Weiß getünchte Häuschen mit roten Ziegeldächern: Ausblick auf das historische Herzstück Pisticcis, die Altstadt Dirupo.

Weiß getünchte Häuschen mit roten Ziegeldächern: Ausblick auf das historische Herzstück Pisticcis, die Altstadt Dirupo. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB)

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Pisticci: Von Land, Strand und anderen Welten

Rund um Pisticci – eine Gemeinde im Süden Italiens in der Region Basilikata – versteckt der Stiefel Europas einzigartige Schätze: von weiten Stränden und Landschaften bis hin zu bewundernswerten Naturspektakeln.

In der süditalienischen Region Basilikata, genauer gesagt in der Provinz Matera, befindet sich die Gemeinde Pisticci. Niedliche Gassen und weiß getünchte Häuser charakterisieren den Ort, der rund 17.000 Einwohner zählt.

Über die Provinz MateraMatera, Stadt und Provinz zugleich, war 2019 – und das als erste Stadt Süditaliens – Kulturhauptstadt Europas. Im Jahr 1993 wurden die sich dort befindlichen Höhlenwohnungen, die "Sassi", zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Die Gemeinde Pisticci liegt etwa 50 Kilometer von Matera entfernt.

Im Jahr 2026 ist Matera übrigens gemeinsam mit Marokko eine der Mittelmeerhauptstädte der Kultur und des Dialogs

Ausflugstipps zwischen Hügeln und Meer 

Von Land über Strand bis hin zu anderen Welten: In und rund um Pisticci tummelt sich so einiges Sehenswertes.

Kleinstadt mit Kultur und Tradition

Wer Pisticci erreichen möchte, muss erst einmal hoch hinaus, denn das Dorf befindet sich auf einem Hügel in Höhe von über 350 Metern, zwischen den Flüssen Basento und Cavone und in der Nähe des Ionischen Meeres.

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Pisticci erinnert an ein Amphitheater. Foto: © Verena S. Ulbrich/DHBPisticci erinnert an ein Amphitheater. Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB

Die "weiße Stadt", die an ein Amphitheater erinnert, könnte gut einem Märchen entsprungen sein – süße kleine Gassen, liebevoll dekorierte Fassaden, geheimnisvolle Treppen und ganz besonderer Charme erwarten Besucherinnen und Besucher an jeder Ecke. Besonders sehenswert sind die Altstadt Dirupo und die zahlreichen Kirchen. Zu den besten Ausblicksstandorten zählt der kleine Platz vor der Chiesa dei Santi Pietro e Paolo, der Hauptkirche der Gemeinde.

Von knackigen Peperoni und wertvollen Oliven

In einer kleinen Gasse steht ein Wäscheständer – aber nicht mit Wäsche, sondern mit roten Peperoni, die zum Trocknen in die Sonne gelegt wurden. Es handelt sich dabei um "peperoni cruschi". Nachdem die roten Paprika vollkommen getrocknet sind, werden sie traditionell kurz in Öl angebraten und im Anschluss ein wenig gesalzen. Ein simples und gleichzeitig exquisites Gericht voller Geschmack.

Einheimische nutzen viele der Produkte, um für Vorräte übers ganze Jahr zu sorgen. Aus Tomaten wird Salsa, aus Oliven Öl, aus Trauben Wein. Foto: © Verena S. UlbrichEinheimische nutzen viele der Produkte, um für Vorräte übers ganze Jahr zu sorgen. Aus Tomaten wird Salsa, aus Oliven Öl, aus Trauben Wein. Foto: © Verena S. Ulbrich

Daneben bereichern noch viele Gemüse- und Obstsorten mehr die Gegend in und um Pisticci – seien es, abhängig von der Jahreszeit, Tomaten, Fenchel, Artischocken, Zucchini oder Bohnen sowie Zitrusfrüchte, Trauben, Feigen, Steinobst oder Erdbeeren. Die perfekte Voraussetzung für diese landwirtschaftliche Vielfalt liefern die Ton- und Schwemmböden, die reich an Minerialien sind und Pisticci zu einer sehr fruchtbaren Zone machen. Darüber hinaus leisten die vielen Sonnenstunden einen entscheidenden Beitrag. In Richtung Meer finden sich große Flächen, auf denen unter anderem Hartweizen und Gerste nur so sprießen.

Ein wichtiges Standbein für viele Familien in der Basilikata: der Olivenanbau. Für diejenigen, die Olivenbäume besitzen, geht es üblicherweise in der Zeit von September bis November an die Ernte. Bei dieser geht es vor allem darum, sich beim anschließenden Pressen der Oliven in meist lokalen Mühlen einen Ölvorrat für das folgende Jahr zu sichern. Die Ernte bedeutet aber nicht nur Arbeit – für Familien und Freunde ist es ebenso ein Anlass, um zusammenzukommen und gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen. Ähnlich läuft es bei der Herstellung von Tomatensalsa.

Fotos: Unterwegs rund um Pisticci

Bildergalerie

Unterwegs in Pisticci
Auf dem Weg zum Strand: Zwischenstopp am Hafen "Porto degli Argonauti". (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Der Hafen wurde zu Beginn der 2000er erbaut. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Nächster Stopp: Meer. Die Marina di Pisticci in der kalten Jahreszeit. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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(Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Der beliebte Badeort an einem warmen Sommerabend. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Sommernächte an der Marina di Pisticci. Besonders beliebt ist das jährliche Übernachten an San Lorenzo am 10. August, der Nacht der Sternschnuppen. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Auf zu den "Calanchi di Pisticci". (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Die durch Wasser, Wind und Sonne geformten Hügel mit mondartigen Formen bestehen hauptsächlich aus Lehm. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Durch Regen entstehen Rinnen inmitten der weichen Hügel , die Sonne trocknet diese und bildet die charakteristischen Risse. Der Wind entfernt feine Partikel und sorgt auf diese Weise für Kanten und glatte Oberflächen. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
Unterwegs in Pisticci
Ausflug zum Amaro Lucano-Museum. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Cosa vuoi di più dalla vita? Was möchtest du mehr vom Leben? (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Hier dreht sich alles um die Entstehung und Herstellung der Spirituose sowie die Bedeutung des Likörs für die Region. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Neues Gesicht, aber der übliche Amaro: Die "Pacchiana", berühmte Frau auf dem Etikett der Spirituose und Markenzeichen seit 1894, wurde neu interpretiert. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Die traditionelle "Pacchiana" ist auf diesen Etiketten zu sehen. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Der Likör wurde im Jahr 1894 von Pasquale Vena in Pisticci kreiert. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
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Die Ausstellung ist multimedial: An den Stationen begleiten auf großen Bildschirmen verschiedene Akteure die Besucherinnen und Besucher auf der Reise in die Welt des Amaro Lucano. (Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )
Unterwegs in Pisticci
(Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB )

Weite Strände zum Verweilen

Strandspaziergang in der kalten Jahreszeit. Foto: © Verena S. Ulbrich/DHBStrandspaziergang in der kalten Jahreszeit. Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB

Hinter den Feldern und Pinienwäldern kommen weite Strände und blaues Meer zum Vorschein: weitere Markenzeichen des italienischen Südens. Die Marina di Pisticci, welche am Golf von Tarent – einem Abschnitt des Ionischen Meeres – liegt, besticht vor allem mit feinem, hellem Sand und strahlend blauem Meer. Über das ganze Jahr bieten sich hier lange Strandspaziergänge an, in den Sommermonaten sorgen zahlreiche Strandanlagen für die perfekten Zufluchtsorte zur Entspannung.

Dabei ist für alle Geschmäcker etwas dabei – vom ruhigen und etwas abgelegenere Lido unter Palmen bis hin zur sportlichen Version mit Beachvolleyballfeld, Kanus und Co. Viele Standorte verfügen ebenso über ein Restaurant. Darüber hinaus ist auch genügend Platz auf dem freien Strand gegeben. In der Umgebung gibt es Ferienhäuser und Hotels, Campingplätze sowie Supermärkte. Ebenso sehenswert und ganz in der Nähe: der Hafen "Porto degli Argonauti".

Mondreise im Süden Italiens

Die 'Calanchi di Pisticci'. Foto: © Verena S. Ulbrich/DHBDie 'Calanchi di Pisticci'. Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB

Wer den Weg zu den "Calanchi di Pisticci" einschlägt, dem eröffnet sich eine fast außerirdische Welt. Hauptsächlich aus Ton beziehungsweise Lehm bestehend, verwandeln die durch Wasser, Wind und Sonne geformten Hügel mit mondartigen Formen die Landschaft noch mal mehr in einen magischen Ort.

Aber wie kommt es zu diesem Naturspektakel? In der Vergangenheit gab es rund im Pisticci Flüsse, Seen und Meeresbereiche, in denen sich unter anderem Ton und Sand in Schichten ablagerten. Im Laufe von Tausenden von Jahren und infolge geologischer Prozesse hoben sich diese Schichten aus dem Wasser heraus. Wasser, Sonne und Wind erledigten den Rest – und tun dies auch heute noch. Während durch Regen Rinnen inmitten der weichen Hügel entstehen, trocknet die Sonne diese und sorgt darüber hinaus für die charakteristischen Risse. Der Wind entfernt feine Partikel und sorgt auf diese Weise für Kanten und glatte Oberflächen.

Im "Teatro dei Calanchi", welches inmitten der weichen Hügel liegt, finden im August übrigens diverse Kunst-, Kultur- sowie Musikveranstaltungen statt. Insgesamt sind die Calanchi ein Muss für alle Naturliebhaber und Wanderer, aber auch Kulturliebhaber.

Auf den Spuren des Amaro Lucano

Im Museum Essenza Lucano wird die Geschichte des Amaro Lucano beleuchtet. Foto: © Verena S. Ulbrich/DHBIm Museum Essenza Lucano wird die Geschichte des Amaro Lucano beleuchtet. Foto: © Verena S. Ulbrich/DHB

Etwas wahrhaft "Kurzes" zum Schluss: Im Museum "Essenza Lucano" dreht sich alles rund um den italienischen Kräuterlikor "Amaro Lucano". Der 1894 von Pasquale Vena in Pisticci kreierte Likör erfreut sich inzwischen internationaler Bekanntheit. In verschiedene Stationen gegliedert, bietet die Ausstellung Einblicke in die Familiengeschichte, die Entstehung und Herstellung der Spirituose sowie die Bedeutung des Likörs für die Region. Im Kräutergarten können Besucherinnen und Besucher die im Amaro enthaltenen Kräuter und Pflanzen entdecken. Der Bar-Bereich lädt zum Probieren und Verweilen ein, im Shop gibt es neben den Produkten ebenso Souvenirs. Der Eintritt ist kostenfrei.

Während das Museum im Jahr 2018 eröffnet wurde, gibt es die Produktionsstätte, in der es sich befindet, seit den 1960er Jahren. Der Amaro wird auch heute noch dort produziert – und das in vierter Generation der Familie Vena.

Video: Pisticci im Überblick

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Zu Besuch bei den Nachbarn🏰 Marconia und Tinchi
Zu Pisticci gehören die Ortsteile Marconia und Tinchi. Während sich Marconia als bevölkerungsreichster Ortsteil der Gemeinde behauptet, geht es in Tinchi eher ruhiger zu. Ausflugstipp: das Castello di San Basilio.

🏛️ Bernalda und Metaponto
"Einen Hügel weiter" ist Bernalda einen Besuch wert. Die Altstadt dort verzaubert mit dem Castello di Bernalda und der Chiesa Madre. Im Mai und August wird das Patronatsfest der Stadt, die "Festa di San Bernardino da Siena", mit traditionellen Umzügen und zahlreichen "bancarelle" (Verkaufsständen) gefeiert. Im Palazzo Margherita führt "Der Pate"-Regisseur Francis Ford Coppola ein Fünf-Sterne-Hotel.

Der Küstenort Metaponto bietet sich für Geschichtsfans und Entdecker an. Nahe des archäologischen Parks von Metaponto befinden sich die "Tavole Palatine", die Überreste eines antiken griechischen Tempels aus dem 6. Jahrhundert vor Christus, der der Göttin Hera gewidmet war. 

👻 Craco
Im Jahr 1980 traf die Altstadt von Craco ein starkes Erdbeben, die Bewohnerinnen und Bewohner mussten den Ort verlassen – seitdem gilt dieser Teil der Gemeinde als Geisterstadt, welche im Rahmen von geführten Touren besichtigt werden kann. Übrigens: Craco war für den Film "Die Passion Christi" von Schauspieler und Regisseur Mel Gibson einer der zentralen Drehorte.

🏖️ Ginosa
Noch mehr Meer und mehr: Einerseits bietet Ginosa weite Sandstrände und Pinienwälder, andererseits erinnert die "Gravina di Ginosa", eine über zehn Kilometer lange Kalksteinschlucht, mit ihren Höhlensiedlungen und Felsenkirchen an Matera.
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Text: / handwerksblatt.de

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