Um die regionale Mobilität von Auszubildenden zu fördern, setzt sich das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern für die Einführung eines landesweit und günstigen Azubi-Tickets ein.

Um die regionale Mobilität von Auszubildenden zu fördern, setzt sich das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern für die Einführung eines landesweit und günstigen Azubi-Tickets ein. (Foto: © Jaromír Chalabala/123RF.com)

Mecklenburg-Vorpommern debattiert über Azubi-Ticket

Bildung

In Mecklenburg-Vorpommern wird sich der Landtag am 30. Januar mit der Einführung einer landesweit gültigen Fahrkarte für Auszubildende beschäftigen. Für das Handwerk wäre das Azubi-Ticket ein äußerst positives Signal.

"Azubi-Ticket Mecklenburg-Vorpommern sofort auf den Weg bringen" lautet der Titel des Antrags, den die Fraktion Die Linke am Donnerstag (30. Januar) in den Landtag einbringen wird. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, den Auszubildenden zum Beginn des Ausbildungsjahres 2020/2021 "eine kostenfreie und landesweite Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs auf Schiene und Straße" zu ermöglichen. Bei einer dualen Ausbildung sollen Land und Unternehmen die Kosten am Azubi-Ticket tragen. Finanziert werden soll es nach Vorstellungen der Oppositionspartei für die Jahre 2020 und 2021 durch die Haushaltsüberschüsse des Landes.

Diese Bundesländer haben schon ein Azubi-Ticket.Die beiden Regierungsparteien SPD und CDU haben sich laut dem NDR bereits darauf verständigt, zehn Millionen Euro für ein landesweit gültiges Azubi-Ticket bereitzustellen. Zurzeit ist jedoch noch offen, wie viel die Fahrkarte kosten soll und inwieweit sich die Betriebe oder die Auszubildenden an den Kosten beteiligen. Die CDU spricht sich für einen Eigenanteil der Wirtschaft aus, so dass die Auszubildenden die Fahrkarte kostenlos bekommen. Nach Vorstellungen der SPD sollen auch die Azubis etwas dazuzahlen. Nach Informationen der Schweriner Volkszeitung wird sich das Zukunftsbündnis – bestehend aus Vertretern der Landesregierung, der Gewerkschaften, der Arbeitgeber, der Bundesagentur für Arbeit sowie des Städte- und Gemeindetages und des Landkreistages Mecklenburg-Vorpommern – Ende März über ein Konzept beraten.

Fahrtkosten für Azubis unzumutbar

Axel Hochschild, Präsident der Handwerkskammer Ostmeckenburg-Vorpommern Foto: © HWK Ostmecklenburg-VorpommernAxel Hochschild, Präsident der Handwerkskammer Ostmeckenburg-Vorpommern Foto: © HWK Ostmecklenburg-Vorpommern

Für das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern wäre die Einführung eines landesweit gültigen und kostengünstigen Azubi-Tickets sehr wichtig. Nachdem die Zahl der Berufsschulen von 42 auf 17 reduziert worden ist, müssen die Jugendlichen längere Wege in Kauf nehmen. "Auszubildende in Mecklenburg-Vorpommern müssen mit durchschnittlich 51 Kilometer heute deutlich weitere Entfernungen zu ihrem Ausbildungsort zurücklegen als Berufsschüler im Süden oder Westen Deutschlands", stellt der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Axel Hochschild, fest. Dies stelle gerade in den ländlichen Regionen eine große Hürde für den Start in die Ausbildung im Handwerk dar. Die Kosten für die Fahrt und Unterkunft seien für die Auszubildenden und deren Eltern unzumutbar und eine Bremse für die Ausbildung des fachlichen Nachwuchses.

Insofern begrüßt Kammerpräsident Hochschild es, dass die Landesregierung ein Azubi-Ticket schaffen will. Der Maler- und Lackierermeister aus Greifswald wertet es als ein "positives Signal für die Gleichstellung beruflicher und akademischer Bildung".

Text: / handwerksblatt.de

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