Die Versicherung will sich als Servicedienstleister rund um das Thema Haus und Wohnen etablieren, so die offizielle Begründung. (Foto: © roboriginal/123RF.com)

Schweizer Versicherer kauft Handwerker-Plattform

Was will ein Versicherungsunternehmen mit einer Handwerker-Plattform? Der Schweizer Versicherer Baloise, der auch in Deutschland aktiv ist, wird’s wissen. Er steigt beim Startup Devis ein.

Brauchen Sie einen Dachdecker? Viele Hausbesitzer suchen heute online, insbesondere auf Plattformen. In Deutschland dürfte MyHammer bekannt sein. Devis ist eine Schweizer Plattform für Handwerks- und Reinigungsdienstleistungen im Hausinnen- und Außenbereich. Daran hat sich nun die Schweizer Versicherungsgesellschaft Baloise mehrheitlich beteiligt.

Offizielle Begründung: "Baloise baut ihr Ökosystem 'Home‘ weiter aus". Denn es ist für die Versicherungsgruppe aus Basel bereits die dritte Beteiligung in diesem Segment. So ist Baloise ebenfalls an der Umzugsplattform Movu und dem Wäsche-und-Textilpflege-Portal Bubble Box beteiligt.

Es gehe darum, die Versicherung "als Servicedienstleister rund um das Thema Haus und Wohnen zu etablieren", sagt Wolfgang Prasser, Mitglied der Geschäftsleitung der Baloise. Das Angebot von Devis soll auf die Deutschschweiz ausgeweitet werden, bisher ist es auf die Romandie begrenzt.

Macht das Beispiel in Deutschland Schule?

Wird das Beispiel auch in Deutschland Schule machen? Möglich ist es. Zu ihren Kernmärkten zählt die Bâloise Holding AG neben der Schweiz, Belgien und Luxemburg auch den deutschen Markt. Hier ist sie mit den Basler Versicherungen vertreten. Darüber wäre die Baloise also in der Lage, das Modell auf dem hiesigen Markt auszurollen. Unbekannt ist diese Art Zusatzservice in Deutschland jedenfalls nicht. Die Branche fasst es unter dem Oberbegriff Assistance-Leistung zusammen.

Noch setzen die Versicherer auf Kooperationen

Auch hierzulande setzen viele auf Assistance-Dienste, um ihre Policen attraktiver zu machen. Sie begnügen sich allerdings oft mit Kooperationen. Zum Beispiel arbeiten Autoversicherer mit freien Werkstatt-Netzen oder Automobilclubs zusammen. Rechtsschutzversicherer mit Anwälten für die Erstberatung. Kunstversicherer mit speziellen Sachverständigen und Ermittlern. In der Cyber-Versicherung mit IT-Spezialisten.

Marktführer Allianz hat schon früh Erfahrungen mit Handwerkern gesammelt. Damals mag die Zeit dafür nicht reif gewesen sein. Das scheint sich allmählich zu ändern.

Text: / handwerksblatt.de

Kommentar schreiben

Das könnte Sie auch interessieren: