelesen: An der Costa Brava wird tatsächlich Reis angebaut. Der erste Versuch im 15. Jahrhundert auf den Feldern von Pals hatte allerdings verheerende Folgen für die Bevölkerung. Das stehende Wasser lockte unzählige Mücken an und diese sorgten wiederum für etliche Krankheiten. Nach einem Verbot im 19. Jahrhundert wurde der Reisanbau ein Jahrhundert später mit neuen Anbaumethoden wiederaufgenommen. Am besten erreicht man die Reisfelder mit dem Fahrrad. Na Fent Bikes etwa bietet geführte Touren an, vorbei an weitläufigen Feldern, zur alten Reismühle von Pals und in die Feuchtgebiete, in denen der Reis angebaut wird. Als weiterer Stopp bietet sich das kleine mittelalterliche Örtchen Pals mit gepflasterten, kleinen Gassen, historischen Bauten und hübschen Läden an.
Lloret de Mar gilt als Partyhochburg der Costa Brava. In den Sommermonaten bevölkern Hundertausende, vorwiegend junge Leute, die Strände, Clubs und die architektonisch wenig reizvollen Bettenburgen. Außerhalb der Hauptferienzeit und abseits des Trubels zeigt die Stadt jedoch ein ruhigeres Gesicht. Auf einer Klippe zwischen der Cala Boadella und dem Strand von Fenals lädt ein besonderer Ort zum Verweilen ein: die Jardins de Santa Clotilde.
Die Gärten von Santa Clotilde wurden 1919 vom Landschaftsarchitekten Nicolau Rubió i Tudurí für den Marquis von Roviralta zu Ehren dessen erster Frau Clotilde Rocamora entworfen. Mit Terrassen, mediterranen Pflanzen und kleinen Teichen folgen die Gärten dem Vorbild der italienischen Renaissance. Treppen und Pfade verbinden die verschiedenen Ebenen miteinander. Und überall begegnet man Skulpturen mythologischer Figuren wie Venus oder Meerjungfrauen. In Richtung Klippe verweilen die Besucher auf der großen Rasenfläche oder genießen den Blick auf das Meer im Hintergrund. Immer wieder finden Candlelight-Konzerte im kleinen Amphitheater statt, die die Gärten in das romantische Licht tausender elektrischer Kerzen tauchen.
In der ehemaligen Kaserne Torre de Mornau in den Feuchtgebieten der Estanys de Pau können die Besucher selbst im Naturschutz aktiv werden. Auf dem großen Gelände ist das Ibis-Projekt zur Wiederansiedlung des Waldrapps untergebracht. Die Naturschutzinitiative widmet sich der Rückkehr der in Europa dank solcher Projekte nicht mehr ausgestorbenen, aber immer noch stark gefährdeten Vogelart. Ein Team von Forschern und Freiwilligen kümmert sich um die Tiere und bereitet sie auf die Auswilderung vor.
Wer das Gelände betreten will, muss sich einen lustigen schwarzen Helm mit Schnabel aufsetzen. "Die Jungvögel halten uns so für ihre Mutter und folgen uns", erklärt Mitarbeiterin Emma. Rund 50 Waldrappe teilen sich das Gelände mit Pferden und Kühen. Besucher können Freiwilligentage buchen und beispielsweise Müll in der Umgebung sammeln oder Würmer für die Fütterung sortieren. Das Projekt wird über Unternehmenspartnerschaften und Führungen finanziert.
Der Naturpark Cap de Creus umfasst 14.000 Hektar und ist seit 1998 der erste kombinierte Land- und Meeres-Naturpark Kataloniens. Bizarre Felsformationen, verborgene Buchten und eine abwechslungsreiche Flora und Fauna empfangen die Besucher. Einige Felsbrocken haben verblüffende Ähnlichkeit mit Tieren. Einer davon inspirierte sogar den berühmten Surrealisten Salvador Dalí, der in der Nähe des Parks gewohnt hat, zu der zerfließenden Form in seinem Gemälde "El gran masturbador". Der Park ist sehr beliebt bei Wanderern. Sie haben die Auswahl unter etlichen Wegen, darunter der Fernwanderweg GR 92 entlang der Küste von Llançà bis Cadaqués und der Fernwanderweg GR 11 über die Pyrenäen, der am Leuchtturm des Cap de Creus endet. Auch der historische, rund 200 Kilometer lange Küstenwanderweg Camí de Ronda führt auf der knapp 16 Kilometer langen Etappe als Teil von GR 92 vom Leuchtturm nach Port de la Selva durch den Park.
Oberhalb des Ortes Roses hat die Winzerin Anna Espelt vom Weingut Espelt Viticultors ein ökologisches Weinbauprojekt ins Leben gerufen. Die Reben in den Weinbergen von Mas Marès wachsen auf mineralischen Granitböden und sind dem kalten Tramuntana aus Norden und den Winden vom Meer ausgesetzt. Sie dienen nicht nur als Brandschutz für den besiedelten Küstenstreifen, sondern fördern die Artenvielfalt durch den Wechsel mit Eichenwäldern, Weiden und mediterraner Macchia. Espelt bietet zweistündige Weintouren mit Weinproben an, bei denen die Teilnehmenden erfahren, wie eng Weinbau und Landschaft hier seit der Antike miteinander verknüpft sind. Dank der tollen Aussicht auf die Küste wird der Wein allerdings fast zur Nebensache.
Meeresbiologe Boris Weitzmann arbeitet eng mit den Fischern aus dem kleinen Küstenort L'Estartit zusammen. Mit ihrem Sepia-Projekt wollen sie die überfischten Tintenfischbestände im Meer vor den Medes-Inseln wiederherstellen. Dabei sammeln die Fischer Sepia-Eier, die sich in ihren Netzen verfangen, ein. In speziellen Käfigen werden diese acht Meter tief ins Meer abgesenkt und so vor ihren Feinden geschützt. Wenn die Tiere groß genug sind, schlüpfen sie einfach durch die Maschen in die Freiheit. Zusätzlich legen die Fischer lange Seile mit daran befestigten Ästen im Wasser aus, die den Tintenfischen als künstliche Ablageplätze dienen.
Die Medes-Inseln stehen zwar unter Naturschutz, sind aber gleichzeitig ein beliebtes Tauchrevier an der Costa Brava. Mittlerweile dürfen die Ausflugs- und Tauchboote nur noch an speziellen Bojen rund um die Inseln anlegen. Vor Anker zu gehen ist, wie das Fischen, generell verboten. Doch auch vom Boot aus ist die Inselwelt mit ihren schönen Buchten und verwunschenen Höhlen wie die spektakuläre "La Foradada" (das Felsentor), durch die kleine Boote hindurchfahren können, schön anzusehen. Von Estartit aus sind verschiedene Touren rund um die Medes-Inseln im Naturpark Montrgí-Illes Medes buchbar, zum Beispiel an Bord der Núria. Das traditionelle "llaüt català" ist schon 80 Jahre alt und hat kleine Sichtluken im Rumpf, durch die man die Unterwasserwelt beobachten kann.
Wer mehr über die Fischerei an der Costa Brava erfahren möchte, sollte einen Besuch im Museu de la Pesca, dem Museum für Fischerei und maritime Kultur in Palamós einplanen. Als einziges an der ganzen katalanischen Küste stellt es die Fischer in den Mittelpunkt und befasst sich mit ihren Traditionen, ihrem Leben und der Beziehung zwischen Mensch und Meer. Zum Museum gehört auch das gastronomische Zentrum Espai de Peix. In dem großen Raum oberhalb der Fischauktionshalle finden regelmäßig Showcookings und Kochkurse statt. Im Vordergrund steht die Kilometer-Null-Devise: Alle Gerichte werden aus Fisch und Meeresfrüchten aus dem Meer vor Palamós sowie aus lokalen Zutaten zubereitet.
Girona gilt als das Tor zur Costa Brava. Besonders spannend ist die Altstadt mit der Basilika Sant Feliu und dem Sarkophag des Stadtpatrons St. Narziss. Auf ihn geht eine Legende zurück, die sich um die Fliege, das inoffizielle Wappentier Gironas, rankt: Beim Sturm der Franzosen auf die Stadt 1286 schwirrten gigantische Fliegen aus dem Heiligengrab und löschten die Angreifer aus. Berühmt ist auch die Ponte de les Peixateries Velles (Brücke der alten Fischmärkte) von 1877 über den Fluss Onyar. Die leuchtend rote Metallkonstruktion wurde von der Firma von Alexandre-Gustave Eiffel, dem Schöpfer des Pariser Eiffelturms, entworfen.
Wer Orte in Girona entdecken will, die nicht in jedem Reiseführer stehen, sollte eine Tour mit einem lokalen Guide buchen. Die Associació de Guies de Gerona ist ein Zusammenschluss offiziell zertifizierter Stadtführer, die sich auf die Vermittlung des historischen, kulturellen und künstlerischen Erbes der Stadt spezialisiert hat. Die Touren führen auch durch das historische jüdische Viertel El Call mit engen Gassen, Torbögen und Treppen. Hier und dort erhascht man einen Blick auf mittelalterliche Innenhöfe. El Call ist eines der am besten erhaltenen Quartiere jüdischen Lebens in Europa. Im Museum der Geschichte der Juden Girona (Museu d'Història dels Jueus Girona) erfahren die Besucher mehr über den Alltag der Familien aus dem Viertel und ihre Traditionen.
Bildergalerie
Weitere InformationenAllgemeine Infos
Patronat de Turisme Costa Brava Girona: costabrava.org
Turespaña: spain.infoDie Reise wurde unterstützt von Turespaña.DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!
Kommentar schreiben