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Günstiger Koreaner fürs richtig Grobe

Kurztest: Für gerade einmal 20.000 Euro bietet SsangYong mit dem Musso einen Pick-up mit viel Platz im Innern, hohem Komfort und wahlweise jeder Menge Offroad-Qualitäten.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Pick-up mit dem Pick-up
Foto: © SsangYong

Wer sagt eigentlich, dass mittelgroße Pick-ups unbedingt aus Japan oder Deutschland stammen müssen? Die hierzulande nur wenig bekannte koreanische Marke SsangYong bietet mit dem nagelneuen Musso eine Alternative. Sein Einstiegspreis ist unschlagbar günstig. Der ausschließlich als Doppelkabine angebotene Musso startet mit Heckantrieb bei günstigen 20.160 Euro. In Verbindung mit zuschaltbarem Allrad ist der koreanische Pick-up mit 21.840 Euro nur unwesentlich teurer und gilt als günstiger Vertreter seiner Fahrzeugklasse. Die Modellbezeichnung Musso ist übrigens kein Kunstwort, sondern bedeutet übersetzt Nashorn und soll den robusten Charakter des rollenden Arbeitstiers unterstreichen.

Kurzer Koreaner

Mit einer Länge von 5,10 Metern zählt der Musso zu den kürzeren Pick-Ups, denn seine Wettbewerber messen gut 20 Zentimeter mehr in der Länge. Darum fällt die Ladefläche des Koreaners vergleichsweise etwas kleiner aus, doch passt auch hier problemlos eine Europalette drauf. Die Bordwände recken sich ungewohnt weit in die Höhe und auf seiner 1,30 Meter langen Ladefläche darf der Musso Nutzlasten bis zu 850 Kilogramm mitnehmen.

Praktisch: Die Pritsche ist mit einer stabilen Kunststoffwanne ausgekleidet, am Heck befindet sich eine wassergeschützte 12 Volt-Steckdose. Auch die Anhängelast kann sich sehen lassen. Mit dem serienmäßigen Sechsganggetriebe sind es 2,8 Tonnen, mit Automatikgetriebe bis zu drei Tonnen. Wem das nicht reicht, der sollte bis nächstes Jahr warten. Dann wird es den Musso auch als XL-Version mit verlängerter Pritsche geben.

Gediegenes Ambiente

Der Innenraum fällt gediegen aus, speziell in der Top-Ausstattung Sapphire. Zwar wartet der Musso nur mit Kunstledersitzen auf, die aber von der Anmutung her echtem Leder in nichts nachstehen. Zudem ist das großzügig dimensionierte Mobiliar bequem und lässt die Gäste auch nach einer längeren Reise entspannt aussteigen. Eine Klimaautomatik ist ebenso Serie wie die beheiz- und belüftbaren Vordersitze. Darüber hinaus lässt sich das Lederlenkrad an kalten Wintertagen erwärmen.

Das Platzangebot ist vorne wie hinten sehr ordentlich, die Verarbeitungsqualität liegt auf einem hohen Niveau. Den Fahrer erwarten große, leicht ablesbare Instrumente in Verbindung mit einem sieben Zoll großen Bordcomputer. Über das griffgünstig positionierte 9,2 Zoll große Multimediasystem lassen sich Smartphones via Apple CarPlay und Android Auto spielend einfach mit dem Fahrzeug vernetzen. Und das Navi berechnet flott die eingegebene Route.

Kritik hagelt es jedoch für die unlogische Menüführung des Infotainments. Die verschachtelte Bedienstruktur benötigt eine Zeit der Eingewöhnung. Hilfreich ist die Rückfahrkamera, die das Ausparken enorm erleichtert. Optional steht ein 360-Grad-Kamerasystem zur Verfügung, welches das Fahrzeug aus der Vogelperspektive zeigt. Das Umfeld-Beobachtungssystem gibt es im Paket mit Totwinkel-Assistent, Spurwechselassistent sowie Querverkehrswarner und kostet 1.681 Euro.

Nur ein Motor

Das Motorenangebot fällt sehr übersichtlich aus. Der einzig lieferbare 2,1-Liter Turbodiesel ist eine Eigenentwicklung von SsangYong und verrichtet auch im artverwandten SUV-Bruder Rexton seinen Dienst. Mit einer Leistung von 181 PS ist der Vierzylinder kräftig genug. Die Sechsstufen-Automatik für 1.681 Euro arbeitet sanft und verrichtet unauffällig ihren Dienst.

Auch der Fahrkomfort geht in Ordnung, denn der Musso ist selbst mit höherem Autobahntempo noch recht leise unterwegs. Wer so flott unterwegs ist, sollte im Schnitt über 10 Liter Diesel einkalkulieren, mit gemäßigtem Gasfuß gelingt auch ein Durchschnittsverbrauch von gut einem Liter weniger.

Auch sonst zeigt der Koreaner charakteristische Eigenschaften: Die Lenkung arbeitet – typisch für einen Pick-up – indirekt und spricht um die Mittellage etwas schwammig an. Unbeladen neigt die Federung zudem auf direkt hintereinander folgende Unebenheiten so manchmal zum Stuckern. Aber das verzeiht man dem Allradler leicht, wenn es ins mittelschwere Gelände geht.

Hierzu wird der 4x4-Modus einfach per Drehregler aktiviert, für ganz schwierige Bedingungen noch das mechanische Sperrdifferenzial (336 Euro) hinzu geschaltet, und schon meistert der Musso Geröll, rutschigen Untergrund oder etwa grobe Steine sehr lässig und mit Bravour. Vertrauen weckt ebenso die lange Fahrzeuggarantie, die SsangYong auf den Musso gibt: Fünf Jahre sind es, oder alternativ 100.000 Kilometer. Das ist schon richtig lobenswert.

ssangyong.de

 

Text: Guido Borck
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