Von Liverpool an die Themse: Unterwegs mit der MS Hamburg
Mit höchstens 400 Passagieren steuert die MS Hamburg Häfen an, die für viele größere Kreuzfahrtschiffe unerreichbar bleiben. Die Reise führt von Liverpool über Dublin und Cork zu den Scilly-Inseln – und durch die geöffnete Tower Bridge bis ins Zentrum Londons.
John, Paul, George und Ringo wirken, als würden sie gerade gemütlich in Richtung der Mersey-Fähren schlendern. Die Bronzestatue der Beatles steht seit 2015 am Pier Head in Liverpool. An einem sonnigen Tag im September könnte die Aufmerksamkeit der Fab Four aber auch auf eine andere Attraktion gerichtet sein.
Die Bronzestatue der Beatles steht seit 2015 am Pier Head in Liverpool. Foto: © DHBAm Morgen hat in unmittelbarer Nähe die MS Hamburg festgemacht. Sie gilt als kleinstes Kreuzfahrtschiff Deutschlands. Mit einem Tiefgang von gerade mal 5,10 Metern kann das wendige Schiff auf Flüssen cruisen und nahe einer City vor Anker gehen. Für die 400 Hamburg-Gäste bleibt nun genügend Zeit, die Heimat der Beatles zu erkunden.
Liverpool: Entdeckungsausflug entlang historischer Stätten
Vor allem die roten Backsteingebäude des Hafens ziehen die Besucher an. Da das Schiff so zentral liegt, kann Liverpool gut auf eigene Faust erkundet werden. Wenngleich die Stadt ganz im Zeichen der aus Liverpool stammenden Musiker steht, fallen bei einem Spaziergang durch die Gassen auch andere an die Wand gesprühte Persönlichkeiten auf. Natürlich darf der ehemalige Fußballtrainer des FC Liverpool, Jürgen Klopp, nicht fehlen. Noch ein Abstecher zur Penny Lane, schon heißt es Abschied nehmen.
Fast lautlos legt die MS Hamburg ab. Nur ein kurzes Vibrieren beim Anspringen der Motoren. Langsam gleitet die 144 Meter lange MS Hamburg vom Kai. Über die Irische See nimmt die MS Hamburg Kurs auf Dublin. Die irische Hauptstadt liegt an der Mündung der Liffey in die Dublin Bay. Eine Stadt mit Geschichte, dennoch lebendig, jung und voller Elan. Die Hauptstadt Irlands gilt als Zentrum bedeutender Universitäten.
Dublin entdecken: Trinity College und Guinness-Brauerei
Die bekannteste ist das Trinity College. Gegründet 1592 von Königin Elisabeth I., wuseln Studenten aus aller Welt über den von historischen Gebäuden umgebenen Campus. Besucher zieht es vor allem zu einer der ältesten Bibliotheken des Landes. Obwohl ihre Bestände derzeit konserviert werden, strahlt die 65 Meter lange Halle mit ihren bis unter die Decke reichenden Bücherregalen eine magische Würde aus.
Für viele Dublin-Besucher gehört auch das Guinness Storehouse zum Programm. Gründer Arthur Guinness übernahm das damals heruntergekommene Gelände im Jahr 1759 am St. James’s Gate mit einem bis heute legendären Pachtvertrag. Er sicherte sich für 9.000 Jahre die Nutzungsrechte. Als jährlicher Pachtzins wurden 45 Pfund vereinbart. Bevor die interaktive Tour startet, kann jeder einen Blick auf den Vertrag werfen. Der Rundgang endet, wie er enden muss: am Zapfhahn. Cremig und leicht bitter schmeckt das fast schwarze Bier überraschend erfrischend.
Von Cork zu den Scilly-Inseln
Foto: © DHBEntlang der Route nimmt die MS Hamburg jetzt Kurs auf Cork. Ein Anziehungspunkt ist der "English Market". Regionale Köstlichkeiten wechseln mit internationalen Spezialitäten ab. Ein anschließender Spaziergang zur St. Fin Barre’s Cathedral und der St. Patrick’s Street mit Shops, Restaurants und Pubs präsentiert den historischen Charme der zweitgrößten Stadt Irlands mit einem gelungenen Mix eines gemütlichen Stadtlebens.
Eine Stippvisite mit mediterranem Flair steht 211 weitere Seemeilen auf dem Programm. Die Isles of Scilly bestehen aus mehr als 140 Inseln und zahlreichen Felsen; dauerhaft bewohnt sind nur fünf. Auf der Hauptinsel St. Mary’s leben 1.700 Menschen. Ein Gang durch die Gassen gibt auf beiden Seiten der Insel den Blick frei auf das tiefblaue Meer, gespickt mit kleinen, schmucken Booten. Besonders charmant: Mit den Woolpack Wanderers und den Garrison Gunners verfügen die Scilly-Inseln über die kleinste Fußballliga der Welt. Während der Saison treten die beiden Mannschaften regelmäßig auf dem einzigen Fußballplatz der Inselgruppe gegeneinander an.
MS Hamburg: Majestätische Durchfahrt der Tower Bridge
Ein eher seltener Anblick: die Tower Bridge öffnet sich für die MS Hamburg. Foto: © DHBWieder unterwegs auf dem Ärmelkanal geht es vorbei an den malerischen Kreidefelsen Dovers. Schon um Mitternacht kommen die ersten Lotsen an Bord. Einige Flusskilometer später taucht die Mündung der Themse auf. Rechts und links säumen Industrie- und Hafenanlagen den Weg. Obwohl es erst 6 Uhr morgens ist, kommen jetzt immer mehr Passagiere an Deck. Sie alle wollen dabei sein, wenn die Tower Bridge für die Durchfahrt der MS Hamburg geöffnet wird. Dass sich die mächtige Klappbrücke für die Schifffahrt öffnet, ist ein eher seltener Prozess.
Kaum ist das Londoner Wahrzeichen in Sichtweite, setzen sich auch schon die zwei Hälften der Brücke dank eines hydraulischen Systems langsam in Bewegung. Spätestens jetzt sind die Handys im Dauereinsatz. Gleich hinter der Tower Bridge macht die MS Hamburg im Zentrum Londons fest. Sehenswürdigkeiten wie der Tower of London und die Themsepromenade liegen in unmittelbarer Nähe. Big Ben, Westminster Abbey und das Riesenrad London Eye sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell erreichbar. Doppelstöckige, rote Busse bahnen sich ihren Weg durch die quirligen Straßen der Weltmetropole London. Es ist die einzigartige Mischung aus königlichem Flair, Kunst, Mode und einem multikulturellen gastronomischen Angebot, die London-Touristen immer wieder aufs Neue fasziniert.
Bevor es zurück in den Heimathafen Hamburg geht, bleibt ein Seetag, um noch einmal all die Eindrücke und Erlebnisse Revue passieren zu lassen. Und ein letztes Mal genießen die 400 Passagiere die herzliche Gastfreundschaft der 170 Crewmitglieder aus über 30 Nationen. Sie haben dafür gesorgt, dass die MS Hamburg für ein kleines Weilchen ein Zuhause geworden ist.
Mehr InfosDie MS Hamburg wird vom Kreuzfahrtveranstalter Plantours eingesetzt und fährt unter der Flagge der Bahamas. Im Jahr 2020 wurde die MS im großen Stil renoviert. Ende des Jahres 2026 sollen alle 134 Außen- und 63 Innenkabinen einen neuen, frischen Look bekommen. Um den Schadstoffausstoß zu minimieren, wird das Schiff statt mit Schweröl mit emissionsärmerem Marinediesel betrieben. Die MS Hamburg gilt als ein eher kleines Hochsee-Kreuzfahrtschiff, das schnell ein familiäres und legeres Lebensgefühl vermittelt. An Bord befinden sich Restaurants, Bistros und Bars. Während der Fahrt werden Vorträge angeboten. Abends finden verschiedene Veranstaltungen statt.
In der Saison 2026 bietet plantours auf insgesamt sechs Schiffen bis zu 176 Themen- und Eventreisen an. Für Kurzentschlossene führte mit "Guinness, Beatles und die Tower Bridge" eine ähnliche Großbritannien- und Irlandreise im April 2026 unter anderem nach London, Liverpool, Dublin und Cobh. Alle Schiffsreisen des Anbieters können auch für das Jahr 2027 gebucht werden.
plantours-kreuzfahrten.de
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Text:
Brigitte Klefisch /
handwerksblatt.de
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