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Dieser Mann weiß, wo Ihr Rasenroboter steckt

Landmaschinenmechanikermeister Oliver Rott aus Mönchengladbach hat Erfolg, weil er auf die richtige Technologie gesetzt hat. Seine Spezialität: Gartentechnik 4.0.

Landmaschinenmechanikermeister Oliver Rott Foto: © Ingo Lammert
Landmschinenmechanikermeister Oliver Rott kennt sich mit dem Innenleben der Rasenroboter bestens aus.

Lautlos schwebt die Drohne über dem Rasen, setzt sanft auf. Von ihrer Oberseite steigt eine kleinere Drohne wie ein Miniaturhubschrauber auf, scannt das Gelände und schickt die Informationen an die Mutterdrohne und ihre Ladung: neun flache Rasenroboter, die ausschwärmen, um ameisenfleißig ihr Werk zu verrichten. Laut einem Videoclip des Herstellers sieht so die Zukunft des Rasenmähens aus – autonom.

Landmaschinenmechanikermeister Oliver Rott verkauft und wartet mit seinem Betrieb "Oliver Rott Technik für Garten, Bau und Landschaft" die Maschinen dieses schwedischen Herstellers von Motorgeräten für Forstwirtschaft, Garten- und Landschaftspflege. Die Rasenroboter aus dem Clip vertreibt er bereits. "Der Markt für Mährobotik ist groß und wächst weiter", sagt er. "Die Menschen werden älter und können oder wollen sich nicht mehr selbst um ihren Rasen kümmern."

Roboter sind per GPS ortbar

Per App können Besitzer die Geräte steuern, die dank eingebauter Sensoren weder gegen Bäume krachen noch Hund oder Katze überfahren. Entscheidet sich ein Kunde für einen Rasenroboter, auch Automower genannt, verlegen Rotts Mitarbeiter ein Induktionskabel am Rand des Grundstücks und um Hindernisse herum, damit der Roboter weiß, wo Schluss ist. Das Gerät wird mit seiner jeweiligen Produkt- und Seriennummer auf einer Plattform des Herstellers angemeldet, ab dann laufen Garantie und Versicherungsschutz. Jeder dieser neuen Automower ist laut Rott mit einer GPS-gesteuerten Navigation ausgestattet inklusive Geofence Diebstahlüberwachung, die sich von Fremden nicht ausschalten lässt. Über ein Portal kann der Besitzer jede Bewegung des Roboters beobachten. Wird einer entfernt, schrillt der Alarm auf seinem Smartphone oder PC und er kann die Koordinaten des Geräts an die Polizei geben.

Wer seinen Automower Pro nicht selbst steuern oder überwachen will, kann das Oliver Rott überlassen. Für ihn zahle sich aus, dass er auf mittlerweile 20 Jahre Erfahrung bauen könne, denn er habe von Anfang an auf die neue Technik gesetzt. Habe er zu Beginn fünf Geräte im Jahr verkauft, seien es jetzt 150 und mehr. Kunden suchten gezielt ihn wegen seines Know-hows auf.

Liebe zum Land und zu den Landmaschinen

Foto: © Ingo Lammert Foto: © Ingo Lammert Wer sich für einen Aufsitzmäher oder einen Automower (Bild oben) entscheidet, kann die Handhabung der Geräte auf Oliver Rotts 5.500 Quadratmeter großem Gelände einüben. Foto: © Ingo LammertDie Liebe zu Landmaschinen setzt bei Oliver Rott früh ein. Als Junge verbringt er viel Zeit bei den Großeltern auf dem Land. Auf den Höfen der benachbarten Bauern verdient er sich etwas dazu. Von 1985 bis 1989 lässt er sich zum Landmaschinenmechaniker ausbilden. Die Bundeswehrzeit nutzt er, um am Nato-Stützpunkt in Essen den Meister bei der Handwerkskammer Düsseldorf zu machen, mit 24 Jahren. "Das war der frühestmögliche Zeitpunkt", sagt er.

Nach dem Wehrdienst kehrt er zu seinem Ausbildungsbetrieb zurück, bildet dort selbst aus und beginnt, die Selbstständigkeit vorzubereiten. 1992 gründet er das eigene Unternehmen. Da der Konkurrenzkampf bei den Anbietern von Großmaschinen und Traktoren groß ist, der Markt überschaubar und die Margen klein sind, legt er den Schwerpunkt auf Kleinmaschinen, wie er erklärt. Er nimmt Kontakt zu dem genannten schwedischen Hersteller auf, der dabei ist, sich auf dem deutschen Markt zu etablieren, und wird 1996 zu einem ihrer autorisierten Vertragshändler. Heute vertritt er auch weitere Marken.

Markenzeichen Kundenbetreuung

Zwar vertreibe er auch noch Großmaschinen, doch den Hauptumsatz mache er mit Kleinmaschinen, sagt Rott. Seine Stärke: anders als Anbieter, die dieses Geschäft nebenbei betrieben, kümmere er sich intensiv um die Betreuung der Kunden. Zu denen gehörten Kommunen, Handwerks- oder Industriebetriebe und Privatkunden. Im Portfolio habe er hochpreisige Qualitätsprodukte. Die vollautomatischen Automower kosten zwischen 1.000 und 4.500 Euro. Rott verkauft auch Geräte wie Laubbläser, Freischneider oder Bodenfräsen, vermietet Holzhäcksler und diverse Spezialmaschinen. Forstwirte und Privatpersonen können in Lehrgängen den Motorsägenführerschein erwerben. Auch Anwenderschulungen für die von ihm vertriebenen Produkte sind möglich. Auf seinem 5.500 Quadratmeter großen Grundstück hat er vom Dieseltraktor bis zum Laubbläser alle Geräte vorrätig, um sie vorführen und prüfen zu können. Seine fünf Mitarbeiter bleiben mit regelmäßigen Werks- und Onlineschulungen am Puls der Zeit. "Der Beruf verändert sich ständig, Verbrennungsmotoren werden vermehrt durch Akkutechnik ersetzt. Einige Geräte sind Bluetooth-fähig, zeigen per App, wann die Leistung nachlässt. Alles kommuniziert miteinander", erklärt Rott.

Bei allen Vorteilen, unkritisch sieht er die zunehmende Vernetzung und Überwachung nicht. Kommunale Arbeitgeber könnten nachverfolgen, wo und wie lange ein Mitarbeiter mit einem Gerät gearbeitet und ob er die vorgeschriebenen Pausen eingehalten hat. Er jedenfalls schalte in seiner Freizeit das Smartphone aus, sagt Rott, um auch mal nicht erreichbar zu sein oder nicht geortet werden zu können.


Ehrenamt: Naturverbundenheit und Tierliebe auch in der Freizeit: Oliver Rott und seine Freundin Sandra Joeres engagieren sich für die MonRo Ranch, einen Tierschutzhof in der Nähe von Wegberg, in dem alte, verletzte oder ­misshandelte Tiere von der Hauskatze über das Pony bis hin zum Alpaka oder Waschbären ein neues Zuhause finden. Außerdem unterstützen sie den Verein "Rettet das Huhn" (RDH), der ausgediente Legehennen aus Massentierhaltungen holt, bevor sie getötet werden, und an Hühnerliebhaber vermittelt. Techniker Rott hat einen RDH-Transporter und zwei RDH-Transportanhänger eigens so umgebaut, dass die Tiere möglichst stressfrei und sicher ­transportiert werden können.


Fotos: © Ingo Lammert

 

Text: / handwerksblatt.de

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