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HWK des Saarlandes | September 2026
HWK ist Partner im "Bündnis für zirkuläres Bauen"
Das Saarland setzt auf ressourcenschonendes und wirtschaftliches Bauen.
Für 88 Prozent der Unternehmen in Deutschland ist Familienfreundlichkeit besonders wichtig: Vier von ihnen wurden jetzt im Wettbewerb "Kleine Lösungen – große Wirkung. KMU gewinnen mit Vereinbarkeit" ausgezeichnet. (Foto: © piksel/123RF.com)
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11. September 2026
Das sind die familienfreundlichsten Unternehmen Deutschlands: Das Reinigungsunternehmen Dreer, Raumausstattung Schwarzmeier, Benkert Dachbegrünung und das Landtechnik-Unternehmen Thome-Bormann.
Immer mehr Firmen setzen auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Vier von ihnen wurden jetzt besonders - und stellvertretend für das Engagement des Mittelstands - geehrt: Bundesfamilienministerin Karin Prien hat die Preisträger des Wettbewerbs "Kleine Lösungen – große Wirkung. KMU gewinnen mit Vereinbarkeit" in Berlin ausgezeichnet. Es sind vier kleine und mittlere Familienunternehmen, die mit innovativen Lösungen zeigen, wie sich Familie und Beruf erfolgreich miteinander vereinbaren lassen: Das Reinigungsunternehmen Dreer, Raumausstattung Schwarzmeier, Benkert Dachbegrünung und das Landtechnik-Unternehmen Thome-Bormann. Sie bieten ihren Beschäftigten flexible Arbeitsbedingungen, Homeoffice und Gestaltungsfreiräume.
Im Rahmen der Preisverleihung bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer DIHK wurde der "Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit" des Instituts der Deutschen Wirtschaft (iw) Köln vorgestellt.
Er zeigt die Bedeutung des Themas bei der Fachkräftesicherung: Für 88 Prozent der befragten Betriebe sind familienfreundliche Maßnahmen auch im Jahr 2026 besonders wichtig – trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen. Damit ist die Bedeutung von Familienfreundlichkeit im Vergleich zu 2023 (86 Prozent) und vor allem im Vergleich zu 2015 (77 Prozent) erneut gestiegen.
Aus den knapp 150 Bewerbungen hat eine Jury aus Auditorinnen und Auditoren der berufundfamilie GmbH folgende Gewinnerunternehmen ausgewählt:
Benkert Dachbegrünung GmbH (Königsberg, Bayern): Das Garten- und Landschaftsbauunternehmen begann 1992 als klassischer Garten- und Landschaftsbaubetrieb und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem der führenden Spezialisten für Dachbegrünung in Deutschland. Heute führt Karla Benkert, die Tochter des Firmengründers, das Unternehmen in zweiter Generation– mit dem klaren Anspruch, dass nicht nur Dächer im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem die Menschen, die darauf arbeiten. Als Arbeitgeberin legt sie daher großen Wert auf langfristige Arbeitsverhältnisse und flexible, familienorientierte Arbeitsbedingungen für alle im Team.
Dreer GmbH (Ofterdingen, Baden-Württemberg): Die Reinigungsunternehmen Dreer GmbH wird von den beiden Geschäftsführern Jule und Aleksandr Dreer geleitet. Das Unternehmen mit 42 Beschäftigten bietet haushaltsnahe Dienstleistungen und Gebäudereinigung – eine Branche, die traditionell stark frauendominiert ist. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dort also besonders relevant – und aufgrund der Arbeitsbedingungen gleichzeitig besonders herausfordernd. Die Geschäftsführenden Jule und Aleksandr Dreer sind selbst Eltern von zwei kleinen Kindern und kennen die Vereinbarkeitsthematik aus eigener Erfahrung. Das flexible Modell wurde bereits seit der Gründung 2019 bewusst mitgedacht – entsprechend dem Firmenmotto "schwäbisch mit Herz und Kompetenz"!
Schwarzmeier e.K. (Arnsdorf, Sachsen): Raumausstatter Schwarzmeier in Arnsdorf gibt es seit fünf Generationen. 2016 hat Antonia Schwarzmeier das 1886 gegründete Familienunternehmen von ihren Eltern übernommen. Sie lebt Vereinbarkeit als Unternehmerin und Mutter selbst vor. Erfahrung, Kreativität und ein Blick fürs Detail sind hier die Erfolgsfaktoren – und zwar nicht nur bei der Gestaltung von Räumen für die Kundinnen und Kunden, sondern auch bei den Arbeitsbedingungen. Trotz der besonderen Anforderungen eines handwerklichen Betriebs mit Werkstatt, Kundenterminen und Montageeinsätzen gelingt eine individuelle und flexible Arbeitszeitgestaltung. Familiäre Veränderungen werden im direkten Austausch aufgegriffen, Arbeitszeiten werden bei Bedarf kurzfristig und pragmatisch an persönliche Lebenssituationen angepasst.
Thome-Bormann GmbH (Prüm, Rheinland- Pfalz): Die Thome u. Bormann GmbH betreibt mit seinen 85 Beschäftigten Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie Flughafentechnik in Prüm in Rheinland-Pfalz und ist einer der führenden Ausbildungsbetriebe in der Eifelregion. Das Familienunternehmen wird heute bereits in der dritten und vierten Generation geführt.
Die Geschäftsführung hat schulpflichtige Kinder und erlebt, dass Vereinbarkeit keine theoretische Fragestellung ist, sondern den Alltag unmittelbar betrifft. Die Erfahrungen in der Pandemie gaben den Ausschlag, Vereinbarkeit dauerhaft zu verankern. Einfache, flexible Lösungen mit unmittelbarer Wirkung im Arbeitsalltag prägen seitdem das Vorgehen, um so unabhängig von Lebensphase, Tätigkeit oder familiärer Situation eine verlässliche und praxistaugliche Unterstützung zu bieten. Und es gibt klare Prioritäten: "im Zweifel ruht der Auftrag".
Das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie"Das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" ist mit knapp 9.200 Mitgliedern die größte bundesweite Plattform für Unternehmen, die sich für eine familienbewusste Personalpolitik engagieren. Es wurde 2007 vom damaligen Bundesfamilienministerium und der Deutschen Industrie- und Handelskammer gegründet. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zählt zu den Gründungspartnern.
"Deutsche Unternehmen beweisen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wie wichtig ihnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist. Sie halten an familienfreundlichen Angeboten fest und bauen ihr Engagement teilweise sogar weiter aus. Das zeigt unser Unternehmensmonitor, aber auch die Unternehmen, die wir heute für ihr Engagement auszeichnen. Das ist ein wichtiges Signal, denn Familienfreundlichkeit ist eine Frage guter Arbeitsbedingungen und darüber hinaus ein Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Angesichts des demografischen Wandels brauchen wir Unternehmen, die Fachkräfte gewinnen und halten können. Wer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärkt, schafft dafür die besten Voraussetzungen."
"Die ausgezeichneten Unternehmen zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und kreativ Lösungen für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Betriebsalltag sein können. Sie stärken damit die Motivation und Bindung ihrer heutigen Beschäftigten und machen zugleich ein attraktives Angebot für die Fachkräfte von morgen. Denn für die junge Generation gehört die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben zu den entscheidenden Kriterien bei der Wahl des Arbeitgebers."
"Die prämierten Unternehmen stehen beispielhaft für Innovationsgeist und Innovationskraft des Mittelstands. Sie zeigen, dass wirkungsvolle Lösungen für mehr Vereinbarkeit nicht von der Größe eines Unternehmens abhängen, sondern von der Bereitschaft auf allen Seiten, betriebliche Anforderungen und die Bedürfnisse der Beschäftigten gemeinsam zu denken. Sie setzen damit wichtige Impulse für eine zukunftsorientierte Personalpolitik und für die Arbeitswelt von morgen."
Sowohl der Anteil der Unternehmen, die familienfreundliche Maßnahmen wichtig finden, als auch der Anteil der Unternehmen mit einer ausgeprägt familienfreundlichen Unternehmenskultur ist im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2023 erneut gestiegen. Für 88 Prozent der Unternehmen sind familienfreundliche Maßnahmen auch im wirtschaftlichen Krisenjahr 2026 wichtig.
Die Relevanz familienfreundlicher Maßnahmen für jüngere Beschäftigte in den letzten Jahren gestiegen. 58 Prozent der Unternehmen geben an, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice seien jungen Menschen wichtiger als früher.
Jüngeren Beschäftigten sind die Vereinbarkeitsangebote ihres Arbeitgebers auch dann wichtig, wenn sie (noch) keine Betreuungsverpflichtungen haben. Vier von zehn der unter 30-Jährigen empfinden es als ungerecht, dass manche flexibel ihre Arbeitszeiten festlegen beziehungsweise im Homeoffice arbeiten können, während andere wenig zeitliche und räumliche Gestaltungsfreiräume haben. Dabei spielt es ebenfalls keine Rolle, ob sie bereits selbst Betreuungsverpflichtungen haben oder nicht.
Vor die Wahl gestellt, ob ihnen flexible Arbeitszeiten oder verlässliche und planbare Arbeitszeiten wichtiger sind, ergibt sich ein gemischtes Bild. Die eine Hälfte der Beschäftigten spricht sich für Flexibilität aus, die andere für Verlässlichkeit und Planbarkeit.
Flexible Arbeitszeitmodelle können daher nicht die alleinige Antwort auf Vereinbarkeitsherausforderungen sein. Dort, wo sich Arbeitszeiten häufig aus betrieblichen Gründen ändern, sinkt die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich.
Es ist für Unternehmen herausfordern, Beschäftigte mit restriktiveren Arbeitsbedingungen, zum Beispiel Schichtarbeit, mit ihrem Angebot an familienfreundlichen Maßnahmen zu erreichen. Über individuelle Einflussmöglichkeiten der Beschäftigten bei der Termin- und Einsatzplanung versuchen sie gezielt, die Vereinbarkeit von Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeitern und Beschäftigten mit Präsenzpflichten zu verbessern.
Für rund 85 Prozent der Unternehmen ist die Vereinbarkeit zentral für ihre Fachkräftesicherung. Knapp acht von zehn gehen davon aus, dass die Vereinbarkeit als Element der Fachkräftesicherung noch weiter an Bedeutung zunehmen wird – obwohl viele von ihnen wirtschaftlich schwierige Zeiten erwarten.
Quelle: Bundesfamilienministerium; Websites der Unternehmen; iw Köln
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