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Lehrermangel in Brandenburg: Stundenausfall an Schulen droht

Handwerkspolitik

Aufgrund des Lehrermangels kann die Stundentafel an vielen Schulen nicht mehr eingehalten werden. Das Handwerk spricht von einem Armutszeugnis.

Wenn in Brandenburg am 24. August das neue Schuljahr beginnt, werden an etlichen Schulen Lehrer fehlen. Die Folge: Die in den Lehrplänen vorgegebenen Stundentafeln können nicht eingehalten und wichtige Lehrinhalte den Schülerinnen und Schülern nicht mehr vermittelt werden. Das brandenburgische Handwerk reagiert mit großer Sorge auf den drohenden Stundenausfall an Brandenburgs Schulen.

Robert Wüst, Präsident des Handwerkskammertages Land Brandenburg, sagte: "Dass Brandenburg den Kernunterricht nicht mehr überall absichern kann, ist ein Armutszeugnis. Wenn die Stundentafel gekürzt wird oder Abschlüsse nicht mehr bundesweit sicher anerkannt werden, ist auch das Handwerk betroffen. Unsere Betriebe erleben seit Jahren, dass viele junge Menschen mit deutlichen Defiziten in Mathematik, Deutsch und Naturwissenschaften in die Ausbildung starten und zusätzliche Nachqualifizierungen notwendig werden. Deshalb braucht es jetzt schnell wirksame Maßnahmen, um Unterricht abzusichern, Bildungsstandards zu erhalten und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung zu stärken."

Handwerkskammer Cottbus startet Azubi-Campus

Corina Reifenstein, Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus und Geschäftsführerin der Terpe Bau GmbH in Spremberg, verweist darauf, dass das Niveau bei den Schulabgängern bereits seit Jahren sinkt: "Wenn man jetzt versucht, den Lehrermangel dadurch zu kompensieren, indem man das Niveau der schulischen Bildung weiter absenkt, halte ich das für sehr problematisch. Denn die in der Schule entstandenen Defizite schleppen die jungen Menschen dann durch die gesamte Ausbildung."

Um diese Spirale zu durchbrechen, hat die HWK Cottbus im Jahr 2024 einen Azubi-Campus am Lehrbauhof Großräschen ins Leben gerufen. Dort können Lehrlinge die aus der Schule mitgebrachten Defizite aufholen.

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Fachkräftemangel: Ausbildung als zentrale Herausforderung?

Lutz Spring, Geschäftsführer der auf Heizung, Sanitär und Haustechnik spezialisierten Lutz Spring GmbH in Oranienburg, sieht die Ausbildung junger Menschen vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels als zentrale Aufgabe an: "Im vergangenen Jahr beschäftigten wir fünf Monteure und gleichzeitig vier Auszubildende – eine Ausbildungsquote, die zeigt, welchen Stellenwert die Nachwuchsförderung für uns hat. Wir investieren bewusst Zeit, Wissen und personelle Ressourcen in die Ausbildung, weil wir davon überzeugt sind, dass sich diese Investition langfristig auszahlt. Deshalb arbeiten wir eng mit den Eltern zusammen, führen regelmäßige Gespräche mit unseren Auszubildenden und nutzen bei Bedarf die Assistierte Ausbildung der Agentur für Arbeit."

Die temps GmbH Brandenburg greift seit einiger Zeit zu unkonventionellen Methoden, um den Fachkräftenachwuchs nach vorn zu bringen. Geschäftsführerin Helga Marggraff: "Da unsere Azubis mit Nachholbedarf in den Fächern Wiso, Mathematik und Deutsch aus den Schulen kommen, setzen wir auf pensionierte Lehrer, die wir aktivieren und unseren Azubis zur Seite stellen. Auch in den kommenden Jahren sind wir auf der Suche nach Lehrern im Rentenalter."

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Text: / handwerksblatt.de

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